Die Parlamentarische Staatssekretärin Angelika Mertens und die Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn haben jetzt bei einem Ortstermin in Jesteburg über den aktuellen Stand des Programms „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ informiert und den Baufortschritt von Lärmschutzmaßnahmen in Jesteburg besichtigt.

Das erste Foto in Jesteburg zeigt (vordere Reihe, v.l.n.r.):
Peter Winter (Gesamtprojektleiter Lärmsanierung DB Projektbau GmbH),
Monika Griefahn (SPD-Bundestagsabgeordnete), Angelika Mertens
(Parl. Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium und MdB),
Silva Seeler (SPD-Landtagsabgeordnete), Norbert Stein (Bürgerm. Buchholz)
und Dr. Annette Manger-Scheller (Samtgemeindebürgermeisterin Jesteburg)
sowie (hintere Reihe, v.l.n.r): Karl-Heinz John (Bundesverkehrsministerium),
Udo Heitmann (Bürgermeister Jesteburg), Siegfried Ziegert (Stv. SPD-
Ortsvereinsvors. Jesteburg), Prof. Dr. Jens-Rainer Ahrens (Vorsitzender
der SPD-Kreistagsfraktion) und Joachim Bordt (Erster Kreisrat Lkr. Harburg)
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„Durch die Maßnahmen des Lärmsanierungsprogramms werden die Bewohner der betroffenen Häuser und Wohnungen, insbesondere in den unteren Stockwerken, erheblich vom Lärm der vorbeifahrenden Züge entlastet. Von der Wirkung der Schallschutz-wände profitieren aber auch die Anwohner weiter hinten liegender Wohnbereiche“, erläuterte Peter Winter, Gesamtprojektleiter Lärm-sanierung bei der zuständigen DB ProjektBau GmbH in Köln. Projektleiter vor Ort in Jesteburg ist Herr Herbert Neumann von der DB ProjektBau.
„Wir sind sehr zufrieden mit der Umsetzung der Maß- nahmen aus dem Bundesprogramm“, kommentierten Angelika Mertens und Monika Griefahn übereinstimmend die bisherige Bilanz des Programms. Monika Griefahn weiter: „Der Landkreis Harburg profitiert ganz besonders von dem Bundesprogramm ‚Lärmsanierung an bestehenden Schienenstrecken’. In Jesteburg stehen die Lärmschutzwände bereits; in westlichen Teil von Stelle plant die DB Projektbau dieses Jahr die Lärmsanierung, und in Buchholz werden die Planungen im nächsten Jahr aufgenommen. In Stelle erhalten sogar 2 Streckenabschnitte nachträglichen Lärmschutz (Hauptstrecke 1720 Hannover-Hamburg und Güterbahnstrecke 1280/1281 Buchholz – HH-Allermöhe). Es ist jeweils ein Planfeststellungsverfahren erforderlich, das etwa 12 – 18 Monate in Anspruch nimmt. Danach kann dann mit den ganz konkreten Lärmschutzmaßnahmen begonnen werden.“
„Von der Lärmsanierung zu unterscheiden ist die Lärmvorsorge bei einem Neu-bau oder wesentlichen Ausbau einer Strecke“, so Monika Griefahn weiter, „Beim Bau des 3. Gleises gelten entlang der Ausbaustrecke des 3. Gleises zwischen Stelle und Lüneburg, also im östlichen Teil von Stelle, in Ashausen und Winsen, dann die strengen Richtwerte der Lärmvorsorge. Auch hier wird es beim Bau des 3. Gleises umfangreiche Maßnahmen für passiven Lärmschutz geben. Auch wenn man nicht alle Wünsche erfüllen kann, hat es nie mehr Aktivitäten für besseren Lärmschutz gegeben als unter der SPD-geführten Bundesregierung.“
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Das zweite Foto zeigt (v.l.n.r.): Herbert Neumann und
Peter Winkler
(DB Projektbau GmbH), Siegfried Ziegert, Prof. Dr. Jens-Rainer Ahrens,
Monika Griefahn MdB, die Parlamentarische Staatssekretärin
Angelika Mertens MdB,
Silva Seeler MdL und Udo Heitmann.
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Angelika Mertens wies darauf hin, dass die Europäische Union an einer „Umgebungslärmricht-
linie“ arbeitet, die für ca. 2010 erwartet wird und die dann die Lärmschutzvorschriften europa-weit vereinheitlicht. Ziel muss es sein, so die Staatssekretärin, die Lärmwerte des Güterverkehrs auf der Schiene und den Straßen EU-weit und damit diskriminierungsfrei abzusenken. Gute Erfahrungen gebe es beim Güterverkehr auf der Schiene mit Güterzügen, die mit lärmarmen Kunststoffbremsen ausgestattet sind.
Die Bundesregierung fördere den umweltfreundlichen Güter-
verkehr und den Wettbewerb auf der Schiene, so Angelika Mertens. Schon heute habe die Bahn rund 300 Kunden, die Schienenverkehre auf dem Schienennetz der Deutschen Bahn anbieten. Die kombinierten Verkehre (LKW / Bahn) laufen gut; Probleme bei grenzüberschreitenden Eisen-bahnverkehren sollen reduziert werden. Die EU arbeite an einem Eisenbahnpaket 1 und 2.
Hintergrundinformationen zum Bundesprogramm
„Lärmsanierung an bestehenden Eisenbahnstrecken“
und zum Stand der Umsetzung in Niedersachsen
Seit 1999 stellt die Bundesregierung für die Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes jährlich Mittel in Höhe von 51 Millionen Euro zur Verfügung. Damit wurde erstmals die finanzielle Möglichkeit geschaffen, Schallschutzmaßnahmen auch entlang vorhandener Schienenwege umzusetzen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um eine Kombination von so genannten aktiven und passiven Schallschutzmaßnahmen. Unter den aktiven Maßnahmen sind an vorderster Stelle die Schallschutzwände entlang der Strecke zu nennen. Passive Maßnahmen sind schalltechnische Verbesserungen an Gebäuden, wie beispielsweise der Einbau von Schallschutzfenstern in Verbindung mit schallgedämpften Lüftern oder die Dämmung von Außenwänden und Dächern. Bei diesem Programm handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Bundes, auf die kein Rechtsanspruch besteht. Bundesweit sind aktuell in über 370 Ortslagen Lärmsanierungs-maßnahmen in Planung bzw. in Bau. Seit August 2002 liegt die zweite Fortschreibung mit jetzt insgesamt mehr als 900 Ortsdurchfahrten vor. Mit der Realisierung ist bundesweit die DB ProjektBau GmbH beauftragt.
In der Dringlichkeitsliste des bundesweit laufenden Programms befinden sich insgesamt 160 Ortsdurchfahrten in den Ländern Niedersachsen und Bremen. Bei 11 Ortsdurchfahrten wurden die Arbeiten bereits abgeschlossen, hierzu zählen Schallschutzwände in Bremen-Neustadt, Hannover, Kirchhorsten und entlang der Güterumgehungsbahn Hannover. Die Gesamtlänge der bis Ende 2003 fertig gestellten Schallschutzwände beträgt 10,5 Kilometer, weitere acht Kilometer sollen bis Ende 2004 hinzukommen.
Aktuell werden in insgesamt 17 Ortsdurchfahrten Maßnahmen der Lärmsanierung umgesetzt, weitere 20 Ortsdurchfahrten befinden sich derzeit in Planung. Die Schwerpunkte liegen dabei an den Strecken Bremen–Hannover und Hannover–Göttingen. In Bremen und Niedersachsen wurden bis Ende 2003 insgesamt Bundesmittel in Höhe von 16,9 Millionen Euro investiert, für 2004 stehen 9,7 Millionen Euro zur Verfügung.
Folgende Streckenabschnitte aus dem Landkreis Harburg sind in der Dringlichkeitsliste „Lärmsanierung an bestehenden Eisenbahnstrecken“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (Stand: 12. August 2002) enthalten:
| Ortsdurchfahrt |
Strecke Nr. |
Streckenabschnitt |
von km |
bis km |
Länge km |
Aufnahme in die Liste |
| Buchholz |
1280 |
Buchholz – HH-Allermöhe |
0,0 |
1,2 |
1,2 |
Aug. 2002 |
| Buchholz |
2200 |
u.a. Bremen - Hamburg |
321,0 |
326,1 |
5,1 |
Aug. 2002 |
| Jesteburg |
1280 |
Maschen - Buchholz |
4,7 |
6,6 |
1,9 |
Juni 2001 |
| Stelle |
1280 (1281) |
Buchholz – HH-Allermöhe |
19,5 |
20,0 |
0,5 |
Aug. 2002 |
| Mittlerweile wurde nach Auskunft der DB zusätzlich der folgende Streckenabschnitt in die Dringlichkeitsliste aufgenommen: |
| Stelle |
1720 |
Lüneburg - Hamburg |
157,8 |
161,0 |
3,2 |
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| Parallel dazu verläuft die Strecke 1580, die bei der Umsetzung der Lärmsanierungsmaßnahmen berücksichtigt wird. |