Am letzten Freitag besuchte die
SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn die Musikschule für den
Altkreis Soltau e.V., um sich über das schulische Angebot und aktuelle
Probleme zu informieren. Monika Griefahn wurde nach der letzten
Bundestagswahl erneut zur Vorsitzenden des Bundestagsausschusses
für Kultur und Medien gewählt.
(von
links) Friderike Kemlein, Monika Griefahn, Klaus Doppke
und Hartwig Wulfes verfolgten im Ballettsaal die Proben einer
Ballettgruppe, die für einen bevorstehenden Auftritt
probte. |
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Die Musikausbildung allgemein und
speziell die musikalische Förderung Kinder und Jugendlicher liegt
ihr am Herzen. In ihrem Heimatlandkreis Harburg wird derzeit die
kulturelle Förderung stark zurückgefahren und besonders alle "Jugendinitiativen
auf Null gesetzt." Eine Maßnahme, die sie nicht nachvollziehen kann.
"Musikalische Förderung ist nicht nur eine freiwillige Aufgabe,
sondern vielmehr eine Pflichtaufgabe", stellte sie besonders unter
Hinweis auf die Studie von Prof. Dr. Günther Bastian vom Institut
für Musikpädagogik der Goethe-Universität Frankfurt heraus.
Eine Langzeitstudie von 1992 bis
1998 an Berliner Grundschulen mit musikbetonten Schulzügen und zwei
Vergleichsschulen mit konventionellem einstündigen Musikunterricht
brachte als wesentliches Ergebnis, dass mehrjährige Musikerziehung
in musikbetonten Grundschulen unter anderem zu einem signifikanten
IQ-Zugewinn führt und Kindern mit Konzentrationsdefiziten besonders
nützt. Die sozialen Kompetenzen werden gefördert. Monika Griefahn
verweist gerne darauf, dass es nicht heißen sollte "Mathematik oder
Musik", sondern: "Wer Musik macht, ist auch in Mathematik besser."
Und schmunzelnd verwies sie auf ein Zitat von Bundesinnenminister
Otto Schily: "Wer Musikschulen schließt, gefährdet die innere Sicherheit."
Bei Hartwig Wulfes, dem Leiter der
Musikschule, hatte die Bundestagsabgeordnete "gleich einen Stein
im Brett", wie er sagte, denn auch er hält die Ergebnisse der Bastian-Studie
für sehr wichtig. Gemeinsam mit Friderike Kemlein und Klaus Doppke,
dem Vorsitzenden des Trägervereins, informierte er die Besucherin
über das Unterrichtsangebot sowie aktuelle Probleme und die geplante
Schaffung einer kreisweit tätigen Musikschule. Man nutzte die Möglichkeit,
beim Ballettunterricht und einer Orchesterprobe vorbeizuschauen.