Monika Griefahn wird vom 22. April
bis 1. Mai 2001 eine Delegation des Ausschusses für Kultur und Medien
des Deutschen Bundestages nach Indien und Nepal leiten. Die Reise
steht im Zeichen des "Jahres des Dialogs zwischen den Kulturen",
das für dieses Jahr von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde.
Monika Griefahn: "Der kulturelle
Dialog wird ein bestimmendes Strukturmerkmal auswärtiger Kulturpolitik,
nicht nur der deutschen, sein. Fast alle Konflikte, die derzeit
in der Welt stattfinden, haben ethnische oder religiöse und damit
kulturelle Hintergründe. Der Aufbau von Dialogstrukturen in den
internationalen Kulturbeziehungen dient der Prävention von Konflikten;
das gegenseitige Verstehen, der Austausch können dazu beitragen,
dass Konflikte in Vorfeld erkannt und verhindert werden. Diesen
Zielen dient die Reise. Wir wollen die Dialogfähigkeit zwischen
"dem Westen" und asiatischen Partnern fördern und voneinander lernen.
Dabei geht es uns auch darum, andere Einstellungen zu Konflikten
und deren kulturelle Hintergründe kennen zu lernen. Indien liefert
dafür gute Beispiele. In Nepal erwarten wir wieder andere Einsichten
aus dem buddhistischen Kontext.
Ich gehe davon aus, dass wir auch
in Europa zunehmend mit kulturellen Konflikten zu rechnen haben.
Die auswärtige Kulturpolitik, aber auch die allgemeine Außenpolitik
haben mit veränderten Konfliktstrukturen umzugehen. Der Stabilitätspakt
für den Balkan zeigt, dass die Einbeziehung kulturpolitischer Maßnahmen
für die Befriedung eines Konfliktes erfolgreich sein kann. Der Dialog
über Unterschiede und Gemeinsamkeiten hat sich als hilfreich erwiesen.
Wir brauchen mehr solche Beispiele in den internationalen Beziehungen,
denn die Durchsetzung von Menschenrechten und Demokratisierung und
kultureller Dialog sind vorrangige Ziele unserer Politik. Die Kultur
hat ein großes Potenzial für Prävention und Friedenskonsolidierung.
Dieses gilt es zu nutzen."