Monika Griefahn MdB, Berichterstatterin
der SPD-Bundestagsfraktion für die Auswärtige Kulturpolitik nimmt
zum gestern im Ausschuss für Kultur und Medien vorgestellten Reformkonzept
von Staatsminister Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin Stellung:
"Die Reformvorschläge von Staatsminister
Nida-Rümelin weisen in die Zukunft. Nun liegt ein Konzept vor, dass
die langjährige Debatte um die Verbesserung der medialen Aussenrepräsentanz
der Bundesrepublik aufnimmt und in konkrete Vorschläge umsetzt.
Damit ist ein großes Reformvorhaben der Bundesregierung auf den
Weg gebracht.
Die SPD-Fraktion, aber auch das
Parlament, begrüßen, dass viele ihrer Vorschläge Eingang gefunden
haben. Ein zentraler Punkt ist neben der eine viel stärkere Orientierung
auf den Dialog der Kulturen, d.h. eine Umsetzung des Konzeptes der
"Zweibahnstrasse", wie sie in der Konzeption 2000 in der Auswärtigen
Kulturpolitik verfolgt wird. Ich begrüße dies sehr. Daneben wird
von beiden Seiten, Deutsche Welle und Staatsminister, eine Konkretisierung
der Aufgabenstellung sowie die Reform des Programmauftrages in Angriff
genommen, Dies war unbedingt nötig, da der Programmauftrag der Deutschen
Welle nicht mehr zeitgemäß war. Zielgruppen und Zielregionen werden
neu bestimmt und schärfer gefasst Dabei sollen drei Aufgaben besonders
spezifiziert werden: Die Ansprache der Deutschsprechenden im Ausland,
die der Multiplikatoren sowie die Rolle als Kompensationsradio in
Krisengebieten für die Entwicklung von Zivilgesellschaft. Dazu wird
auch angestrebt, die technische Umsetzbarkeit und Erreichbarkeit
zielgruppenspezifisch zu reformieren (Radio, TV, Internet). Wichtig
ist, dass die Finanzierung der Deutschen Welle in Zukunft verstetigt
werden soll.
Ich habe auf all diese Punkte in
den letzten 2-3 Jahren immer wieder hingewiesen und finde insbesondere
die Dialogorientierung und die zielgruppengerechtere Ausrichtung
einen wichtigen Schritt. Auch, dass die Online-Präsenz nun nicht
nur konkretisiert, sondern im Programmauftrag fixiert werden soll,
ist richtig und nötig.
Mit dem vorgelegten Konzept wird
die Deutsche Welle für kommende Aufgaben besser gestellt sein als
bisher. Die Rahmenbedingungen der Deutschen Welle werden in einem
breit angelegten Meinungsbildungsprozeß zwischen Parlament, Regierung
und Deutscher Welle neu gestaltet werden, so dass das ambitionierte
Ziel einer umfassenden Reform in der nächsten Legislaturperiode
zügig umgesetzt werden kann."