Monika Griefahn MdB, Vorsitzende des Ausschusses
für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages, erklärt zu den
Bundesvorschlägen zur Reform der Deutschen Welle:
"Die jetzt bekannt gewordenen Vorschläge des Bundes zur Neugestaltung
der Deutschen Welle enthalten einige bemerkenswerte Vorschläge.
Ich kann jedoch nicht erkennen, dass sie gebotene Staatsferne des
Senders in irgend einer Weise beeinträchtigt wäre. Sie wird nach
wie vor erhalten bleiben"
Monika Griefahn betonte, dass Strukturänderungen
im Sender aber unvermeidlich seien, wenn die Deutsche Welle in der
auswärtigen Kulturpolitik weiter die Rolle spielen wolle, für die
sie eingerichtet wurde. "Angesichts der neuen Medientechnologien,
vor allem der Verbreitung des Internets, ist zu überlegen, wie dieses
in Zukunft für die Ziele der auswärtigen Kulturpolitik einzusetzen
ist. Hier unterbreitet das Papier bedenkenswerte Vorschläge. Man
sollte sie nicht in Bausch und Bogen verurteilen", sagte Griefahn.
Die Vorschläge des Bundes werden nun die Diskussionsgrundlage
für weitere Konsultationen bilden. Das veränderte internationale
Umfeld sowie die Neukonzeption der auswärtigen Kulturpolitik insgesamt
werden auch nicht an der Deutschen Welle vorübergehen. "Der Sender
wird sich auf neue und andere Erfordernisse der medialen Aussendarstellung
Deutschlands einstellen müssen. Die Bedürfnisse der Zielgruppen
sollten beispielsweise viel stärker berücksichtigt werden. Eine
Kooperation mit den öffentlich-rechtlichen Anstalten bietet preisgünstigere
Alternativen zum gegenwärtigen Programm. Strukturell und inhaltlich
muss auf neue Herausforderungen eingegangen werden", meinte Griefahn
zur anvisierten Richtungsänderung der Deutschen Welle.