Der Potsdamer Platz liegt zwischen den Bezirken Mitte und Tiergarten im Stadtzentrum Berlins. Seinen Namen erhielt der aus einer Grünanlage entstandene Platz nach dem Potsdamer Tor, das Karl Friedrich Schinkel 1824 erbaute. Der Potsdamer Platz war in den zwanziger Jahren ein besonders wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Stadt, ein weltstädtischer Treffpunkt moderner Verkehrsströme. Zu dieser Zeit war er Europas verkehrsreichster Platz, neben S- und U-Bahn kreuzten den Platz damals 26 Straßenbahn- und fünf Buslinien.
Im 19. Jahrhundert entstanden um den Potsdamer Platz viele Hotels und Cafés internationalen Rangs, dazu gehörten die von Ludwig Heim errichteten Hotelbauten, das Grand-Hotel Bellevue und das Palast Hotel, das 1912 von Franz Schwechten errichtete Haus Potsdam sowie das Café Josty, in dem sich Politiker, Schriftsteller und Künstler trafen. Das von Otto Rudolf Salvisberg 1921 umgebaute VOX-Haus war 1923 die Geburtsstätte des deutschen Rundfunks. Der Architekt Erich Mendelsohn errichtete 1932 auf dem Platz einen zehngeschossigen Stahlskelettbau im Stil der Neuen Sachlichkeit, das Columbushaus. Im II. Weltkrieg wurde der Potsdamer Platz weitgehend zerstört.
Während der Besatzungszeit durch die Alliierten entwickelte sich das 50 ha große Areal zu einem Grenzgebiet zwischen Ost und West und verödete zunehmend. Bei dem Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 geriet das Columbushaus in Brand und wurde 1961 abgerissen; in diesem Jahr ließ die Regierung der DDR auch alle anderen Gebäude abtragen. Auf der westlichen Seite blieben nur das 1912 von den Architekten C. Heidenreich und P. Michel erbaute Gebäude der Weinhandlung Huth, das seit 1979 unter Denkmalschutz steht, sowie der Gebäudetorso des 1908 von Otto Rehnig errichteten Grandhotels Esplanade erhalten.
Nach Abriss der Berliner Mauer 1990 war das Areal zunächst eine brachliegende Fläche; erst mit dem Verkauf angrenzender Grundstücke an die Wirtschaftsunternehmen Daimler-Benz AG (debis) und Sony wurde die Phase der Neubebauung eingeleitet. Daimler-Benz erwarb das Grundstück am Potsdamer Platz für 92,9 Millionen Mark, zu einem Quadratmeterpreis von 1. 505 Mark.
Den 1991 ausgeschriebenen städtebaulichen Wettbewerb für das gesamte Gebiet Potsdamer Platz und Leipziger Platz gewannen die Münchner Architekten Heinz Hilmer und Christoph Sattler. 1992 gewannen Renzo Piano und Christoph Kohlbecker gemeinsam den Architekturwettbewerb. Ein Jahr später erfolgte der erste Spatenstich. In den darauf folgenden fünf Jahren entwickelt sich das 100. 000 qm große Areal um den Potsdamer Platz zur größten Baustelle Europas; fünf Investoren (Daimler, Sony, Roland Ernst/ABB, Deutsche Bahn, Delbrück Bank) verbauten hier rd. 8 Mrd. DM. 1997 wurde das Debis-Gebäude von Renzo Piano am Landwehrkanal eingeweiht; die höhenverschiedenen Baukörper des terrakottafarbenen Gebäudes erheben sich aus der Blockbebauung und enden in einer 85 m hohen Turmstele, auf deren Spitze das quadratisch-grüne Logo bei Nacht hell über Berlin erleuchtet. Die offizielle Eröffnung der "Daimler-City" am Potsdamer Platz erfolgte im Oktober 1998 durch den Bundespräsidenten Roman Herzog.
Das neue Zentrum des Viertels ist der fächerförmige Marlene-Dietrich-Platz, einer Piazza italienischen Zuschnitts, der umstanden wird von einer Reihe Restaurants, dem Grand Hyatt Hotel, einer Spielbank und dem halbrunden Kuppelbau eines Imax-Kinos. Einkaufen kann man in den "Potsdamer Platz Arkaden". Mehr als ein Drittel des 210. 000 qm umfassenden Areals befindet sich unter der Erdoberfläche. Ein Hauptteil der unterirdischen Flächen, dessen Fundamente bis zu 22 m in die Tiefe reichen, entfällt auf die 2.500 Parkplätze in der Tiefgarage. Ab 2006 gibt es hier einen neuen Regionalbahnhof, der sich auf drei Ebenen über eine Länge von 260 m und eine Breite von 50 m erstreckt. Zum Daimler-Komplex gehören die Debis-Zentrale, zwei Bürogebäude, die Potsdamer Platz Arkaden, das Grand Hyatt Hotel, das Musical-Theater mit seiner schwingenden Dachlandschaft, die Berliner Spielbank, das Cinemaxx-Kino und das Imax-Kino. Zum Sony-Areal gehören das denkmalgeschützte Esplanade mit seinem Kaiser -Saal, ein Multiplex-Kinozentrum und ein 3D Imax-Filmtheater.