Die aktuelle Diskussion in Politik
und Gesellschaft um das Thema Zuwanderung, fördert immer wieder
große Unsicherheiten und Zweifel zu Tage. Manche sehen deutsche
Arbeitsplätze in Gefahr, andere fürchten sich vor einem unkontrollierten
Strom von Zuwanderern und einige meinen gar, Deutschland könnte
mit einem Zuwanderungsgesetz zum Anlaufpunkt internationaler Terrornetzwerke
werden.
Ein Blick auf die Realität in der
Bundesrepublik räumt jedoch Zweifel und Unsicherheiten aus: Unser
Land ist seit Jahren ein Einwanderungsland! Seit 1954 sind 31 Millionen
Menschen eingewandert, 22 Millionen haben das Land im gleichen
Zeitraum wieder verlassen. Mit einem Zuwanderungsgesetz, wie es
die rot-grüne Bundesregierung entworfen hat, tragen wir dieser Realität
Rechnung; wir wollen Migration steuern und somit den gesellschaftlichen
Frieden im multikulturellen Deutschland aktiv gestalten.
Die Kerninhalte des neuen Gesetzes
im Einzelnen: wir wollen eine arbeitsmarktorientierte Zuwanderung,
d.h. es geht hierbei vor allem darum qualifizierte Arbeitskräfte
anzuwerben, die wir brauchen, um eine weiterhin gute wirtschaftliche
Entwicklung in unserem Land zu gewährleisten, denn mittelfristig
wird der Geburtenrückgang in Deutschland zu einem Mangel an Fachkräften
führen. Zudem hat die Greencard-Initiative im Bereich der Informationstechnologie
gezeigt, dass die Zuwanderung von hochqualifizierten Spezialisten
pro Stelle drei weitere Arbeitsplätze schafft! Das Auswahlverfahren
orientiert sich an verschiedenen Kriterien wie Sicherung des Lebensunterhaltes,
Berufsausbildung, Sprachkenntnisse und Alter (das sogenannte Punktesystem);
und insgesamt gibt es eine jährliche Höchstzahl an Arbeitsmigranten.
Wir wollen ein Zuwanderungsgesetz,
dass den humanitären Ansprüchen eines demokratischen Staates gerecht
wird. Hier bringt das neue Gesetz eindeutige Verbesserungen mit
sich, denn Opfer von nichtstaatlicher und geschlechtspezifischer
Verfolgung, beispielsweise Frauen aus Afghanistan, erhalten jetzt
eine befristete Aufenthaltserlaubnis und Zugang zum Arbeitsmarkt.
Und schließlich wollen wir durch das neue Zuwanderungsgesetz endlich
ermöglichen, was schon lange von vielen Seiten gefordert wird: die
Integration der Zugewanderten durch Sprach- und Orientierungskurse!
Und damit ist die Verpflichtung zweiseitig: wer die Sprache und
das Rechtsystem unserer Gesellschaft besser kennt, integriert sich
leichter! Und wenn wir verstärkt Anstrengungen zum Verstehen unternehmen
können wir alle besser miteinander leben. Somit werden die Grundsteine
für die interkulturelle Verständigung gelegt, die für den sozialen
Frieden in unserem Land unabdingbar ist.
Im Sinne dieses friedlichen und
toleranten Miteinanders, des Zusammenlebens in bunter Vielfalt,
wünsche ich uns allen ein geruhsames Weihnachtsfest und einen
guten Start ins Neue Jahr!