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Meine Meinung
Donnerstag, 15. Januar 2004
 
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Bildung ist Zukunft
Endlich, so meine ich, kommt die Debatte um Bildung, Ausbildung und Erneuerung in Fahrt. Ich halte es für höchste Zeit, dass wir als ressourcenarmes Land den Zusammenhang zwischen Bildung und Betreuung sowie Innovation und wirtschaftlicher Entwicklung erkennen und dementsprechend handeln. Viele internationale Studien zeigen, dass Deutschland in einigen Bereichen der Entwicklung und der Wissenschaft international zurück fällt und unsere hellsten Köpfe häufig in die USA gehen. Diese Entwicklung ist fatal. Die Renten in Deutschland sind nicht nur dann bedroht, wenn wir zu wenig Kinder bekommen, sondern irgendwann auch dann, wenn der Vorsprung, den wir noch haben – z.B. im Maschinenbau oder in der Autoproduktion – bedroht ist. Deshalb brauchen wir aktive Familienpolitik und Kinderbetreuungsmöglichkeiten und mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung. Nur so, in der Kombination, werden wir international mit halten können. China und Indien haben fantastische Möglichkeiten, ansonsten den Weltmarkt zu dominieren. Deshalb sind naturwissenschaftliche, aber auch sozialpolitische Ideen ebenso wichtig und werden wichtiger. Die klügsten Köpfe investieren in Köpfe: auch deshalb halte ich die Ganztagsschulen für unentbehrlich. Immer noch hat die niedersächsische Regierung nicht agiert und die Mittel zur Errichtung dieser Schulen, die ja nun schon länger bereit stehen, abgefordert. Damit warten wir auch im Landkreis Harburg nach wie vor auch diese Schulform. Denn schon unsere Kinder sollten früh gefördert werden. In der Ganztagsschule haben sie die Möglichkeit, z.B. intensivere musikalische Bildung zu bekommen oder auch technische Begabungen könnten viel besser gefördert werden. Auch soziale Kompetenzen zu erwerben wird bei Einzelkindern immer wichtiger. Es stünde einfach mehr Zeit zur Verfügung. Auch der volkswirtschaftliche Schaden, der immer deutlicher wird, dass gut ausgebildete Frauen, selbst wenn sie wollen, nicht einer Berufstätigkeit nachgehen können, wird durch die Einrichtung von Ganztagsschulen minimiert, weil dann die Betreuungsmöglichkeiten besser sind. Die Förderung von Begabungen ist für die Zukunft des Landes aus meiner Sicht unerlässlich; genauso so wichtig ist es aber, in der Breite zu fördern. Es reicht natürlich nicht, wenn nur eine Spitze ausgebildet wird, und die allgemeine Bildung dafür vernachlässigt würde. Beides ist zwingend notwendig! Deshalb kann es nur darum gehen, wie im Sport oder in der Kultur zu agieren: wenn Spitzensport gefördert wird, gibt es Motivation im Breitensport, wenn es gute Orchester gibt, motiviert es Kinder, ein Instrument zu erlernen. SO muss es auch mit Bildung und Forschung laufen. Wenn wir Spitzenleistungen in Forschung und Lehre fördern, profitieren die Studenten und damit auch die Unternehmen im Land. Die Basis dafür muss bereits in der kindlichen Entwicklung gelegt werden. Schon im Kindergarten sollen neben der Betreuung auch die Möglichkeiten zum Lernen von neuen Dingen geschaffen werden: Sprache, Musik, Naturwissenschaften. Kinder sind wissbegierig. Sie brauchen eine breite Grundlage, damit sie ihre Begabungen entfalten können. Deshalb will die Bundesregierung auch Projekte für Kinder unter drei Jahren fördern. Auch das hat mit Zukunftsfähigkeit unseres Landes zu tun. Packen wir es an!
 
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