Die Vorschläge der von der
Bundesregierung eingesetzten Hartz-Kommission zur Reform der Arbeitsmarkt
liegen noch nicht offiziell vor, schon hat der Kandidat aus Bayern
ein Gegenpapier. Während jedoch die Vorschläge der Hartz-Kommission
eine wirkliche Chance bieten, den Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik
auf ein neues, solides Fundament zu stellen, setzen Späth und
Stoiber dort an, wo die Regierung Kohl aufgehört hat: beim
Schuldenmachen!
10 Milliarden Euro sollen hier investiert
werden. Ich halte die Verwendung für zumindest fragwürdig,
die Herkunft der Gelder ist ungeklärt. Es sieht danach aus,
als würde eine Regierung Stoiber im Zweifelsfalle eine höhere
Neuverschuldung in Kauf nehmen, um ihre Pläne zu finanzieren.
Damit würden die Konsolidierungserfolge der letzten Jahre konterkariert,
der Schuldenberg wieder erhöht und die politische Handlungsfähigkeit
gerade auch der folgenden Generationen reduziert. Im übrigen
hatte gerade Finanzminister Waigel die 3-Prozent-Klausel in der
EU durchgesetzt, um den Euro stark zu halten. Es muss aber bei der
Reform des Arbeitsmarkts darum gehen, keine finanziellen Abenteuer
einzugehen und doch eine soziale Ausgewogenheit zu erreichen.
Es geht auch, und das wird in den Vorschlägen der Kommission
deutlich, darum, dass die Hilfsbedürftigen nicht einseitig
unzumutbar belastet werden und durch das soziale Netz fallen. Dafür
zeigt die Kommission verschiedene Lösungsmöglichkeiten.
Ich denke, die Bundesanstalt für Arbeit muss zu einer effizienteren
Vermittlungsstelle werden. Die Vermittlungsdauer ist in Deutschland
zu hoch, die Bürokratie zwischen Sozial- und Arbeitsämtern
hemmt effektive Vermittlung. Allein hier lässt sich viel erreichen.
Doch das ist für sich noch nicht revolutionär. Das sind
erst die Vorschläge, die die Hartz-Kommission unter dem Stichwort
Personal-Service-Agenturen macht. Diese Agenturen stellen eine gute
Möglichkeit dar, über Zeitarbeit in feste Beschäftigung
zu gelangen. Die Arbeitslosen bleiben im Arbeitsleben, können,
wenn auch vorerst zeitlich begrenzt, einer Beschäftigung nachgehen.
Langzeitarbeitslosigkeit, mit all ihren negativen Folgen, kann damit
angepackt werden. Es muss allerdings auch deutlich gemacht werden,
dass es bei den Vorschlägen nicht um Leistungskürzungen
geht, sondern darum, sowohl auf Seiten der Arbeitslosen als auch
bei den Ämtern durch größere Flexibilität und
mehr Service Beschäftigung zu schaffen.
Mit den Stoiber-Vorschlägen
wird vor allem eins deutlich: mit dem Personal von gestern soll
uns Bürgern der Aufbruch vorgegaukelt werden. Sie haben die
Wahl!