Die Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn, Mitglied
im Ausschuß für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages, beurteilte
die am Mittwoch vertagte Entscheidung der EU-Kommission zur grenzüberschreitenden
Buchpreis-bindung als einen vorläufigen Sieg für den Erhalt des
Buches als Kulturgut.
"Nun muß die ab September im Amt befindliche neue
Kommission das Thema unter allen Gesichtspunkten neu behandeln.
Wir haben genug Argumente geliefert, die für den Erhalt der Preisbindung
sprechen. Der neue Wettbe-werbskommissar Mario Monti wird in einem
neuen Entscheidungsprozeß Abwägungen treffen müssen, die das Buch
nicht zum reinen Wirtschaftsgut degradieren", sagte Monika Griefahn
am Donnerstag.
Das System der grenzüberschreitenden Buchpreisbindung
zwischen Österreich und Deutschland hat sich bewährt und zu einer
großen Vielfalt, vor allen Dingen aber Bezahlbarkeit auch seltenerer
Bücher, geführt. Die SPD-Bundestags-fraktion setzt sich deshalb
auch vehement für den Erhalt der Preisbindung ein.
"Wir werden uns in den Kulturgremien der SPD und
des Bundestages weiter für den Erhalt der Preisbindung stark machen,
um die Kulturvielfalt zu erhalten", sagte Griefahn. "Nicht zuletzt
ist zu befürchten, daß auch Arbeitsplätze verloren gehen, wenn die
Preisbindung fällt. Außerdem müßten wir im Falle eines Falles ein
Preisbindungsgesetz verabschieden, um billige Reimporte zu verhindern,
die den Ladenpreis unterlaufen würden".
Es sei auch widersinnig, so Monika Griefahn, gleiche
Bücher in einem einheitlichen Sprachraum zu ungleichen Bedingungen
zu verkaufen. Die Alternative einer nationalen Preisbindung bringe
deshalb zumindest den österreichischen Buchmarkt in Gefahr, weil
dieser zu rund 80% von deutscher Produktion beliefert werde.