Bereits am 31. Mai und nun auch
am 21. Juni hat der Bundesrat mit der Mehrheit der unionsgeführten
Bundesländer das Verbraucherinformationsgesetz abgelehnt. Damit
ist ein wichtiges Instrument zu mehr Information und damit mehr
Schutz für die Verbraucherinnen und Verbraucher vor der Bundestagswahl
im Herbst nicht mehr durchzusetzen.
Gerade in Zeiten der zunehmenden
Verunsicherung der Konsumenten - BSE, Schweinepest und zuletzt Nitrofen
haben Spuren hinterlassen - ist es besonders wichtig, dass alle
Informationen zugänglich sind. Mit dem geplanten Gesetz soll den
Bürgerinnen und Bürgern das Recht gegeben werden, auf alle verbraucherspezifischen
Informationen, die bei Behörden vorliegen zuzugreifen. Darüber hinaus
erhalten die Behörden ihrerseits das Recht, eigeninitiativ die Öffentlichkeit
über Verstöße gegen gesundheitsrelevante Vorschriften zu informieren.
Es wird eine schnelle und umfassende Information der Verbraucher
sichergestellt. Damit werden Skandale wie die Verseuchung mit Nitrofen
zwar nicht ausgeschlossen, das Handeln der Verwaltung wird aber
in Zukunft deutlicher die präventive Seite der Information in den
Mittelpunkt ihres Handelns stellen. Schließlich ist umfassende Information
der Schlüssel zum Vertrauen der Menschen in die Produkte. Dieses
Vertrauen ist durch die Lebensmittelskandale der Vergangenheit schwer
erschüttert worden, es muss deswegen das Ziel einer guten Verbraucherschutzpolitik
sein, alles zu tun, durch Transparenz das Vertrauen der Konsumenten
zurückzugewinnen. Beispiele dafür sind die EU-Kampagne "Talking
Food - Wissen, was auf den Tisch kommt" oder der "Wegweiser zur
Lebensmittel-kennzeichnung" des Verbraucherschutzministeriums. Es
ist schäbig, sich berechtigten Forderungen nach Sicherheit und Offenheit
aus offensichtlich parteipolitisch motivierten Gründen zu verschließen.
Wahlkampf darf nicht auf dem Rücken der Konsumenten stattfinden.
Die Menschen in unserem Land haben ein Recht auf Information, das
Verbraucherinformationsgesetz gibt ihnen dieses Recht. In einer
Zeit, in der alle von Transparenz reden, ist das für mich unabdingbar.
Nur bei voller Information kann es den mündigen Konsumenten geben,
der autonom aufgrund der Information eine Kaufentscheidung trifft.
Wissen war immer schon Macht, und es kann nur gut sein, wenn sich
diese Macht auch und gerade gegen die richtet, die verantwortlich
für die derzeitige Situation sind!