Monika
Griefahn MdB, neugewähltes Mitglied im erweiterten Fraktionsvorstand
der SPD-Bundestagsfraktion, zu den Beschlüssen des Koalitionsvertrages
und den Auswirkungen auf die Gemeindefinanzen:
"Der rot-grüne Koalitionsvertrag macht zunächst einige grundsätzliche
Aussagen zur zukünftigen Gestaltung der Gemeindefinanzen. So sollen
schrittweise die Zuständigkeiten der einzelnen staatlichen Ebenen
entflochten werden, um Entscheidungen transparenter machen. Die finanziellen
Auswirkungen von Bundesgesetzen auf die Kommunen werden überprüft
und die Finanzkraft der Kommunen wird verstärkt und auf eine breitere
Basis gestellt. Das Konnexitätsprinzip ("Wer die staatliche Aufgabe
beschließt, der zahlt auch") wird im Rahmen des bundesstaatlichen
Ausgleichs berücksichtigt werden.
Wesentlich wird sein, die Beziehungen der örtlichen Wirtschaft zur
jeweiligen Gemeinde zu stärken. Dazu wird es eine tragfähige Gewerbesteuerreform
geben. Diese wird elementarer Bestandteil der Gemeindefinanzreform
sein. Zusätzlich soll das Gewerbesteueraufkommen dort anfallen, wo
es erwirtschaftet wird. Das bedeutet, dass zukünftig die bisher mögliche
Verrechnung von Gewinnen oder Verlusten zwischen Tochter und Muttergesellschaft
bei der Bemessung der Gewerbesteuer entfallen soll ("gewerbesteuerliche
Organschaft"). Das steuermindernde Verschieben von Gewinnen und Verlusten
hört damit auf und es entfällt eine der wichtigsten Ursachen für die
Einbrüche bei der Gewerbesteuer.
Daneben wird es einzelne Maßnahmen geben, die Auswirkungen auf die
Kommunen haben: das Programm "Soziale Stadt" wird fortgesetzt, verstetigt
und ressortübergreifend und mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen
besser vernetzt. Die geplante Zusammenführung von Arbeitslosen- und
Sozialhilfe wird die Ergebnisse der Kommission zur Reform der Gemeindefinanzen
berücksichtigen. Schließlich wird das Schließen weiterer Steuerschlupflöcher,
der Abbau von Steuersubventionen sowie die Verbreiterung der Bemessungsgrundlagen
zu einer Verbesserung des finanziellen Rahmens auch für die Kommunen
führen.
Insgesamt sieht das vorläufige Finanztableau in den kommenden Jahren
folgende Mehreinnahmen der Kommunen aus steuerlichen Mitteln vor:
2003: 618 Mio. €; 2004: 2418 Mio. €; 2005: 4705 Mio. € und 2006: 4354
Mio. €.
Diese Mehreinnahmen brauchen unsere Städte und Gemeinden dringend.
Die Diskussion sollte dringend beachten, dass diese Maßnahmen in der
schwierigen finanziellen Situation der Kommunen unabdingbar sind."