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Pressemitteilung
Donnerstag, 2. Juni 2005
 
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Schwerster Atomunfall seit Jahren zeigt: Ausstieg ist der einzige Weg
Monika Griefahn, Mitglied des Deutschen Bundestages und Umweltministerin a. D. erklärte heute in der Aktuellen Stunde des Bundestages:

„Im englischen Sellafield kam es zum schwersten Atomunfall seit 13 Jahren, bei dem die Atomkraftanlage 83.000 Liter verseuchtes Abwasser seit August 2004 verlor. Dabei kamen 29,6 kg Plutonium abhanden, was genug Material für den Bau von rund 7 Atombomben wäre und das in einer Zeit, in der die Renaissance der Atomenergie heraufbeschworen wird.

Wieder einmal können wir sehen, dass Atomkraft längst nicht so sicher ist wie die CDU beteuert. Bereits 1957 hat die Anlage in Cumbria/England einen Unfall produziert, der als einer der fünf schwersten in der Geschichte der Atomenergie eingestuft wird. 75 Prozent der radioaktiven Belastung der Irischen See stammen aus Sellafield, wie die irische Regierung neben Umweltorganisationen und der EU immer wieder anprangert. Täglich gelangen auch ohne den jetzt erkannten Vorfall immer noch 8 Mio. Liter radioaktives Wasser in die Irische See.

Mit diesem Schrotthaufen hat die bundesdeutsche Atomindustrie über Jahrzehnte ihren Entsorgungsnachweis legitimiert! Spätestens bei Unfällen wie dem aktuellen erkennt man schnell, was einem bei einer Regierung Angela Merkel blühen würde. Nämlich längere Laufzeiten für AKWs mit unsicheren Transporten von abgebrannten Brennelementen zur Schrottwiederaufarbeitungsanlage nach England. Diese für uns alle gefährliche Politik kennt man ja schon zu Genüge aus ihrer Zeit als Umweltministerin.

Die Kosten in Milliardenhöhe für die Sanierung und Reparatur zahlt übrigens immer der Steuerzahler. Wenn Atombetreiber unbegrenzt haften müssten, würde keiner mehr eine neue Anlage bauen.

Der aktuelle Unfall in Sellafield zeigt einmal mehr wie dumm es ist, die Atomenergie als Heilsbringer wieder aufs Schild zu heben, zumal der Ausstieg in Deutschland längst begonnen hat und umgesetzt wird. Stattdessen müssen wir gemeinsam an Energieeinsparung und alternativen Energien weiter arbeiten und nicht die bestrafen, die sich bereits für eine zukunftsfähige Energiepolitik engagieren.“

 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de