ÜBERSICHT: Wahlkreisthemen > Presse aktuell > 1999

Pressemitteilung 32/1999
Freitag, 1. Oktober 1999
 
zurück zur Übersicht Seite 1/1
Erneuter Atomunfall in Japan macht das Mass voll. Auch westliche Länder sind nicht sicher

Monika Griefahn, SPD, zuständig für Internationale Umweltpolitik im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages, erklärt zum neuerlichen Atomunfall im Tokaimura: "Der Atomunfall am Donnerstag in Tokaimura macht erneut deutlich, dass auch Atomkraftanlagen westlichen Standards beileibe nicht sicher sind. Es muss, wie jetzt in Japan, nur eine menschliche Unvorsicht passieren, und alle Sicherheitssysteme nutzen nicht viel", sagte Monika Griefahn in Berlin.

In Tokaimura war es am Donnerstag zu einem Brand gekommen, der zur Folge hatte, dass bis zum Abend nicht klar war, ob die dadurch ausgelöste atomare Kettenreaktion zu stoppen ist. Die Strahlenbelastung der Umgebung stieg zunächst auf das sieben- bis zehnfache des Normalwertes, am Abend war sie bereits so hoch wie die einer Atombombe. Die Verstrahlung von Menschen und die Evakuierung von Wohnhäusern war damit unvermeidlich. Der Unfall in Tokaimura war nicht der erste; bereits 1997 wurden bei einer Explosion 37 Arbeiter leicht verstrahlt. Auch in anderen japanischen Atomkraftwerken kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Unfällen und in diesem Jahr gab es bereits mehr Unfälle als im gesamten letzten Jahr.

"Wir sollten diesen erneuten Zwischenfall in einem nach westlichen Sicherheitsstandards gebauten Atomkomplex zum Anlass nehmen, hier bei uns, aber auch im benachbarten Europa, endlich aus der Atomkraft auszusteigen. Es kann keinen besseren Beweis für die letztlich unzulängliche Sicherheit unserer Atomkraftwerke geben als die zahlreichen japanischen Vorfälle. Menschliches Versagen wie jetzt in Tokaimura ist nie auszuschliessen und daher sind die Folgen nicht zu kalkulieren. Die Technik ist nicht fehlerfreundlich. Das Risiko eines Unfalls ist einfach zu gross, als dass wir uns noch lange streiten sollten, wie der deutsche Atomausstieg zu gestalten sei. Auch die Finanzierung von Atomstromkapazitäten in Osteuropa, namentlich in der Ukraine, aber beispielsweise auch in der slowakischen Republik und in der Türkei ist nicht mehr zu verantworten", forderte Monika Griefahn.

 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de