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Ausschuss für Kultur und Medien
10. Mai 2005
 

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Rede zur Ausstellungseröffnung 400 Jahre Zeitung
Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich habe die Schirmherrschaft für diese Ausstellung nicht nur in meiner Eigenschaft als Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien, sondern auch als Wahlkreisabgeordnete, die enge Kontakte zu ihrer Regional- und Lokalpresse pflegt, sehr gerne übernommen.

Diese Ausstellung nimmt uns mit auf eine höchst informative Zeitreise durch 400 Jahre deutschsprachige Zeitungsgeschichte, von der Gegenwart zurück bis zu ihrem urkundlich belegten Anfang im Jahre 1605 in Straßburg.

Die Ausstellung, und darin liegt ihre Besonderheit, richtet die Aufmerksamkeit dabei vor allem auf die Lokal- und Regionalzeitungen, die in ihrer besonderen Bedeutung und Funktion häufig im Schatten der großen Blätter, oft in der politischen Öffentlichkeit nicht richtig wahrgenommen werden.

Bezeichnenderweise sind es gerade die Lokalzeitungen, von denen viele noch unabhängig geblieben sind und viele sich auch noch in mittelständischem Familienbesitz befinden.
Es sind Zeitungen, wie etwa in meinem Wahlkreis der Winsener Anzeiger, die Walsroder Zeitung oder die Böhmezeitung, die zu der Gruppe von Zeitungen gehören, deren Auflage meistens weit unter 100 000 Stück liegt, die aber als regionale und lokale Abonnementzeitungen mit rund 64 Prozent Lesern pro Ausgabe die reichsweitenstärkste Gattung unter den Tageszeitungen stellen.

Dahinter steht eine der großen Stärken der regionalen und lokalen Tageszeitungen, die gerade auch aus Sicht des Wahlkreispolitikers von großer Bedeutung ist, nämlich ihre hohe Regional- und Lokalkompetenz.

Damit verbunden ist eine starke Leserbindung, die mit dem Vertrauen der Leserinnen und Leser in die lokale und regionale Berichterstattung eng zusammenhängt.

Hinter 400 Jahren Zeitungsgeschichte steht aber neben der Geschichte der demokratischen Entwicklung, die mit dem Zeitungswesen unlösbar zusammenhängt, auch eine bewegte Geschichte des Verlegertums. Und das Wirken der Zeitungsverleger tritt umso deutlicher vor Augen, je näher wir in der Gegenwart ankommen.

Ich weiß, dass gerade auch den Verlegern der Regional- und Lokalzeitungen der Wind von vorne bläst, dass, um nur einen Punkt zu nennen, das für Sie so wichtige Anzeigengeschäft immer schwieriger wird. Nur drei Beispiele: Der Einzelhandel gerät durch den Trend zur grünen Wiese immer mehr in Bedrängnis und auf diese Weise gehen Anzeigenkunden verloren; die gesamtkonjunkturelle Lage ist nach wie vor angespannt und in vielen Kreisen haben wir die massenhafte Verbreitung von Kostenlosen Anzeigenblättern.

Ich habe jedoch erfahren, dass lediglich etwa ein Prozent der Haushaltsmittel der Bundesregierung für Anzeigenkampagnen in den deutschen Tageszeitungen den lokalen Tageszeitungen zufließen. Wenn ich da etwa an die bundesweiten Kampagnen für Hartz IV denke, dann wäre es doch sicher überlegenswert, diesen Anteil insbesondere für die Lokalzeitungen zu erhöhen.

Ich könnte mir daher durchaus vorstellen, dass die Bundesregierung vielleicht hier etwas umdenken könnte. Mit dieser Anregung möchte ich es aber jetzt gerne bewenden lassen.

Ich hoffe jedenfalls, dass diese interessante Ausstellung, hier in den Räumen der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft, auf ein starkes Interesse bei meinen Kolleginnen und Kollegen stößt und dass sie mithilft, das Interesse an den Belangen der bundesdeutschen Lokal- und Regionalpresse zu vertiefen.

Vielen Dank