Stellungnahme
von Monika Griefahn MdB zu verschiedenen Verkehrsprojekten im Rahmen
der Planungen und Beratungen zur Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans
1. Der Bau des 3. Gleises zwischen
Stelle und Lüneburg
Höchste Priorität für die Verkehrspolitik
im Landkreis Harburg hat der Bau des 3. Gleises zwischen Stelle
und Lüneburg (Bahnstrecke Hamburg-Harburg - Winsen - Lüneburg -
Uelzen - Celle - Hannover). Dieser Schienenabschnitt ist hoch frequentiert
und an der Grenze seiner Kapazität angelangt, was zur Verspätungsanfälligkeit
des Zugverkehrs führt. Die Finanzierung des Verkehrsprojekts "3.
Gleis" in Höhe von 383 Millionen Mark ist durch das Anti-Stau-Programm
sichergestellt. Das Land Niedersachsen finanziert das Planfeststellungsverfahren
teilweise vor.
In jedem Fall sollte das Verkehrsprojekt
auch als "Vordringlicher Bedarf" im Bundesverkehrswegeplan abgesichert
werden, sofern dies nicht eh bei allen Projekten vorgesehen ist,
die Bestandteil des Anti-Stau-Programms sind.
2. Die "Y-Trasse"
Seit 1992 ist die sogenannte "Y-Trasse"
im Bundesverkehrswegeplan als "Projekt Nr. 22 - Neue Vorhaben -
ABS/NBS Hamburg / Bremen-Hannover" enthalten. In der Region wird
das Projekt mit gemischten Gefühlen gesehen, weil es im Wesentlichen
dem Fernverkehr zugute kommt und Lärmbelästigungen sowie Beeinträchtigungen
von Natur und Landschaft befürchtet werden. In einer gemeinsamen
Pressemitteilung von Bahnchef Hartmut Mehdorn und der Niedersächsischen
Wirtschafts- und Verkehrsministerin Dr. Susanne Knorre vom 11. Dezember
2001 wurde bekannt gegeben, dass die Deutsche Bahn mit der Vorentwurfsplanung
für die so genannte Y-Trasse beginnt und dass die niedersächsische
Landesregierung und die Bahn der Y-Trasse eine sehr hohe Planungs-
und Baupriorität geben. Nach der Umweltverträglichkeitsprüfung endete
das Raumordnungsverfahren im März 2001 bekanntlich mit einer Empfehlung
für die Trassenvariante 1. Der Bahnvorstand hat jetzt Finanzmittel
für die Vorentwurfsplanung der Y-Trasse freigegeben. Damit rückt
das Planfeststellungsverfahren näher, das 2004 eingeleitet werden
könnte. Bahnchef Hartmut Mehdorn rechnet jedoch mit einem Baubeginn
"voraussichtlich nicht vor 2010". Voraussetzung dafür ist unter
anderem die bisher noch nicht sichergestellte Finanzierung des Milliardenprojekts.
Auch wenn eine Realisierung der Y-Trasse immer noch fraglich und
zeitlich in weiter Ferne scheint, ist zu fordern, dass schon im
Planfeststellungsverfahren die Belange der Menschen in den Landkreisen
Harburg und Soltau-Fallingbostel umfassend berücksichtigt werden.
Dazu gehören die Minimierung der Beeinträchtigung von Natur und
Landschaft bei der Feintrassierung und dem Bau, Ausgleichsmaßnahmen,
konsequenter Lärmschutz an den Neubaustrecken, verbesserter Lärmschutz
an stärker frequentierten schon bestehenden Strecken und eine bessere
Nahverkehrsanbindung des ländlichen Raumes, z.B. durch Taktverkehre.
Sollte es tatsächlich zu einer
Realisierung der Y-Trasse kommen, ist aus meiner Sicht besonderen
Wert auf Lärmschutz entlang der Neubau- und Ausbaustrecken sowie
auf nachträglichen Lärmschutz an den stärker frequentierten schon
vorhandenen Strecken zu sorgen. Eine Verbesserung des Nahverkehrs
ist hier wünschenswert; der Nahverkehr auf der Bremer Strecke darf
nicht leiden, sondern muss im Gegenteil verbessert werden.