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Pressemitteilung 06/2000
Donnerstag, 9. März 2000
 
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Der SPD-Gesundheitsexperte Hubertus Heil MdB und Monika Griefahn MdB besuchten das Fachkrankenhaus Hansenbarg in Hanstedt und diskutierten anschließend mit den Guttemplern in Tostedt über Suchtprävention

Der SPD-Gesundheitsexperte Hubertus Heil MdB aus Peine und die heimische Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn informierten sich über die Arbeit des Fachkrankenhauses Hansenbarg in Hanstedt. Mit von der Partie waren auch Ruth Zuther, die Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses im Kreistag, und Traute Müller, die SPD-Fraktionsvorsitzende im Samtgemeinderat Hanstedt.

Das Fachkrankenhaus ist eine Entwöhnungsklinik für Alkohol- und Medikamenten-abhängige. Der Leiter des Fachkrankenhauses, der Nervenarzt Dr. Gerhard Lempke, stellte auf einem Rundgang fachkundig die Einrichtung und die Arbeit des Hauses vor.

Das Fachkrankenhaus Hansenbarg wird von der staatsnahen Hamburger Alida-Schmidt-Stiftung getragen und beschäftigt rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darunter sind 2½ Arztstellen und 10 Therapeutenstellen. Kennzeichnend für das Fachkrankenhaus mit rund 80 Therapieplätzen ist die familiäre Atmosphäre, die die Therapie unterstützt. Auch nach einer erfolgreichen Entziehungskur halten viele Ehemalige Kontakt zu der Einrichtung, so z.B. bei den regelmäßig stattfindenden Flohmärkten und den Ehemaligentreffen.

Das Krankenhaus nimmt vorwiegend Patienten aus Hamburg sowie den Landkreisen Harburg, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Soltau-Fallingbostel und Stade auf. Dies hat den Vorteil, dass der Kontakt zu den Angehörigen auch während der Therapie aufrecht erhalten werden kann. Viele der Patienten haben bereits eine ambulante Therapie hinter sich oder werden von ihrem Arbeitgeber zur Entziehungskur angehalten. Ein Problem sind vor allem die Mehrfachabhängigkeiten einiger Patienten. Außerdem führe der Alkoholmissbrauch nicht selten zu gravierenden gesundheitlichen - körperlichen und geistigen - Beeinträchtigungen, die erst nach längerer Zeit zurückgingen oder zum Teil sogar irreparabel seien.

Als ein Problem erwies sich die zu kurze Therapiedauer von sechs bis acht Wochen für eine Entziehungskur, während es vor ein paar Jahren noch zwölf bis sechzehn Wochen waren. Die kürzere Therapiedauer erhöhe die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls und damit letztendlich auch die volkswirtschaftlichen Kosten. Der SPD-Gesundheitsexperte Hubertus Heil und Monika Griefahn sagten zu, sich für die Überprüfung der Therapiedauer einzusetzen.

Anschließend diskutierten die SPD-Bundestagsabgeordneten Hubertus Heil und Monika Griefahn mit den Guttemplern in der alten Schule in Wistedt über das Thema Suchtprävention und Gesundheitsreform.

Der Gesundheitsexperte Hubertus Heil MdB stellte die Maßnahmen vor, die die Bundesregierung seit 1998 auf den Weg gebracht hat. Besonders hervorzuheben sind dabei die finanzielle Unterstützung von Präventionsgruppen. Dieser Etat ist im ersten Anlauf auf 4 Millionen Mark erhöht worden und soll weiter steigen. Der Bundestag hat ein Programm für betreute Drogenräume auf den Weg gebracht, um auch den Schwerstabhängigen zu helfen. Immer noch unterschätzt werden aber die legalen Drogen. Bei rund 40.000 Alkoholtoten pro Jahr bundesweit sei es notwendig, auch zu prüfen, ob die Werbung dafür eingeschränkt werden könne. Die Kampagne „Keine Macht den Drogen“ habe jedenfalls dies Aufgabe nicht erfüllt.

Insgesamt ist das deutsche Gesundheitssystem jedoch eines der besten der Welt. Dies zeigt sich, wenn man es z.B. mit dem maroden englischen Staatssystem oder dem privaten teuren amerikanischen System vergleicht. Die Gesundheitsreform sei notwendig gewesen, da tatsächlich 30 % der Leistungen überflüssig seien und die Verteilung für die übrigen Mittel bislang nicht optimal funktioniert habe.

Die aktuelle Gesundheitsreform sieht dennoch mehr Geld für die Gesundheitspolitik vor als im Vorjahr. Mit dem Globalbudget werden die zur Verfügung stehenden Mittel entsprechend den Einnahmen weiter wachsen. Die Anbindung der Ausgaben an die Grundlohnentwicklung bedeutet bei einem durchschnittlichen Grundlohnanstieg von ca. 2 % pro Jahr jedes Jahr ca. 5 Milliarden DM mehr im System. Es kann also keine Rede von einer Kürzung der Finanzmittel sein.

 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de