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Sonstige Bundespolitik
Freitag, 22. Februar 2008
 
 
Umweltschutz lohnt sich

Monika Griefahn besuchte Hamburger Tesa-Werk / Umweltschutz hat hohen Stellenwert
Monika Griefahn und Thomas Völsch (SPD Neugraben-Fischbek, 2.v.r.)erfuhren von den Unternehmensvertretern viel Neues über die Marke „tesa“: (v.l.) Reinhart Martin (Leiter Unternehmenskommunikation), Monika Griefahn, Dr. Wolfgang Schacht (Leiter Umwelt- und Qualitätsmanagement und Arbeitssicherheit), Rüdiger Pomaska (Geschäftsführer „tesa“ Werk Hamburg-Hausbruch), Klaus-Christian Stöver (Leiter Umweltschutz), Thomas Völsch, Peter Wodilla (Technischer Leiter).

Eine Unternehmensgeschichte, die als Misserfolg begann: Der Apotheker Dr. Oscar Troplowitz wollte das erste selbstklebende Wundpflaster entwickeln. Das neue Produkt klebte zwar ausgezeichnet, reizte aber die Haut und war deshalb für die Wundheilung nicht anzuwenden. Troplowitz vermarktete es dann als Reparaturband zum Flicken von Fahrradschläuchen - und legte damit im Beiersdorf-Konzern den Grundstein für das Geschäft mit Klebebändern, zu denen später auch der „tesafilm“ gehörte.

Monika Griefahn besuchte im Rahmen ihrer Tätigkeit im Kompetenzteam von SPD-Bürgermeisterkandidat Michael Naumann im Februar das „tesa“-Werk Hamburg-Hausbruch, eine der größten der weltweit zehn Produktionsstätten. Sie erfuhr, dass auch bei Herstellungsverfahren, die noch nicht ohne Lösemittel auskommen, sehr viel Umweltschutz möglich ist - und sich rechnet.

„tesa“, eine Tochter des Beiersdorf-Konzerns und seit 2001 eine eigenständige AG, existiert seit mehr als 100 Jahren. Inzwischen gehört das Unternehmen zu den Marktführern auch im Industriebereich. Wer ein Auto lenkt, fährt unter anderem auch dank bis zu 50 verschiedenen „tesa“-Produkten, die im und am Fahrzeug eingesetzt sind, zum Beispiel zum Bündeln und Fixieren von Kabeln. „Wir sind ein technologiegetriebenes Unternehmen“, erläuterte Werksleiter Rüdiger Pomaska, „Die Geräte werden immer leichter und filigraner, deshalb lassen sich die Bauteile nicht mehr zusammenschrauben. Stattdessen werden sie mit Spezialklebebändern montiert“, freut er sich. So kommt es, dass Tesa 47 Prozent seines Umsatzes mit neu entwickelten Produkten erzielt.

Dr. Wolfgang Schacht, Leiter Qualitäts- und Umweltmanagement, erläuterte das Umweltengagement des Unternehmens. Zwar sei ein völliger Verzicht auf Lösungsmittel in der Branche nicht möglich. Durch die Entwicklung und den Einsatz neuartiger Beschichtungstechnologien sei es jedoch gelungen, einen erheblichen Teil der Produktion auf lösemittelfreie Verfahren umzustellen. Auch bei der Auswahl der Trägermaterialien achte man auf Umweltverträglichkeit. So setze „tesa“ für Kreppklebebänder ausschließlich Papier aus ausgewählter Holzgewinnung, die als „nachhaltig“ zertifiziert sei, ein. Das Umweltengagement umfasse auch die Logistik - so sei „tesa“ Partnerschaften mit anderen Firmen eingegangen, um Leerfahrten der Lkw-Flotte zu vermeiden. Im Betrieb gebe es eine regelmäßige Kontrolle, das Unternehmen habe sich Umweltleitlinien gegeben, an denen es sich selbst messe und messen lasse. Im Zeitraum 2002 bis 2007 sei es dem Unternehmen gelungen, seinen Energieverbrauch in Deutschland um 25 Prozent zu reduzieren, den Einsatz von Lösungsmitteln um 42 Prozent und die Abfallmenge um zehn Prozent zu verringern.

Schacht machte klar, dass Umweltschutz im Unternehmen ein langer Prozess ist. Die ersten fünf Jahre, in denen das Thema explizit auf die Fahnen geschrieben wurde, seien nun vorbei und die selbst gesteckten Umweltziele übertroffen worden. Gleichwohl gebe es noch viel zu tun: Die Angleichung der Standards in den Werken weltweit, die Entwicklung und Umsetzung weiterer lösemittelfreier Technologien, weiteres Reduzieren von Energieverbrauch und CO2-Ausstoß. Ein wichtiges Anliegen Schachts, das bisher noch nicht wirtschaftlich umgesetzt werden konnte: Der Bezug von Ökostrom.

Monika Griefahn zeigte sich dennoch beeindruckt von den anderen Erfolgen. Es sei gut zu sehen, dass Ökonomie und Ökologie sehr wohl zusammen funktionieren könnten - mehr noch: dass ökologische Maßnahmen zu Einsparungen führten, die sich für ein Unternehmen rechneten. „Umweltschutz lohnt sich eben doch“, freute sich die ehemalige Greenpeace-Mitbegründerin.