
Monika Griefahn (zweite von links) und ihre Begleitung informierten
sich im Tierheim Hodenhagen. (V. lks.) Annette Schütz,
Monika Griefahn, Anke Forentheil mit Hündin Lea, Ulla Schliekelmann,
Frank Forentheil, Marie Pöllmann, Ilse Plöger, Gerhard Ewald,
Ulrike Wichmann-Wrede und die beiden Girl’s Day-Praktikantinnen
Svenja Ebert und Christina Hogrefe.
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Schon lange war der Besuch geplant, jetzt endlich konnte er realisiert werden: Monika Griefahn besuchte das Tierheim Hodenhagen und informierte sich dort über die tägliche Arbeit und Probleme des Tierschutzes. Frank Forentheil, der Vorsitzende des Tierschutzvereins für den Altkreis Fallingbostel, führte die Bundestagsabgeordnete und ihre Begleitung gemeinsam mit weiteren Aktiven durch das Tierheim und seine Außenanlagen. Monika Griefahn, zu deren Familie auch ein Hund gehört, war sehr beeindruckt von den großen Zwingern für Hunde und Katzen im Gebäude sowie Ausläufen an frischer Luft. Für die Katzen stehen dort viele Körbe und sogar ein kuscheliges Sofa zur Verfügung, das gespendet wurde. Die Hunde nutzen den Freilauf im Außenzwinger, um sich allein oder in Gesellschaft mal so richtig auszutoben.
Eine Wiese neben dem Tierheim konnte dazu gepachtet werden, um dort Hoftiere aufzunehmen, die aus privater Hobbyhaltung gerettet werden mussten. Auch Meerschweinchen und andere Tiere werden im Tierheim abgegeben, auch eine Schildkröte, die sich als Schnappschildkröte entpuppte, sowie auch mal Schlangen oder ein Chinchilla. „Der war uns als kleines Känguru gemeldet worden“, schmunzelte Frank Forentheil. Wenn Exoten und Vögel ins Tierheim kommen, wird immer gleich mit Christian Erdmann von der Wildtierstation Lindwedel Kontakt aufgenommen, um die Tiere dort fachgerecht unterzubringen.
Unter den rund 340 Mitgliedern des Tierschutzvereins für den Altkreis Fallingbostel sind rund 40 Aktive, die sich in verschiedenster Form in die Arbeit im und für das Tierheim einbringen. Dazu gehört bei einigen auch die ehrenamtliche Mitarbeit im Tierheim, um die hauptamtlichen Mitarbeiter zu unterstützen. Mit fünf Dreiviertelstellen und zwei geringfügig Beschäftigten wird dort zurzeit die Arbeit bewältigt. Interessierte Mädchen nutzen den Girl’s Day, wie in diesem Jahr Svenja Ebert und Christina Hogrefe, um sich über die Arbeit in einem Tierheim zu informieren, das Tierheim Hodenhagen gehört auch zum Praktikumsprogramm der Realschule und junge Menschen, denen die Ableistung von Stunden mit gemeinnütziger Arbeit auferlegt wurde, helfen ebenfalls bei der Arbeit im Tierheim.
150 bis 180 Hunde und rund 350 bis 400 Katzen werden pro Jahr im Tierheim Hodenhagen aufgenommen. Mit den Kommunen sind Verträge für die Übernahme der Pflegekosten für 28 Tage geschlossen worden. Doch häufig kann eine Vermittlung schneller erfolgen, so dass es für die Kommunen kostengünstiger wird. „Und wir haben wieder einen Zwinger frei, der nie lange frei bleibt“, erläuterte Frank Forentheil gegenüber Monika Griefahn. Häufig kommen Tiere durch „Familientragödien“, wie Todesfälle oder auch Trennung von Halterpaaren ins Tierheim. Über das Internet werden von zahlreichen Interessierten Kontakte zum Tierheim geknüpft, denn dort werden die zu vermittelnden Tiere mit liebevoll gestalteten Texten vorgestellt. Oftmals werden aus solchen Kontakten später „neue Menschen“ für die Vierbeiner. Eine Besonderheit beim Tierschutzverein für den Altkreis Fallingbostel ist der Tierfriedhof neben dem Tierheim. Hier können diejenigen, die keinen eigenen Garten zur Bestattung ihres Haustieres haben und es nicht in die Tierverwertung geben möchten, für zunächst drei Jahre ein Grab pachten. Auch eine anonyme Bestattung in einem Rasengrab ist möglich.
Frank Forentheil bemängelte, dass für Tierschutzvereine in Niedersachsen kein Verbandsklagerecht existiert. Es würde in strittigen Fällen von Tierquälerei und vernachlässigter Tierhaltung hilfreich sein. Bei Tierschutzkontrollen müssen oftmals Sachverständige und Staatsanwälte eingeschaltet werden, um Tiere zu retten. „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass im Tierheim Hodenhagen von allen Beteiligten sehr engagiert und umsichtig zum Wohl der Tiere gearbeitet wird“, freute sich Monika Griefahn, „und hoffe, dass die Tiere so schnell in gute Hände vermittelt werden können, dass es vielleicht doch öfter mal wieder heißt: Zwinger frei.“
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