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Pressemitteilung 02/2003
Mittwoch, 29. Januar 2003
 
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Monika Griefahn MdB und Silva Seeler MdL besuchten Waldklinik Jesteburg

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn und die SPD-Landtagsabgeordnete Silva Seeler besuchten jetzt die Waldklinik Jesteburg zu einem Gespräch mit der Klinikleitung. Für die Waldklinik nahmen an dem Gespräch Herr Dr. Hans-Heinrich Aldag (Geschäftsführer der Klinik), Herr Aldag senior und Herr Dr. Hans-Peter Neunzig (Ärztlicher Leiter der Klinik) teil. Herr Dr. Neunzig ist zugleich in der "Arbeitsgemeinschaft Neurologische Frührehabilitation in Niedersachsen und Bremen" aktiv.

Der neue Anbau der Waldklinik Jesteburg
Auf dem Foto vor dem neuen Anbau
der Waldklinik sind zu sehen (v.l.n.r.):
Dr. Hans-Peter Neunzig, Silva Seeler MdL,
Monika Griefahn MdB, Herr Aldag senior
und Dr. Hans-Heinrich Aldag.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Silva Seeler hat sich in der Vergangenheit immer wieder für die Waldklinik stark gemacht. Mit einer Förderung des Landes Niedersachsen allein 2002 in Höhe von 1.329.353 Euro kann demnächst ein neuer Anbau der Waldklinik fertig gestellt werden; schon in der Vergangenheit sind mehrmals Landesmittel in den Aus- und Umbau der Waldklinik geflossen, insgesamt ca. 5 Millionen Euro. Deshalb ist das Interesse am Weiterbestehen der Klinik groß.

Herr Dr. Hans-Heinrich Aldag stellte zunächst klar, dass Gerüchte, die Klinik stehe vor dem Aus, jeder Grundlage entbehrten. Es gebe jedoch ab 2004 die Existenz der Klinik bedrohende Probleme mit dem Fallpauschalensystem in dem speziellen Bereich der neurologischen Frührehabilitation, die der Tätigkeitsschwerpunkt der Waldklinik Jesteburg sei. Herr Dr. Neunzig ergänzte, der derzeitige Fallpauschalenkatalog bilde die neurologische Frühreha nicht ab, sondern bisher nur die Akutversorgung. In der neurologischen Frühreha seien die Patienten rund um die Uhr pflegebedürftig. Aufwand und Verweildauer der Patienten sei unabhängig von deren Diagnose, sondern abhängig vom Schweregrad einer Erkrankung und dem Umfang der Funktionsstörungen. Die Verweildauer liege im Durchschnitt bei 60 Tagen, sie schwanke aber zwischen einer Woche und über einem Jahr. Maximalziel sei die Herausnahme der neurologischen Frühreha aus dem DRG-System und die weitere Abrechnung nach Tagessätzen.

Herr Dr. Neunzig äußerte weiterhin die Befürchtung, Akutkrankenhäuser könnten in einem neuen Abrechnungssystem mit wenig Aufwand ebenfalls Leistungen abrechnen, die aber nicht den Anforderungen an eine hoch spezialisierte und ausdifferenzierte neurologische Frührehabilitation gerecht würden.

Monika Griefahn machte darauf aufmerksam, dass sich das DRG-Fallpauschalensystem noch in der Einführung befindet und bisher erst rund 70 % der erbrachten Leistungen abbildet. Die Einführung des Systems wird wissenschaftlich vom Selbstverwaltungsinstitut "Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus gGmbH (InEK)" begleitet. Die Kliniken seien aufgefordert, bis zum 31.03.2003 Vorschläge an das InEK für den Fallpauschalenkatalog 2004 einzureichen. Der Katalog werde jährlich fortgeschrieben. Monika Griefahn und Silva Seeler regten an, von Seiten der Kliniken und Ärzte auf möglichst breiter Grundlage zu einem Vorschlag zur Fortentwicklung des DRG-Systems zu kommen. Nachdem Monika Griefahn von den Problemen der Waldklinik Jesteburg mit dem neuen Abrechnungssystem aus der Zeitung erfahren hatte, hat sich die SPD-Bundestagsabgeordnete sofort an den zuständigen Staatssekretär Dr. Klaus Theo Schröder im Gesundheitsministerium gewandt und mit der Klinikleitung Kontakt aufgenommen. Der Staatssekretär und das Bundesgesundheitsministerium haben in Schreiben an die Arbeitsgemeinschaft Neurologische Frührehabilitation und die Waldklinik Jesteburg eine Prüfung zugesagt, ob neue Abrechnungsschlüssel zur Vergütung von Leistungen der neurologischen Frührehabilitation benötigt werden.

Herr Dr. Hans-Heinrich Aldag berichtete, dass die "Arbeitsgemeinschaft Neurologische Frührehabilitation in Niedersachsen und Bremen" am 05. Februar 2003 in der Waldklinik tagt und an entsprechenden Vorschlägen für das Selbstverwaltungsinstitut InEK zur Fortschreibung des Fallpauschalensystems arbeitet.

 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de