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Pressemitteilung 31/1999
Freitag, 17. September 1999
 
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Vereinte Nationen legen Millenium-Bericht zur globalen Umwelt vor: Klima und Umwelt werden durch Armut und Konsum zerstört

Monika Griefahn MdB, Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für die Vereinten Nationen, teilt dazu mit:

"Der soeben in London vorgelegte Bericht "Globale Umwelt - Geo 2000" des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP) geht davon aus, dass es nicht mehr viel Zeit für eine Rettung der globalen Umwelt gibt. Unser grösstess Problem ist, dass das rasante Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum alle Erfolge und Fortschritte bei der Bekämpfung der Umweltschäden zunichte macht. Die globale Umwelt steht unter einem immensen Druck."

Im Oktober 1999 werden auf der Erde 6 Milliarden Menschen leben. Die andauernde Armut der Weltbevölkerung und das exzessive Konsumverhalten einer Minderheit sind in der Studie als die Hauptgründe für Umweltzerstörung aufgeführt. Durch zunehmende Naturkatastrophen, einen Höchststand an CO2-Konzentrationen in der Luft sowie die nicht mehr aufhaltbare globale Erwärmung nimmt die Zahl der Umweltflüchtlinge zu. Rund 22 Millionen Menschen haben wegen der Umweltzerstörung ihre Heimat verlassen.

Monika Griefahn: "Was sich hier abzeichnet ist nicht nur ein schwer zu behandelndes Umwelt-, sondern mehr und mehr auch ein friedens- und sicherheitspolitisches Problem. Auch die weiter zunehmende Trinkwasserknappheit birgt ein grosses Konfliktpotential in sich. Hier sind schnell friedenspolitische Massnahmen zu ergreifen. 20 Prozent der Menschheit haben bereits keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser mehr; 50 Prozent der Weltbevölkerung besitzen keine adäquaten sanitären Einrichtungen. Dazu kommt die Tatsache, das bereits 39 Prozent des noch vorhandenen Waldes auf der Erde durch Abholzung, Bergbau und grosse Bauprojekte gefährdet sind. Die Folgen für das Weltklima sind vorhersehbar und zum Teil schon irreparabel."

Monika Griefahn forderte anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Umweltbundesamtes, dass es nun endlich Zeit werde, die vorhandenen Institutionen im Bereich des internationalen Umweltschutzes und der Entwicklungszusammenarbeit zu bündeln. "Wir haben schon vor 20 Jahren gefordert, die Kräfte zusammenzufassen und mit mehr Macht auszustatten. Im Sinne eines effizienten Umwelt- und Ressourcenmanagements brauchen wir analog zum Sicherheitsrat einen Umweltrat der Vereinten Nationen. Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte der Umweltzerstörung und der Entwicklung können nicht mehr getrennt voneinander betrachtet werden. Der Exekutivdirektor von UNEP, Klaus Töpfer, scheint mit seiner Forderung nach einem Amt für Umwelt und Entwicklung bereit zu sein, sich in diese von vielen Nichtregierungsorganisationenen schon lange geforderte Richtung zu bewegen. Dies verdient Unterstüzung", sagte Monika Griefahn in Berlin. Dabei sei über die institutionelle Form noch intensiv zu diskutieren. "Wichtig ist ein Status, der es erlaubt, auf der internationalen Bühne effektiv handeln zu können. Das ist nötiger als je zuvor. Ein Vorbild wäre etwa die WTO. Angesichts der drängenden Probleme und der knapper werdenden Zeit ist ein effektives Ressourcenmanagement auf allen Ebenen unausweichlich. Wir sollten uns an die Arbeit machen", schlug Griefahn vor.

 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de