Ein wichtiges Thema für die Kommunen
sind mit gutem Grund die Zukunft der Gewerbesteuer und die weitere
Entwicklung der kommunalen Finanzen. Der Bundestag hat jetzt mit
den Stimmen der Koalitionsfraktionen SPD und Bündnis 90 / Die Grünen
mehrere Gesetzespakete auf den weg gebracht, die die Kommunen in
Milliardenhöhe entlasten könnten. Die SPD-Bundestagsabgeordnete
Monika Griefahn appelliert jetzt an die CDU / CSU, diese Entlastungen
nicht im Bundesrat zu blockieren.
Eine besondere Belastung der kommunalen
Haushalte sind die stetig steigenden Ausgaben für die Sozialhilfe.
Die Bundesregierung hat hier mit den Gesetzespaketen „Hartz III
/ IV“ vorgesehen, dass die Kommunen durch die Zusammenlegung von
Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum „Arbeitslosengeldes 2“ um 2 Milliarden
Euro, später sogar 2,5 Milliarden Euro entlastet werden. Ob diese
Reformen und die damit verbundene Entlastung der Kommunen so eintreten,
hängt wie gesagt vom Bundesrat und der dortigen CDU/CSU-Mehrheit
ab.
Die Bundesregierung und die sie
tragenden Fraktionen haben es sich jedenfalls zum Ziel gesetzt,
die kommunalen Finanzen nachhaltig zu stärken. Dies soll insbesondere
auch durch den Ausbau der Gewerbesteuer zu einer Gemeindewirtschaftsteuer
geschehen, die den Kommunen Einnahmeverbesserungen bringt.
Hier konnten durch eine Arbeitsgruppe
der SPD-Bundestagsfraktion und der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen
noch erhebliche Verbesserungen gegenüber dem ursprünglichen Entwurf
des Finanzministeriums erreicht werden, die im Ergebnis eine Entlastung
der Kommunen in Höhe von drei Milliarden Euro bewirken.
Das Gesamtpaket der Gemeindefinanzreform
bringt im Endeffekt den Städten und Gemeinden Verbesserungen von
5,5 Milliarden Euro jährlich!
In ihren ersten Stellungnahmen haben
die Kommunalen Spitzenverbände das jetzt beschlossene Konzept zur
Gewerbesteuerreform begrüßt und die Union aufgefordert, eine solche
umfassende Gemeindefinanzreform nicht zu blockieren.
Während Herr Friedrich Merz von
der CDU in aller Deutlichkeit klargestellt hat, dass die Gewerbesteuer
als wichtigste Einnahmequelle der Kommunen abgeschafft werden soll,
sprach sich Herr Edmund Stoiber von der CSU genau für das Gegenteil
aus, nämlich die Gewerbesteuer durch eine Umlagereduzierung für
die Kommunen zu erhöhen. Das macht aber nur dann Sinn, wenn die
Gewerbesteuer auf Dauer erhalten bleibt. Die Union befindet sich
hier offenbar im Stadium heilloser Verwirrung und Wider-sprüchlichkeiten.
Die Union hat auch schon im Frühjahr 2003 die Entlastung der Kommunen
um rund 6 Milliarden Euro verhindert, indem Sie das Steuervergünstigungs-abbaugesetz
blockiert hat.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika
Griefahn zur Gemeindefinanzreform:
„Die SPD hat im Bundesrat nicht
die Mehrheit, die kommunalfreundliche Gemeindefinanzreform mit Hartz
IV und der Gemeindewirtschaftsteuer umzusetzen. Daher ist insbesondere
die CDU gefordert, endlich Konzepte auf den Tisch zu legen, wie
sie die Kommunen entlasten will. Im Interesse der Kommunen setze
ich mich daher dafür ein, dass hier möglichst schnell Klarheit geschaffen
wird, damit die Kommunen eine verlässliche Haushaltsplanung vornehmen
können. Ich bitte alle Kommunalpolitiker, sich für die Gemeindefinanzreform
von SPD und Bündnis 90 / Die Grünen einzusetzen.“