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Pressemitteilung 24/2003
Freitag, 22. August 2003
 
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1. Zwischenbilanz der Personal-Service-Agentur Buchholz ist von schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn informierte sich jetzt in einem Gespräch im Buchholzer Arbeitsamt über die Arbeit der Buchholzer Personal-Service-Agentur "afg Personal".


Das Bild zeigt (v.l.n.r.): Bernd Ehlert (Leiter des Arbeitsamtes
Buchholz), Angelo Wehrli (Geschäftsführer der Altonauer Arbeits-
förderungsgesellschaft afg), die SPD-Bundestagsabgeordnete
Monika Griefahn, Rolf Sixt (Kundenbereichsleiter des Arbeitsamtes
Lüneburg) und Klaus Dettmar (Leiter Personal-Service-Agenturen
afg Personal).

Die Personal-Service-Agenturen sind ein Modell der Hartz-Kommission zur Modernisierung des Arbeitsmarktes. Personal-Service-Agenturen, die vom Arbeitsamt oder von privaten Trägern betrieben werden, akquirieren Aufträge in der freien Wirtschaft, beschäftigen ehemals Arbeitslose zu Tariflöhnen und verleihen diese wie andere Zeitarbeitsfirmen auch an Unternehmen. Darüber hinaus qualifizieren und vermitteln sie Arbeitnehmer/innen für den ersten Arbeitsmarkt. Im günstigsten Fall werden Arbeitnehmer/innen, die im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung zunächst zeitweise in einem Unternehmen tätig sind, von diesem Unternehmen dauerhaft eingestellt (sog. erwünschter "Klebeeffekt").

Das Arbeitsamt Lüneburg hat für den Bereich seiner Dienststellen Buchholz und Winsen nach einer Ausschreibung die "Altonaer Arbeitsförderungsgesellschaft mbH" mit der Vermittlung von Arbeitslosen beauftragt. Vereinbartes Ziel war es, nach Aufnahme der Vermittlungstätigkeit am 1. Juni 2003 bis Ende August 2003 eine Beschäftigung von 60 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu erreichen, für die die PSA eine Betreuungspauschale erhält.

Herr Bernd Ehlert, Leiter des Arbeitsamtes Buchholz, zog eine 1. Zwischenbilanz der Vermittlungstätigkeit der PSA in Buchholz. Vertraglich vereinbart worden sei mit der PSA die Einstellung von 60 Personen bis Ende August 2003. Das Arbeitsamt habe mit seinen Dienststellen Buchholz und Winsen der PSA 288 Personen vorgeschlagen. Für die Vorarbeiten habe das Arbeitsamt zeitweise 2 Mitarbeiterinnen abgestellt und erheblichen Aufwand betrieben, um der PSA geeignete Arbeitskräfte zu vermitteln.

Herr Rolf Sixt, Kundenbereichsleiter des Arbeitsamtes Lüneburg, betonte, der Arbeitsmarkt im Landkreis Harburg sei verstärkt auf Hamburg ausgerichtet. Der Landkreis habe zwar Zuzug aus Hamburg, die Ansiedlung von Betrieben im Landkreis und damit das Angebot an ortsnahen Arbeitsplätzen stagniere jedoch.

Herr Klaus Dettmar, Leiter der 4 Personal-Service-Agenturen (PSA) der afg Personal in Buchholz, Hamburg-Altona, Reinbek und Pinneberg, stellte die Arbeit der PSA vor. Neben der Vermittlung in Zeitarbeit bietet die afg Personal-Service-Agentur einzelnen Mitarbeitern Qualifizierungsangebote, Bewerbercoaching, EDV-Schulung und Call-Center-Training. Die PSA arbeite bewerberorientiert und nicht nur stellenorientiert, und widme sich der zielgerichteten Akquise bei Arbeitgebern. Die PSA wolle zur Hälfte kaufmännisches und zur Hälfte gewerbliches Personal beschäftigen und an Unternehmen verleihen. Die Beschäftigten wiesen eine große Bandbreite auf vom gewerblichen Helfer bis zum Facharbeiter, der in einem anderen Beruf tätig werde.

Ernüchternd fällt jedoch die bisherige Bilanz der afg Personal-Service-Agentur Buchholz aus: Von den 288 Personen haben sich 77 nicht gemeldet. Weitere 55 Bewerber haben nach Gesprächen mit der PSA abgesagt. Mit 162 Personen hat die PSA Gespräche geführt; 49 Gespräche seien noch offen. Lediglich 15 Personen wurden bisher eingestellt; 2 wurden in die Wirtschaft vermittelt, mit 1 Person musste das Arbeitsverhältnis wieder aufgehoben werden, so dass derzeit nur 12 Personen bei der PSA beschäftigt sind. Bis zum Monatsende wird die Einstellung von weiteren 22 Mitarbeitern angestrebt, so dass dann 34 Personen von der PSA beschäftigt wären, wesentlich weniger als die vereinbarten 60 Mitarbeiter/innen.

Herr Angelo Wehrli, Geschäftsführer der "Altonaer Arbeitsförderungsgesellschaft mbH" verweist auf die 800 Unternehmenskontakte der afg. Man sei jedoch von einem wirtschaftlichen Aufschwung für das 2. Halbjahr 2003 ausgegangen, der so nicht eingetroffen sei. Der Arbeitsmarkt sei im Moment sehr schwierig; die Zeitarbeitsbranche habe einen Einbruch von rund 20 % zu verkraften. 9 von 10 angesprochenen Unternehmen hätten im Moment überhaupt keinen Personalbedarf. Trotz der vom Arbeitsamt gezahlten Betreuungspauschale müsse die PSA wirtschaftlich arbeiten.

Herr Klaus Dettmar ergänzte, der Aufbau der erst seit dem 1. Juni 2003 tätigen PSA mit Bewerbersichtung, Kundenakquise und Herstellung des Workflow nehme mehr Zeit in Anspruch als geplant. Unklar blieb, wann die Zahl von 60 Beschäftigten erreicht wird.

Herr Ehlert drückte seine Erwartungshaltung aus, dass die PSA kurzfristig zumindest 60 Personen aus den vom Arbeitsamt vorgeschlagenen 288 Bewerbern rekrutieren kann. Mittel- bis langfristig sollten es erheblich mehr sein. Unbefriedigend sei auch, dass die PSA keine Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse eingehe.

Monika Griefahn merkte an, dass PSAs in Ballungsräumen wie z.B. Berlin erheblich besser funktionieren als in der Fläche, wo häufig einer Vermittlung die eingeschränkte Mobilität von Bewerberinnen und Bewerbern entgegenstehe, wenn es keinen gut ausgebauten Öffentlichen Personennahverkehr gebe. Monika Griefahn regte an, zu Beginn des Jahres 2004 eine erneute Zwischenbilanz vorzulegen.

 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de