Die SPD-Landesgruppe, in der alle
SPD-Bundestagsabgeordneten aus Niedersachsen organisiert sind, setzt
sich für die Aufnahme der B 75 Ortsumgehung Tostedt / Wistedt in
den Weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplans sowie für die Aufnahme
von naturschutzfachlichen Prüfungen ein. Dieses ist das Ergebnis
einer Sitzung der SPD-Landesgruppe zum Referentenentwurf für den
neuen Bundesverkehrswegeplan.
Aus zwei Gründen war die Ortsumgehung
Tostedt / Wistedt - wie berichtet - von den Verkehrsplanern nicht
in den Referentenentwurf zum neuen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen
worden: Die untersuchte Trassenvariante, die einen S-förmigen Bogen
nördlich um Tostedt und südlich um Wistedt schlägt, begegnet naturschutzfachlichen
Bedenken und hat nach Aussage des für das Bundesverkehrsministerium
tätigen Gutachters ein "hohes Umweltrisiko". Außerdem solle generell
kein Ausbau von Parallelstrecken erfolgen. Die B 75 wurde hier als
Parallelstrecke zur A 1 angesehen.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika
Griefahn setzt sich gleichwohl seit längerem für das Verkehrsprojekt
ein und fand jetzt in der SPD-Landesgruppe Unterstützung.
Vier Gründe sprechen aus ihrer Sicht
für die Ortsumgehung:
Erstens hat das Verkehrsprojekt
ein hohes Nutzen-Kosten-Verhältnis von 7,3.
Zweitens ist das hohe Verkehrsaufkommen
auf der B 75 inklusive des Zubringerverkehrs zur A 1 auch schon
heute beim Bestehen der A 1 gegeben.
Drittens scheint eine umweltverträgliche
alternative Trassenführung zur untersuchten möglich. Es existieren
Grundsatzbeschlüsse der Samtgemeinde Tostedt und der Mitgliedsgemeinde
Tostedt für eine geänderte Trassenführung, die nördlich an beiden
Orten verläuft. Diese Variante ist anders zu bewerten als die "S"-förmige
Variante, die in den Voruntersuchungen zum Bundesverkehrswegeplan
als problematisch eingestuft wird. Die nördliche Variante ist zurzeit
noch nicht detailliert untersucht. Der für das Bundesverkehrsministerium
tätige Gutachter empfiehlt ebenfalls, die Nutzung des relativ konfliktarmen
Korridors durch Nordumgehung Wistedt und Nordumgehung Tostedt zu
prüfen.
Viertens hätte die nördliche Trassenführung
unter Verkehrsgesichtspunkten den Vorteil, dass der Verkehr von
drei statt zwei Straßen aufgenommen werden könnte, die zu Autobahnabfahrten
führen (Abfahrten Sittensen, Heidenau und Hollenstedt). Die nördliche
Trasse könnte zudem unproblematisch in mehreren Bauabschnitten verwirklicht
werden.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika
Griefahn setzt jetzt auf die weitere Beratung des Bundesverkehrswegeplans
und hofft, dass die Ortsumgehung doch noch in den Weiteren Bedarf
des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werden kann. Das Projekt
könnte als Bedarf mit besonderem naturschutzfachlichem Planungsauftrag
markiert werden. In diesem Fall wird die Naturschutzproblematik
vor der Verwirklichung nochmals detailliert untersucht.