Anläßlich eines Gesprächs, das der
niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel und der Vorstandsvorsitzende
der Deutschen Bahn AG Hartmut Mehdorn am Montag in Berlin geführt
haben, wurde unter anderem Folgendes vereinbart (vgl. die diesbezügliche
Presseinformation Nr. 94 der Niedersächsischen Staatskanzlei):
"Zwischen Hamburg und Lüneburg wird
ein drittes Gleis gebaut, um die vorhandenen Kapazitätsengpässe
zu beseitigen. Die Bahn beginnt sofort mit der Planung, das Land
finanziert die Planungskosten bis zum Jahr 2003 vor."
Weiterhin haben Land und Bahn vereinbart,
eine gemeinsame Clearingstelle einzurichten, durch die Infrastrukturmaßnahmen
und Fahrplanfragen besser koordiniert werden sollen. Für das Land
Niedersachsen wird die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium,
Birgit Grote, in diese Clearingstelle entsandt.
Durch gemeinsame Anstrengungen des
Bundesverkehrsministers Reinhard Klimmt, der niedersächsischen Landesregierung,
des SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Peter Struck, der SPD-Bundestagsabgeordneten
Monika Griefahn, der SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Harden, Silva
Seeler und Brigitte Somfleth sowie der SPD-Kreistagsfraktion war
es gelungen, das Verkehrsprojekt 3. Gleis entscheidend voranzubringen.
Durch das von Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt im Februar
dieses Jahres vorgelegte Anti-Stau-Programm ist die Finanzierung
des 3. Gleises zwischen Stelle und Lüneburg in Höhe von 360 Millionen
DM gesichert. Die Planungen der Bahn für das 3. Gleis laufen; schon
am 25.02.1999 wurde der Scopingtermin (Auftakt der Umweltverträglichkeitsprüfung)
durchgeführt. Die Bahn will die Planungen jetzt beschleunigt voranbringen.
Die örtlichen Landtagsabgeordneten haben erreicht, dass das Land
die Kosten des Planfeststellungsverfahrens vorfinanziert. Damit
stehen die Chancen gut, dass das Verkehrsprojekt die nötige Baureife
(abgeschlossenes Planfeststellungsverfahren) erreicht hat, wenn
ab 2003 Gelder über das Anti-Stau-Programm zur Verfügung gestellt
werden.
Weiterhin hat das Land Niedersachsen
im Zuge der Beteiligung der Länder bei der Aufstellung eines neuen
Bundesverkehrswegeplans auch den Weiterbau des 3. Gleises zwischen
Lüneburg und Uelzen für den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans
angemeldet. Ein weiterer dreigleisiger Ausbau bis Uelzen ist in
Zusammenhang zu sehen mit der Ausbaustrecke Uelzen - Salzwedel -
Stendal, die im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr.
2 schon im jetzt gültigen Bundesverkehrswegeplan enthalten ist.
In der 2. Baustufe soll diese Strecke zweigleisig elektrisch ausgebaut
werden.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika
Griefahn bewertet den Bau des 3. Gleises bis Lüneburg und die angedachte
Verlängerung bis Uelzen als "weitere Meilensteine in der Verbesserung
der norddeutschen Schieneninfrastruktur". Das 3. Gleis und die Ausbaustrecke
Uelzen-Stendal verbessern die Anbindung der Region an die Hauptstadt
Berlin.
Neu und von hervorragender Bedeutung
für die Region ist auch, dass die Bahn erwägt, eine neue Interregiolinie
von Hamburg über Lüneburg, Uelzen und Stendal nach Berlin und weiter
bis nach Dresden einzurichten. Nach dem Wegfall der Interregiohalte
in Winsen hätten die Bewohner des Landkreises dann in Harburg und
Lüneburg Anschluß an diese Interregiolinie. Monika Griefahn: "Es
wäre eine deutliche Verbesserung für den Landkreis Harburg, wenn
der Personenfernverkehr von und nach Berlin nicht ausschließlich
über die nördliche Trasse (Büchen) läuft, sondern um eine südliche
Trasse ergänzt wird. Für die Einrichtung dieser Interregioverbindung
werde ich mich stark machen."