Monika Griefahn MdB, Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion
für die Vereinten Nationen, teilt dazu mit:
"Der soeben in London vorgelegte Bericht "Globale
Umwelt - Geo 2000" des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen
(UNEP) geht davon aus, dass es nicht mehr viel Zeit für eine Rettung
der globalen Umwelt gibt. Unser grösstess Problem ist, dass das
rasante Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum alle Erfolge und Fortschritte
bei der Bekämpfung der Umweltschäden zunichte macht. Die globale
Umwelt steht unter einem immensen Druck."
Im Oktober 1999 werden auf der Erde 6 Milliarden
Menschen leben. Die andauernde Armut der Weltbevölkerung und das
exzessive Konsumverhalten einer Minderheit sind in der Studie als
die Hauptgründe für Umweltzerstörung aufgeführt. Durch zunehmende
Naturkatastrophen, einen Höchststand an CO2-Konzentrationen in der
Luft sowie die nicht mehr aufhaltbare globale Erwärmung nimmt die
Zahl der Umweltflüchtlinge zu. Rund 22 Millionen Menschen haben
wegen der Umweltzerstörung ihre Heimat verlassen.
Monika Griefahn: "Was sich hier abzeichnet ist
nicht nur ein schwer zu behandelndes Umwelt-, sondern mehr und mehr
auch ein friedens- und sicherheitspolitisches Problem. Auch die
weiter zunehmende Trinkwasserknappheit birgt ein grosses Konfliktpotential
in sich. Hier sind schnell friedenspolitische Massnahmen zu ergreifen.
20 Prozent der Menschheit haben bereits keinen Zugang zu sauberem
Trinkwasser mehr; 50 Prozent der Weltbevölkerung besitzen keine
adäquaten sanitären Einrichtungen. Dazu kommt die Tatsache, das
bereits 39 Prozent des noch vorhandenen Waldes auf der Erde durch
Abholzung, Bergbau und grosse Bauprojekte gefährdet sind. Die Folgen
für das Weltklima sind vorhersehbar und zum Teil schon irreparabel."
Monika Griefahn forderte anlässlich des 25-jährigen
Jubiläums des Umweltbundesamtes, dass es nun endlich Zeit werde,
die vorhandenen Institutionen im Bereich des internationalen Umweltschutzes
und der Entwicklungszusammenarbeit zu bündeln. "Wir haben schon
vor 20 Jahren gefordert, die Kräfte zusammenzufassen und mit mehr
Macht auszustatten. Im Sinne eines effizienten Umwelt- und Ressourcenmanagements
brauchen wir analog zum Sicherheitsrat einen Umweltrat der Vereinten
Nationen. Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte der Umweltzerstörung
und der Entwicklung können nicht mehr getrennt voneinander betrachtet
werden. Der Exekutivdirektor von UNEP, Klaus Töpfer, scheint mit
seiner Forderung nach einem Amt für Umwelt und Entwicklung bereit
zu sein, sich in diese von vielen Nichtregierungsorganisationenen
schon lange geforderte Richtung zu bewegen. Dies verdient Unterstüzung",
sagte Monika Griefahn in Berlin. Dabei sei über die institutionelle
Form noch intensiv zu diskutieren. "Wichtig ist ein Status, der
es erlaubt, auf der internationalen Bühne effektiv handeln zu können.
Das ist nötiger als je zuvor. Ein Vorbild wäre etwa die WTO. Angesichts
der drängenden Probleme und der knapper werdenden Zeit ist ein effektives
Ressourcenmanagement auf allen Ebenen unausweichlich. Wir sollten
uns an die Arbeit machen", schlug Griefahn vor.