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Pressemitteilung 15/2002
Dienstag, 2. Juli 2002
 
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21 Ziele für das 21. Jahrhundert: Die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung für eine nachhaltige Entwicklung, Perspektiven für ein zukunftsfähiges Deutschland im 21. Jahrhundert
Monika Griefahn MdB referierte und diskutierte in Stelle

Nachhaltigkeit ist also eine gesellschaftliche Perspektive, sie hat nicht eine Perspektive, sie ist eine! Wir müssen dazu beitragen, dass wir, um mit den Worten von Margot Käßmann zu sprechen, "Begeisterung für Nachhaltigkeit und begeisternde Nachhaltigkeit" erreichen. Dafür will ich mich einsetzen.

Volker Hauff, der Vorsitzende des Rates für nachhaltige Entwicklung, hat davon gesprochen, dass die Debatte um Nachhaltigkeit auch die Wünsche, Träume, Fragen und Ängste der Menschen umfassen müsse. Es soll ein lebendiges Bild entstehen, das von Kreativität, Aufbruch und Kommunikation geprägt ist.

Deshalb setze ich mich auch sehr dafür ein, dass die Kultur bei alle dem nicht zu kurz kommt. In der Strategie der Bundesregierung findet sie keinen oder nur geringen Eingang.

Die kulturellen Grundlagen der Nachhaltigkeit werden zu wenig mitgedacht. Zu einer Konzeption nachhaltiger Politik gehört auch eine Kultur der Nachhaltigkeit. Auch die Kulturpolitik muss stärker auf die Themen der Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Es ist also eine kulturpolitische Erweiterung des Nachhaltigkeitsdiskurses vonnöten.

Eine erste Initiative dazu waren die "Toblacher Thesen", verabschiedet vom Ökoinstitut Tirol, die versuchen, die Nachhaltigkeitsdebatte um die Dimensionen der Ästhetik, der Werte und der Lebensstile zu erweitern.

1998 befand die UNESCO-Konferenz zu Kultur und Entwicklung, dass die Nachhaltige Entwicklung die Grundlage für den Erhalt und die Förderung der kulturellen Vielfalt darstellt. Kultur soll, so das "Tutzinger Manifest", als querliegende Dimension der Nachhhaltigkeit etabliert werden und damit die drei "klassischen Dimensionen", Ökologie, Ökonomie und Soziales, erweitern. Denn eine Zukunftsperspektive kann, global gesehen, heute nur gemeinsam gesichert werden; die Globalisierung braucht den Dialog der Kulturen.

Eines ist klar: um nachhaltig agieren zu können, bedarf es der Ausprägung von Wissen, es bedarf der Fähigkeit, Probleme zu erkennen und sie zu lösen, es muss ethisch gehandelt werden. Dies sind Aufgaben für Bildung, Ausbildung und berufliche Qualifikation und sie beruhen auf den kulturellen Werten und den Traditionen, die in einer Gesellschaft herrschen. Lebensstile und Religion tragen das ihre dazu bei. Ohne Kultur geht es also nicht.

Ich wünsche mir also, dass die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung vor Ort, in den lokalen Agendagruppen und vor allem auch in der lokalen Wirtschaft, aufgenommen wird und weitere Schritte auslöst. Der Gipfel von Johannesburg bietet dazu eine gute Gelegenheit, denn es wird explizit dazu aufgerufen, dass gesellschaftliche Gruppen, also auch die Wirtschaft, sich in Partnerschaften und Kooperationen begeben. Machen Sie davon regen Gebrauch.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit."

 
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