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Pressemitteilung 29/2000
Dienstag, 19. Dezember 2000
 
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Offenbar ungehinderte Verbreitung rechtsextremistischer Musiktitel über die Internet-Musikbörse Napster

Monika Griefahn, Vorsitzende des Bundestagsauschusses für Kultur und Medien und Sprecherin der Arbeitsgruppe "Unterausschuß Neue Medien" der SPD-Bundestagsfraktion zu Meldungen über Napster:

"Laut Auskunft des niedersächsischen Verfassungsschutzes hat sich die Internet Musikbörse Napster, an der der Bertelsmann-Konzern beteiligt ist, inzwischen zu einer zentralen Plattform für den Austausch rechsextremistischer Musik entwickelt. Diese Tauschbörse hat dafür gesorgt, daß inzwischen alle indizierten und strafbewährten Musiktitel unbehelligt getauscht werden könnten. Der Hinweis des Bertelsmann-Konzerns, bei Napster handele es sich lediglich um eine technische Plattform, eine inhaltliche Prüfung würde nicht vorgenommen und es sei ungewiß, ob eine neue Napster-Software die Möglichkeit böte, Titel zu klassifizieren, ist äußerst unbefriedigend. Einerseits kann niemand ernsthaft verlangen, daß jeder einzelne über Napster getauschte Musiktitel einer gesonderten Prüfung unterzogen wird. Andererseits ist es aber die Pflicht der Verantwortlichen, alle technischen Möglichkeiten auszuschöpfen bzw. sorgfältig zu prüfen, um den Tausch rechtsextremistischer Musiktitel wirkungsvoll zu bekämpfen.

Bertelsmann ist aufgefordert zu erklären, welche Maßnahmen das Unternehmen jetzt zu ergreifen gedenkt. Der lapidare Verweis auf die gängige Praxis ist jedenfalls zu wenig. Desweiteren brauchen wir umgehend internationale Abkommen, um die Verbreitung rechtstextremer Musiktitel und -gruppen auch aus dem Ausland zu unterbinden".

 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de