90 Mitglieder der SPD im Bezirk Hannover, aus dem Landkreis Harburg und aus Lüneburg konnte der Vorsitzende der SPD im Lkr. Harburg, Klaus-Dieter Feindt, zur Diskussion um das Grundsatzprogramm der SPD begrüßen. Vier Stunden lang diskutierten SPD-Mitglieder am Samstag im Deutschen Haus in Jesteburg über Aussagen für das neue Grundsatzprogramm. Seit die SPD 1989 ihr „Berliner Programm“ im Lichte der Wiedervereinigung verabschiedete, hat sich viel getan. Grund genug für die SPD, nach sechzehn Jahren ihre grundsätzlichen Ziele und ihre Programmatik zu überprüfen.
Monika Griefahn, Bundestagsabgeordnete der SPD aus Harburg, der Kreistagsfraktionsvorsitzende Prof. Dr. Jens-Rainer Ahrens und Ingrid Pöhland von der Gewerkschaft Verdi aus Hamburg diskutierten vor einer großen Leinwand mit dem Aufdruck „Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität“ über die Frage der Vollbeschäftigung und die Zeile eines neuen Bildungssystems in Deutschland und Europa. Zu Beginn skizzierte Stefan Schostok, Mitglied der Programmkommission beim Parteivorstand, die wesentlichen Herausforderungen der Gegenwart: „Die demografische Entwicklung in den kommenden 50 Jahren, die hohe Langzeitarbeitslosigkeit, die noch immer zu geringen Ausgaben für die Bildungspolitik und die ungerechte Verteilung dieser Mittel, dafür muss die SPD eine Lösung finden.“
Monika Griefahn sprach sich dafür aus, das Vollbeschäftigungsziel beizubehalten, aber „menschliche Aktivität für Soziales, Umwelt und für traditionelle Erwerbsarbeit muss gleichrangig betrachtet werden, Arbeit von Menschen ist genauso hoch zu bewerten wie die von Maschinen.“
Prof. Dr. Jens-Rainer Ahrens hob hervor, dass „unser Bildungswesen dem Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft hinterherhinkt, kein Bildungssystem innerhalb der OECD sortiert so stark aus wie unseres.“ Seine Forderung ist der Ausbau des Bildungssystems, in dem Bildung nicht mehr vom Geldbeutel der Eltern abhängig ist. Bestätigt wurde dies auch von einer Teilnehmerin aus Finnland, die die Vorzüge des dortigen Bildungssystems für alle Menschen hervorhob.
Ingrid Pöhland (Verdi) schilderte ihre Konzepte für eine stärkere Einbeziehung und die Mitbestimmung von Beschäftigten in ihrem Unternehmen. „Gutes Betriebsklima, gut ausgebildete, ernstgenommene und motivierte Mitarbeiter sind immer wichtiger für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen.“
Ein Teilnehmer fasste das Ergebnis der Diskussion so zusammen: „Ausbildung, Bildung, Beschäftigung für alle, das bleibt das Ziel sozialdemokratischer Politik“. Dem konnten sich alle anschließen.