ÜBERSICHT: Wahlkreisthemen > Meine Meinung > 2001

Meine Meinung
Donnerstag, 9. August 2001
 
zurück zur Übersicht Seite 1/1
Ein kleiner Schritt für die Erde...

Es gibt noch Hoffnung für den internationalen Klimaschutz. Nachdem nach der Den Haager Klimakonferenz im letzten Jahr und dem Nein von George W. Bush zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls die Vorzeichen für die Weltklimakonferenz in Bonn denkbar schlecht standen, ist nun doch ein Konsens - wenn auch auf minimalster Ebene zu verbindlichen Schritten der Länder für den Klimaschutz zustandegekommen. Dies ist vor allem Konferenzpräsident Pronk, aber auch dem deutschen Umweltminister zu danken, die geschickt verhandelt haben und so auch die weniger willigen Staaten umgestimmt haben. Doch darf bei aller Erleichterung über die Tatsache, dass es überhaupt ein Abkommen gab, nicht vergessen bleiben, dass der Weg zum Kompromiss steinig war. Letztendlich wird die Reduzierung deutlich geringer ausfallen, als von den europäischen Staaten gewünscht und für Verbesserung des Klimas notwendig. Und von dem Ziel einer deutlichen Reduzierung der Emissionen ist man immer noch weit entfernt. Immerhin ist es notwendig bis 2050 die Hälfte der schädigenden Gase zu reduzieren, um das Klima wenigstens zu stabilisieren.

Klimaschutz ist aber nicht nur eine internationale Angelegenheit, vielmehr betrifft sie jede und jeden Einzelnen. Auch wenn Deutschland mit an der Spitze steht im Bereich der Windenergie und anderer regenerativen Energien ist, dürfen wir uns nicht zurücklehnen. Letztlich muss das Ziel erreicht werden, CO2 und andere Treibhausgase so deutlich zu reduzieren, dass wir im Jahre 2100 von Nullemmissionen reden können. Nur dann können Pflanzen, Tiere und Menschen überleben.

Seit 1990 hat Niedersachsen neben dem Stromeinspeisungsgesetz des Bundes viel in den Aufbau von regenerativen Energien - insbesondere Windenergie gesteckt. Niedersachsen ist jetzt die Nummer 1 im Bereich der Windenergie. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und der Föderung der Kraftwärmekopplung hat die Bundesregierung und der Bundestag klare energiepolitische Zeichen gesetzt. Das Credo heißt: bestehende Energieformen effizient nutzen, neue fördern. Negawatt statt Megawatt. Dieser Mix zwischen Effizienzsteigerung und Forschungs - und Markteinführungsförderung hat dazu geführt, dass Deutschland bei den erneuerbaren Energiequellen weltweit mit an der Spitze steht. Dies ist nicht nur energiepolitisch sinnvoll, sondern bringt auch neue Arbeitsplätze. Schon jetzt arbeiten mehr als 1 Mio. Menschen im Umweltschutz, ein großer-Teil davon im Neuen Energiebereich. Da wird auch die Zukunft für die Arbeitnehmer sein, die jetzt noch am AKW Stade arbeiten, das nach dem Energiekonsens als erstes im Jahr 2003 abgeschaltet werden soll. Ich freue mich über diesen ersten Schritt.

Auch bei der Energiewirtschaft scheint langsam ein Umdenken stattzufinden. So plant z. B. BP ein großes Solarenergiewerk in Deutschland und die RWE spricht schon von "virtuellen Kraftwerke", d.h. viel Brennstoffzellen dezentral auf den Häuserdächern, die bei Bedarf zusammengeschaltet werden können.

Klimaschutz bedeutet viele kleine Schritte auf allen Ebenen zu machen, aber dabei das große Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: unseren Planeten für die nachfolgenden Generationen zu bewahren.

Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt!

 
Diese Kolumne finden Sie auf: www.monika-griefahn.de