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Berlin Stadtinfos
 

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Die Geschichte Berlins

Die Geschichte Berlins

Die Metropole ist nicht einfach auf den Punkt zu bringen. "Berlin ist viele Städte", formulierte der Architekt Werner Düttmann. Die ehemaligen Altstadtbereiche bekamen nach den Kriegszerstörungen ein radikal neues Gesicht, und jeder der ursprünglichen 23 Bezirke bietet mindestens ein Zentrum mit Rathaus und Einkaufsstraße. Berlin hat auch Platz für "viele Städte". In Nord-Süd-Ausdehnung fährt man 38 Kilometer hindurch, 45 km beträgt sogar die maximale Ost-West-Breite. In der größten Stadt zwischen Paris und Moskau leben 3,4 Millionen Einwohner, also eine Million weniger als vor dem Zweiten Weltkrieg. Berlin entstand am Unterlauf der Spree. Dieser 400 km lange Fluss mündet in Spandau, heute ein Bezirk von Berlin, in die Havel. Bekannteste Havelausbuchtung ist der Wannsee; der größte Berliner See ist der Müggelsee im Südosten Berlins. Insgesamt besteht ein Drittel des Stadtgebietes aus Wald und Wasser, Berlin gehört zu den grünsten europäischen Hauptstädten. Die Lage in einer dünn besiedelten Umgebung, zwischen Wald, Flüssen und Seen unterscheidet die Stadt erheblich von vergleichbaren Metropolen. Den Norden des ursprünglich sumpfigen Urstromtales der Spree begrenzt die trockene Hochfläche Barnim, zu der auch der Prenzlauer Berg gehört. Im Süden dagegen gehört der Kreuzberg zur Hochfläche des Teltow. Die eiszeitlich geprägte Landschaft besteht vor allem aus kargem Sandboden, in den Niederungen aus Feuchtgebieten. In Bodenrinnen sammelt sich Wasser zu Seen. Die längste dieser Rinnen im Stadtgebiet erstreckt sich vom Lietzensee über Halen- und Grunewaldsee zum Schlachten- und Nikolassee.

Berlins „Urgeschichte“

In der Geschichte hat Berlin schon viele Rollen gespielt. Es begann mit einer bürgerlich-mittelalterlichen Kaufmannsstadt, gegründet im 12. Jahrhundert. Die - an städtische Freiheiten gewöhnten – ansässigen Patrizierfamilien wollten, aber konnten nicht verhindern, dass Berlin ab 1486 ständige Residenzstadt des brandenburgischen Kurfürsten wurde. Diese über 500 Jahre währende Berliner Hauptstadterfahrung wurde wesentlich durch die Landesherren aus der Familie Hohenzollern geprägt. Es war diese Dynastie, die von brandenburgischen Kurfürsten zu preußischen Königen und schließlich zu deutschen Kaisern aufstieg. Und Berlin stieg mit auf, bis es schließlich 1871 deutsche Hauptstadt wurde.

Bis zur Reichsgründung

Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) traf Berlin schwer. Die Bevölkerungszahl von ca. 12.000 wurde halbiert. Der Große Kurfürst holte deshalb französische Hugenotten in die Mark. Ca. 6.000 kamen ab 1685 nach Berlin und hinterließen nachhaltige Spuren. Unter der Regentschaft Friedrich II. (1740-1786) wurde Preußen militärisch zu einer europäischen Großmacht. Damit wuchs nicht nur die Bedeutung des Landes, sondern auch die der Stadt. Sie wurde zu einem Zentrum der Aufklärung in Deutschland. Die in dieser Zeit entstandenen Repräsentationsbauten bestimmen noch heute die Mitte Berlins: Zeughaus, Staatsoper, Alte Bibliothek, Prinz-Heinrich-Palais (heute Humboldt-Universität), St.-Hedwigs-Kathedrale. Nach der Besetzung durch Napoleon 1806 wurde die preußische Hauptstadt Mittelpunkt der patriotischen Bewegung gegen die Fremdherrschaft und damit auch von Bestrebungen zur gesellschaftlichen Erneuerung Preußens. Die bürgerliche Revolution vom März 1848 führte in Berlin kurzzeitig zu Reformen und zur Bildung einer preußischen “Nationalversammlung”. Der “Sieg” auf den Barrikaden endete jedoch wenige Monate später mit der Besetzung der Stadt durch die königstreuen Truppen.

Deutsche Reichshauptstadt

Mit der Gründung des Deutschen Reiches in Versailles 1871 wurde Berlin Hauptstadt. Das geschah in der Gründerzeit, einer Epoche rasanter Entwicklungen auf vielen Gebieten. Berlin erlebte die Zeit bis 1918 in besonderer Beschleunigung. Allein nach 1900 stieg die Bevölkerungszahl in nur 10 Jahren um 1 Million Menschen auf über 3,7 Millionen. Damit musste die Stadt alle 24 Stunden über 270 neue Einwohner unterbringen, versorgen, transportieren und in Lohn und Brot bringen. In fast allen Lebensbereichen wurden in Berlin Maßstäbe gesetzt und Erfindungen gemacht. Vom ersten elektrischen Zug der Welt bis zur Entdeckung der Bakterie: 1882 wurde die AEG bald größter Elektrokonzern Deutschlands, gegründet. Aus der 1847 gegründeten Telegraphenanstalt entstand die Weltfirma Siemens. Von Berlin aus wurde die Welt im Guten wie im Bösen mitverändert. Nach dem 1. Weltkrieg war Berlin längst über seine Grenzen hinausgewachsen. 1920 schloss es sich deshalb mit sieben umliegenden Städten, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken zu “Groß-Berlin” zusammen. 3,8 Millionen Einwohner lebten in der Stadt, deren Ausdehnung sich im wesentlichen bis heute erhalten hat. Die erste deutsche Republik hatte zwischen dem Ende der Inflation 1924 und der Weltwirtschaftskrise 1929 nur 5 Jahre, um gerade in der Reichshauptstadt für die Demokratie zu werben. Zehntausende von modernen Wohnungen entstanden, Volksparks, Häfen, U-Bahnen wurden gebaut, die S-Bahn elektrifiziert und ausgebaut, das erste sexualwissenschaftliche Institut der Welt bemühte sich um Aufklärung, Berliner Mode und Kunst hatten Weltruf. Die “Goldenen Zwanziger” sind heute noch eine Legende. Dass der Alltag der einfachen Menschen in den Mietskasernen jedoch stärker geprägt war von Inflation und Wirtschaftskrise, sozialer Verarmung und politischer Radikalisierung sollte sich bald zeigen. Die “Goldenen Zwanziger” waren ein brodelnder Tanz auf dem Vulkan, der 1933 ausbrach und Berlin als rauchende Trümmerwüste hinterließ. Am 30.1.1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Die Machtergreifung der Nazis begann. Unmittelbar nach der Regierungsübernahme setzte der Terror gegen politisch Andersdenkende ein. Nach “Schwarzen Listen” wurden Hunderte verhaftet, vor allem Funktionäre der KPD, der SPD und der Gewerkschaften sowie Intellektuelle. Von Anfang an verfolgt wurden auch die 170.000 Berliner Juden. Im Oktober 1941 begannen auch in Berlin, gemäß den Beschlüssen der Berliner “Wannsee-Konferenz”, die Deportationen in die Vernichtungslager, in denen über 60.000 Berliner Juden ermordet wurden.

Nach dem 2. Weltkrieg

Die Stadt hat sich von den Schlägen der Nazi-Ära nie ganz erholt. "Berlin bleibt doch Berlin" war auch ein Trotzspruch der Überlebenden. Hierzu bestand Veranlassung: “Berlin. Der Schutthaufen bei Potsdam”, notierte Brecht nach seiner Rückkehr aus den USA. Die Trümmermenge wurde auf 55 bis 80 Millionen m3 geschätzt. Von den 5,2 Millionen Wohnräumen waren rund 40 % unbewohnbar. Im Jahre 2000 hat Berlin immer noch 1 Million weniger Einwohner als 1939. Und doch entwickelte sich Berlin, da es nun nicht mehr so schön war, zu einer der interessantesten Städte weltweit. Das begann mit der Aufteilung der Stadt in 4 Sektoren. Hier wurden die Gewichte der Weltpolitik durch die aus westlicher Sicht erfolgreiche Luftbrücke 1948/1949 für alle sichtbar verschoben. Die Teilung der Welt nach 1945 wurde nirgends so deutlich wie in der seit 1961 durch die Mauer geteilten Stadt. Berlin war die Stadt des Kalten Krieges. Gerade hier spürte man die Erwärmung des politischen Klimas nach 1970. Mit West-Berlin entstand eine kapitalistische Insel im Sozialismus. Nur hier gab es "behelfsmäßige" Personalausweise, nur hier fuhren westliche Bahnen unter einer real existierenden Ost-Hauptstadt hindurch. Die Wiedervereinigung beendete diese Skurrilität. Berlin gebar die größte Baustelle Europas, um am Potsdamer Platz zusammenzufinden. Die Reichstagsverhüllung von Christo besetzte zur rechten Zeit einen Ort neu, der nun mit öffentlich zugänglicher Kuppel als Bundestag in Berlin Menschen von überall her anzieht. Berlin ist eine Stadt, in der jährlich über 10 Mrd. DM verbaut werden, ein Geschichtsmuseum voll - zum Teil noch staubiger und lärmender - Gegenwart. Hier kann man eine kapitalistisch geprägte West-City am Zoo mit einem sozialistischen Hauptstadtzentrum am Alexanderplatz vergleichen. Zugleich ist diese Stadt eine Bauausstellung der Architektur des 20. Jahrhunderts, in der Kaiser-Stuck und reinste Moderne, Nazi-Klobigkeit und 50er-Jahre-Schick neben Stalin-Pomp und verspielter Postmoderne sich zu den Bauten der Gegenwart gesellen.