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Schon stehen amerikanische Militärs
für eine Übergangsregierung im Irak in Kuwait bereit. Schon scheinen
die Aufträge für den Wiederaufbau an amerikanische und britische
Firmen verteilt zu sein, schon kommt der Ruf, dass sich die kriegsunwilligen
Staaten wenigstens finanziell am Wiederaufbau beteiligen sollen
- wie bereits 1991 im Golfkrieg Deutschland auch nicht aktiv mit
focht, aber 17,2 Mrd. DM (rund 8,65 Mrd. Euro) an die USA überwies.
Doch langsam scheint auch den Europäern klar zu werden, dass sie
nur zusammen mit einer Stimme etwas erreichen können und Tony Blair
versucht die Brücke über den Atlantik für die UNO zu schlagen. Nur
zur Erinnerung: Die USA haben vor rund 55 Jahren die UNO mitbegründet,
damit eben kein Unilateralismus entsteht. Vielen Ländern wird durch
den Krieg im Irak klar, dass nur die Staatengemeinschaft gemeinsam
für eine Weltordnung eintreten kann und auch als Weltpolizei auftreten
kann. Die Bundesrepublik hilft direkt - mit der Verdoppelung der
humanitären Hilfe von 40 auf 80 Mio. Euro. Aber Bundeskanzler Schröder
hat klar gemacht, dass Deutschland nur die UNO für die Nachkriegsordnung
im Irak für angemessen hält - natürlich mit ihrem Mitglied USA.
Schnell müssen die Europäer zu einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik
finden, um sich mit den USA, Russland, China, Japan und den 191
Mitgliedsstaaten der UNO für Wiederaufbau, demokratische Entwicklung
und Stabilität in der Nahostregion einzusetzen. Dazu gehört natürlich
auch, nicht weiter Syrien und den Iran mit einem nächsten Krieg
zu bedrohen und aktiv an einer Lösung des schmerzlichen Israel-Palästina-Konflikts
zu arbeiten. Wie die Geschichte Europas zeigt, die die Amerikaner
sehr erfolgreich gemanagt haben, gehört dazu eine aktive Mischung
aus wirtschaftlicher Entwicklung, Bildung, Institutionen (Nationbuilding)
und Anerkennung kultureller Vielfalt. Ob dazu die Akzeptierung von
föderalen Strukturen notwendig ist (Kurden-Shiiten-Sunniten) wie
eben auch in Deutschland, Europa und in jüngster Zeit in Ex-Jugoslawien,
wird die UNO verhandeln müssen. Ich hoffe sehr, wir schaffen es,
als Deutsche und Europäer gemeinsam mit den Amerikanern den Weg
in eine starke UNO zu gehen. Und ich hoffe für die Menschen im Irak,
die unter Hunger, Wassermangel und Verletzungen leiden, dass sie
nicht zusätzlich zu den Kriegslasten noch zu Opfern unserer Ablehnung
des Krieges werden. Lassen Sie uns spenden - damit wenigstens das
Nötigste sofort getan werden kann - von den internationalen Organisationen,
die unabhängig von Hautfarbe und Religion zusammenarbeiten wie das
Internationale Rote Kreuz und der rote Halbmond, UNICEF und viele
andere.
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