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Meine Meinung
Donnerstag, 2. März 2006
 
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10 Prozent sind genug!
Nach wie vor gibt es in Deutschland über 5 Millionen Arbeitslose. Angesichts dieser Situation klingen Wirtschaftsmeldungen der letzten Monate in den Ohren der Angestellten wie Hohn. Firmen, die riesige Gewinne einfahren, entlassen dennoch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Deutsche Telekom kann sich über eine saftige Gewinnsteigerung auf 2,8 Milliarden Euro freuen. Die Arbeitnehmer nicht: bis zu 32.000 Stellen stehen zur Disposition. Die Deutsche Bank feiert 90 Prozent mehr Gewinn. Trotzdem werden mehrere tausend Stellen abgebaut. Continental wird trotz guter Geschäfte die PKW-Reifenproduktion in Hannover schließen und AEG verlagert dorthin, wo noch billiger produziert werden kann. Und das, wo Arbeit in Deutschland zum immer rareren Gut wird. Doch die Firmen scheinen ausschließlich an ihre Geldgeber zu denken, die immer höhere Renditen verlangen, ohne zu bedenken, dass auch jemand die Produkte und Dienstleistungen kaufen können muss. Das ansehnliche Wachstum kommt dabei nicht den Arbeitnehmern zugute, obwohl erst sie diese großen Gewinne ermöglichen. Und das nicht nur durch ihre tägliche Arbeit, sondern auch durch Lohnverzicht. Die Bilanzen der letzten Jahre waren nur deshalb so gut, weil seit Einführung des Euro die Lohnstückkosten stabil geblieben sind. Im restlichen Euroraum stiegen sie dagegen um 16 Prozent. Das müsste doch eigentlich beLOHNT werden. Über Lohnerhöhungen oder Prämien redet aber fast keiner. Stattdessen heißt es Streichung von Arbeitsplätzen und Arbeitszeiterhöhung ohne Lohnausgleich. Das ist der falsche Weg! Jeder der arbeitet, übernimmt auch Verantwortung. Aber gerade deswegen darf er auch erwarten, dass der Arbeitgeber genauso für ihn Verantwortung übernimmt. Das scheint allerdings schnell vergessen, wenn es nur noch darum geht wie hoch die Rendite ist. Deshalb sollte sich jede Firma nur noch gesunde Gewinnziele setzen, die nicht auf Kosten der Angestellten erwirtschaftet werden müssen. 10 Prozent Kapitalrendite reichen! Das sollten auch die Aktionäre selbst fordern. Immerhin sind es oft genug unsere Nachbarn, Familienmitglieder, Freunde und Bekannte. Es wäre ein guter Anfang, wenn den Aktionären klar wird, welchen Anteil Finanzvorgaben an unserer Arbeitsmarktsituation haben.
 
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