Monika Griefahn, SPD-Bundestagsabgeordnete
aus Buchholz, setzt sich für verbesserten Lärmschutz an bestehenden
Schienenstrecken und Neu- und Ausbaustrecken der Bahn ein und fordert
die Verbesserung des Nahverkehrs im nördlichen Niedersachsen.
In einer gemeinsamen Pressemitteilung
von Bahnchef Hartmut Mehdorn und der Niedersächsischen Wirtschafts-
und Verkehrsministerin Dr. Susanne Knorre vom 11. Dezember 2001
wurde bekannt gegeben, dass die Deutsche Bahn mit der Vorentwurfsplanung
für die so genannte Y-Trasse beginnt und dass die niedersächsische
Landesregierung und die Bahn der Y-Trasse eine sehr hohe Planungs-
und Baupriorität geben.
Nach der Umweltverträglichkeitsprüfung
endete das Raumordnungsverfahren im März 2001 bekanntlich mit einer
Empfehlung für die Trassenvariante 1. Der Bahnvorstand hat jetzt
Finanzmittel für die Vorentwurfsplanung der Y-Trasse freigegeben.
Damit rückt das Planfeststellungsverfahren näher, das 2004 eingeleitet
werden könnte. Bahnchef Hartmut Mehdorn rechnet jedoch mit einem
Baubeginn "voraussichtlich nicht vor 2010". Voraussetzung dafür
ist unter anderem die bisher noch nicht sichergestellte Finanzierung
des Milliardenprojekts.
In der Pressemitteilung von Bahn
und Wirtschaftsministerium heißt es:
"Sowohl das Land Niedersachsen
als auch die Bahn bevorzugen dem Ergebnis des Raumordnungsverfahrens
entsprechend eine Trassenführung parallel zur Bundesautobahn A 7/
A27 etwa bis westlich von Walsrode. Der "Bremer Ast" soll an die
Bahnstrecke Uelzen - Langwedel westlich von Visselhövede anschließen
und als Ausbaustrecke bis Langwedel geführt werden. Der "Hamburger
Ast" soll im Bereich des Bahnhofs Lauenbrück an die Bahnstrecke
Bremen - Hamburg anschließen.
Im Rahmen der Vorentwurfsplanung
sollen u. a. Machbarkeitsstudien für den Streckenverlauf unter Berücksichtigung
der landesplanerischen Feststellung aus dem Raumordnungsverfahren
erstellt werden. Darauf aufbauend werden dann umfangreiche und detaillierte
Planfeststellungsunterlagen erarbeitet. Mit der Einleitung der Planfeststellungsverfahren
wird etwa 2004 gerechnet."
Die örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete
Monika Griefahn hatte schon in der Vergangenheit wiederholt darauf
hingewiesen, dass der alte Bundesverkehrswegeplan mit rund 100 Milliarden
DM unterfinanziert ist und dass die Finanzierung der mindestens
2,5 Milliarden DM teuren Y-Trasse bislang nicht gesichert ist. Daran
hat sich auch nichts geändert. Allerdings scheint nicht mehr ausgeschlossen,
dass die Y-Trasse aufgrund der Prioritätensetzung des Landes und
der Bahn auch im vermutlich 2003 zu verabschiedenden neuen Bundesverkehrswegeplan
enthalten sein wird. Die Y-Trasse war schon 1992 von der alten CDU/FDP-Bundesregierung
in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden.
Die den Landkreis Harburg betreffenden
Trassenvarianten 2 (Anschluss im Raum Tostedt) und 3 (Anschluss
im Bereich Ashausen, Stelle oder Maschen) sind nach dem Raumordnungsverfahren
definitiv aus dem Rennen. Das bedeutet, dass im Zusammenhang mit
der Y-Trasse nicht mit dem Neubau von Gleisen im Landkreis Harburg
zu rechnen ist. Allerdings könnte sich bei der Realisierung der
Y-Trasse ein erhöhtes Zugaufkommen auf der Bremer Bahnstrecke (Harburg
- Buchholz - Tostedt - Scheeßel - Lauenbrück - Rotenburg / Wümme
- Bremen) ergeben, weil einige Züge des Fernverkehrs von der Hannoveraner
Strecke (Harburg - Winsen - Lüneburg - Uelzen - Celle - Hannover)
auf die Bremer Bahnstrecke verlegt würden. Ungleich stärker betroffen
ist der Landkreis Soltau-Fallingbostel.
Insgesamt rechnen Bahn und niedersächsisches
Verkehrsministerium - mit oder ohne Y-Trasse - mit stark wachsenden
Verkehrsmengen sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr.
Auch wenn eine Realisierung der
Y-Trasse immer noch fraglich und zeitlich in weiter Ferne scheint,
fordert Monika Griefahn, dass schon im Planfeststellungsverfahren
die Belange der Menschen in den Landkreisen Harburg und Soltau-Fallingbostel
umfassend berücksichtigt werden. Dazu gehören die Minimierung der
Beeinträchtigung von Natur und Landschaft bei der Feintrassierung
und dem Bau, Ausgleichsmaßnahmen, konsequenter Lärmschutz an den
Neubaustrecken, verbesserter Lärmschutz an stärker frequentierten
schon bestehenden Strecken und eine bessere Verkehrsanbindung des
ländlichen Raumes.