Lieber Klaus Traube, meine sehr verehrten Damen
und Herren,
ich freue mich besonders, aus Anlass der Verleihung
des Nuclear-free Future Awards einen Menschen ehren zu können, dessen
Lebenswerk durch die Atomenergie geprägt wurde und ist. Klaus Traube
hat auf seinem Lebensweg Dinge erlebt, die ich hier gar nicht alle
aufzählen kann und will. Nur eins: das Atom war immer beherrschend.
1977 war Klaus Traube noch Manager in der Atomindustrie.
Seinen Beruf fand er, wie er selber einmal sagte, "wahnsinnig interessant".
Damals war man eher naiv, was die Nutzung der Atomkraft anging.
Traubes "linke Sozialisation" liess ihn glauben, dass Atomkraft
Umweltprobleme und Arbeitslosigkeit beheben könne. Er sagte von
sich selber, dass seine Einstellung zur Kernenergie lange Zeit ungebrochen
gewesen sei. Als dann aber der Bundesverfassungsschutz seinen Arbeitgeber
unter Druck setzte, ihn zu entlassen und ihn illegal abhörte, sie
werden die Affäre noch im Gedächtnis haben, wandelte sich Klaus
Traube zu einem der profiliertesten Gegner der Atomwirtschaft, ja
der Großtechnologien insgesamt. Klaus Traube erfuhr erst aus der
Presse, was ihm vorgeworfen wurde und hat sich vehement gegen alle
Bespitzelungen und Unterstellungen gewehrt.