Am 28. September folgte eine Delegation aus Wolfenbüttel, Wittenberg und Weimar der Einladung von fünf Bundestagsabgeordneten nach Berlin. Monika Griefahn und Siegmund Ehrmann (SPD), Johann-Henrich Krummacher (CDU), Hans-Joachim Otto (FDP) und Dr. Lukrezia Jochimsen (Die Linke) vom Ausschuss für Kultur und Medien empfingen die „Kulturinitiative www2006“, vertreten durch die Wolfenbütteler Dr. Christoph Helm (Ratsvorsitzender), Professor Dr. Paul Raabe und Katharina Leukroth (Kulturstadt Wolfenbüttel e. V.) sowie Dr. Felix Leibrock (Kulturamtsdirektor Weimar) und Johannes Winkelmann (Geschäftsführer WittenbergKultur e. V.).
Gesprächsgegenstand waren die „Zehn Wittenberger Thesen zur kulturpolitischen Situation in Deutschland“. Sie appellieren an die kulturpolitische Verantwortung des Bundes für gesamtstaatlich bedeutsame kulturelle Traditionen wie die Reformation (Wittenberg), Aufklärung
(Wolfenbüttel) und Klassik (Weimar) und liegen damit auf der Linie des Kulturausschusses und der Enquête-Kommission für Kultur in Deutschland.
Die Gesprächspartner waren sich darin einig, dass Deutschland als Kulturnation im Ausland nur wahrgenommen wird, wenn es mit einer Stimme spricht. Dies müsse auch nach der Föderalismusreform und der Stärkung der Kulturhoheit der Länder gewährleistet sein.
Die Berliner Gesprächsrunde vereinbarte, sich künftig gegenseitig zu unterstützen. So versprachen die Bundestagsabgeordneten, die von der Kulturinitiative genannten konkreten Beispiele für national bedeutsame Projekte - wie z.B. 500 Jahre Reformation in Wittenberg, 100 Jahre Weimarer Republik oder Lessing und die Aufklärung im heutigen Dialog der Kulturen – in die Ausschussarbeit hineinzutragen. Auf der anderen Seite wollen die Städte eine Kampagne zum „Staatsziel Kultur“ starten und sich beispielsweise durch Unterschriftenaktionen dafür einsetzen, dass Kultur als Staatsziel im Grundgesetz verankert wird. Die Gespräche der Städte mit dem Bund sollen fortgesetzt, aber auch die Länder mit einbezogen werden.