Ausgangspunkt unserer kleinen Tour ist der Alex. Er gelangte durch Alfred Döblin zur literarischen Berühmtheit. Der Alex ist auch ein Verkehrsknotenpunkt. Hier kann man mit Schaudern die realsozialistische Städteplanung der DDR bestaunen. Von hier aus kann man aber auch die Frankfurter Allee erblicken und ihre Häuser im stalinistischen Zuckerbäckerstil (50er Jahre) erkennen. Dort sollte das Gegenstück zum West-Berliner Ku-Damm entstehen. Unübersehbar ist der 365 m hohe Fernsehturm (der “Telespargel”), Berlins höchstes Bauwerk. Höher ist in Europa nur der Moskauer Fernsehturm. Einem Gerücht zu Folge, hat er die Höhe von 365 m erhalten, weil Walter Ulbricht der Auffassung war, eine solche Zahl könne sich selbst ein kleines Schulkind merken, um es Ausländern zu erzählen. Dort kann man in gut 200 m Höhe über Berlin blicken, um einen Eindruck von der Metropole zu erhalten und, so man will, auch speisen.
Am Alex führen die zwei interessantesten BVG-Buslinien vorbei. Der 100er und der 200er. Mit ihnen kann man folgende Punkte gut erreichen: Berlins Prachtstraße “Unter den Linden” mit der Museumsinsel und dem nahegelegenen Gendarmenmarkt mit dem Deutschen und dem Französischen Dom – viele sagen, das sei Berlins schönster Platz. Danach quert der Bus die Friedrichstraße (hier befindet u.a. das Kaufhaus “Galeries Lafayette”). Das Brandenburger Tor und das “Adlon”, der Reichstag, das “Haus der Kulturen der Welt”, das Schloss Bellevue (Dienstsitz des Bundespräsidenten Johannes Rau), die Siegessäule, der Potsdamer Platz mit der imposanten Daimler- und Sony-City, das Botschaftsviertel, das Europa-Center, der Ku-Damm und die Gedächtniskirche liegen danach an der Strecke, die die Busse befahren. Endstation ist jeweils der Bahnhof Zoo.
Da Berlin eine hektische Stadt ist, sind viele dieser Punkte auch schneller zu erreichen. Hierzu muss man die U- oder S-Bahn benutzen, die ebenfalls am Alex Station machen.
Nimmt man die U-Bahn Richtung Pankow so gelangt man schnell in den bekannten Bezirk Prenzlauer Berg. Am U-Bahnhof “Senefelderplatz” ausgestiegen und schon ist man in wenigen Minuten am Käthe-Kollwitz-Platz. In einem der dortigen Lokale aß US-Präsident Bill Clinton schon einmal mit Bundeskanzler Gerhard Schröder zu Abend.
Fährt man hingegen Richtung Ruhleben, so liegt unmittelbar an den bzw. in der Nähe der nachfolgenden Bahnhöfe die Friedrichstr., der Checkpoint Charlie, der Martin-Gropius Bau, ein Museum, die Ausstellung “Topographie des Terrors”, der Potsdamer Platz, das KaDeWe oder das Schloss Charlottenburg. Fährt man weiter so gelangt man zum Funkturm – er hat eine Höhe von 150 m - nebst ICC sowie dem Olympiastadion, in dem der Fußball-Bundesligist Hertha BSC beim Kampf um die Tabellenspitze mitmischt.
Noch schneller verbindet die S-Bahn einzelne Punkte der Stadt. Steigt man in Richtung Westen ein, d.h. in Richtung Westkreuz, Spandau oder Potsdam, so kann man zwischen Alex und Zoo jeden Zug nutzen. Zwischen diesen Stationen befinden sich die Hackeschen Höfe, die den Beginn der Oranienburger Straße markieren. Hier gibt es nicht nur jede Menge Lokale, sondern auch Berlins bekannteste Synagoge mit ihrer weithin sichtbaren goldenen Kuppel (ein Museum) und das “Tacheles”, ein Zentrum der alternativen Kultur. Wendet man sich vom S-Bahnhof Hackescher Markt in die andere Richtung, so ist man bald auf der Museumsinsel mit dem bekannten Pergamonaltar oder am Berliner Dom. Eine Station weiter ist der Bahnhof Friedrichstr. Auch von hier gelangt der Fußgänger schnell zum Brandenburger Tor, aber vor allem zum Friedrichstadtpalast oder zum Berliner Ensemble. Hier befindet sich auch das Lokal “Ständige Vertretung” (StäV). In ihm sind Devotionalien aus Bonn ausgestellt und viele nach Berlin versetzte Rheinländer treffen sich dort zu einem Glas Kölsch, was dem Lokal einen leicht musealen Touch verleiht. Fährt man weiter, so kann man während der Fahrt einen Blick auf den Reichstag und das neue Kanzleramt erhaschen. Imposant auch der ab 2006 fertig gestellte “Lehrter Bahnhof”, der neue Zentralbahnhof Berlins. Am Bahnhof Zoo kann man dann aussteigen, so man über den Ku-Damm, dem leicht angestaubten Boulevard West-Berlins, flanieren will. Hier gibt es neben vielen Geschäften auch diverse Kinos und in der Kantstr. das “Theater des Westens” und das Nobel-Kaufhaus “Stilwerk”.