Die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika
Griefahn informierte sich jetzt in einem Gespräch im Buchholzer
Arbeitsamt über die Arbeit der Buchholzer Personal-Service-Agentur
"afg Personal".

Das Bild zeigt (v.l.n.r.): Bernd Ehlert (Leiter
des Arbeitsamtes
Buchholz), Angelo Wehrli (Geschäftsführer der Altonauer
Arbeits-
förderungsgesellschaft afg), die SPD-Bundestagsabgeordnete
Monika Griefahn, Rolf Sixt (Kundenbereichsleiter des Arbeitsamtes
Lüneburg) und Klaus Dettmar (Leiter Personal-Service-Agenturen
afg Personal).
|
 |
Die Personal-Service-Agenturen
sind ein Modell der Hartz-Kommission zur Modernisierung des Arbeitsmarktes.
Personal-Service-Agenturen, die vom Arbeitsamt oder von privaten
Trägern betrieben werden, akquirieren Aufträge in der freien Wirtschaft,
beschäftigen ehemals Arbeitslose zu Tariflöhnen und verleihen diese
wie andere Zeitarbeitsfirmen auch an Unternehmen. Darüber hinaus
qualifizieren und vermitteln sie Arbeitnehmer/innen für den ersten
Arbeitsmarkt. Im günstigsten Fall werden Arbeitnehmer/innen, die
im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung zunächst zeitweise in einem
Unternehmen tätig sind, von diesem Unternehmen dauerhaft eingestellt
(sog. erwünschter "Klebeeffekt").
Das Arbeitsamt Lüneburg hat für
den Bereich seiner Dienststellen Buchholz und Winsen nach einer
Ausschreibung die "Altonaer Arbeitsförderungsgesellschaft mbH" mit
der Vermittlung von Arbeitslosen beauftragt. Vereinbartes Ziel war
es, nach Aufnahme der Vermittlungstätigkeit am 1. Juni 2003 bis
Ende August 2003 eine Beschäftigung von 60 Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern zu erreichen, für die die PSA eine Betreuungspauschale
erhält.
Herr Bernd Ehlert, Leiter des Arbeitsamtes
Buchholz, zog eine 1. Zwischenbilanz der Vermittlungstätigkeit der
PSA in Buchholz. Vertraglich vereinbart worden sei mit der PSA die
Einstellung von 60 Personen bis Ende August 2003. Das Arbeitsamt
habe mit seinen Dienststellen Buchholz und Winsen der PSA 288 Personen
vorgeschlagen. Für die Vorarbeiten habe das Arbeitsamt zeitweise
2 Mitarbeiterinnen abgestellt und erheblichen Aufwand betrieben,
um der PSA geeignete Arbeitskräfte zu vermitteln.
Herr Rolf Sixt, Kundenbereichsleiter
des Arbeitsamtes Lüneburg, betonte, der Arbeitsmarkt im Landkreis
Harburg sei verstärkt auf Hamburg ausgerichtet. Der Landkreis habe
zwar Zuzug aus Hamburg, die Ansiedlung von Betrieben im Landkreis
und damit das Angebot an ortsnahen Arbeitsplätzen stagniere jedoch.
Herr Klaus Dettmar, Leiter der 4
Personal-Service-Agenturen (PSA) der afg Personal in Buchholz, Hamburg-Altona,
Reinbek und Pinneberg, stellte die Arbeit der PSA vor. Neben der
Vermittlung in Zeitarbeit bietet die afg Personal-Service-Agentur
einzelnen Mitarbeitern Qualifizierungsangebote, Bewerbercoaching,
EDV-Schulung und Call-Center-Training. Die PSA arbeite bewerberorientiert
und nicht nur stellenorientiert, und widme sich der zielgerichteten
Akquise bei Arbeitgebern. Die PSA wolle zur Hälfte kaufmännisches
und zur Hälfte gewerbliches Personal beschäftigen und an Unternehmen
verleihen. Die Beschäftigten wiesen eine große Bandbreite auf vom
gewerblichen Helfer bis zum Facharbeiter, der in einem anderen Beruf
tätig werde.
Ernüchternd fällt jedoch die bisherige
Bilanz der afg Personal-Service-Agentur Buchholz aus: Von den 288
Personen haben sich 77 nicht gemeldet. Weitere 55 Bewerber haben
nach Gesprächen mit der PSA abgesagt. Mit 162 Personen hat die PSA
Gespräche geführt; 49 Gespräche seien noch offen. Lediglich 15 Personen
wurden bisher eingestellt; 2 wurden in die Wirtschaft vermittelt,
mit 1 Person musste das Arbeitsverhältnis wieder aufgehoben werden,
so dass derzeit nur 12 Personen bei der PSA beschäftigt sind. Bis
zum Monatsende wird die Einstellung von weiteren 22 Mitarbeitern
angestrebt, so dass dann 34 Personen von der PSA beschäftigt wären,
wesentlich weniger als die vereinbarten 60 Mitarbeiter/innen.
Herr Angelo Wehrli, Geschäftsführer
der "Altonaer Arbeitsförderungsgesellschaft mbH" verweist auf die
800 Unternehmenskontakte der afg. Man sei jedoch von einem wirtschaftlichen
Aufschwung für das 2. Halbjahr 2003 ausgegangen, der so nicht eingetroffen
sei. Der Arbeitsmarkt sei im Moment sehr schwierig; die Zeitarbeitsbranche
habe einen Einbruch von rund 20 % zu verkraften. 9 von 10 angesprochenen
Unternehmen hätten im Moment überhaupt keinen Personalbedarf. Trotz
der vom Arbeitsamt gezahlten Betreuungspauschale müsse die PSA wirtschaftlich
arbeiten.
Herr Klaus Dettmar ergänzte, der
Aufbau der erst seit dem 1. Juni 2003 tätigen PSA mit Bewerbersichtung,
Kundenakquise und Herstellung des Workflow nehme mehr Zeit in Anspruch
als geplant. Unklar blieb, wann die Zahl von 60 Beschäftigten erreicht
wird.
Herr Ehlert drückte seine Erwartungshaltung
aus, dass die PSA kurzfristig zumindest 60 Personen aus den vom
Arbeitsamt vorgeschlagenen 288 Bewerbern rekrutieren kann. Mittel-
bis langfristig sollten es erheblich mehr sein. Unbefriedigend sei
auch, dass die PSA keine Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse eingehe.
Monika Griefahn merkte an, dass
PSAs in Ballungsräumen wie z.B. Berlin erheblich besser funktionieren
als in der Fläche, wo häufig einer Vermittlung die eingeschränkte
Mobilität von Bewerberinnen und Bewerbern entgegenstehe, wenn es
keinen gut ausgebauten Öffentlichen Personennahverkehr gebe. Monika
Griefahn regte an, zu Beginn des Jahres 2004 eine erneute Zwischenbilanz
vorzulegen.