
Monika Griefahn überreicht den Bürgerpreis an die Aktion
Marschkunst – Kunstmarsch.
|
 |
Die Aktion Marschkunst-Kunstmarsch, der Verein Kunstwoche Jesteburg e. V. und der Kulturverein Neu Wulmstorf sind die diesjährigen Preisträger des Bürgerpreises Landkreis Harburg. Die Jury hat sich damit in der Kategorie „Alltagshelden“ für drei Preisträger entschieden – denn alle drei Projekte erhielten bei der Bewertung, die verschiedene Kriterien berücksichtigt, die gleiche Punktzahl.
In der Kategorie „Lebenswerk“ wurde der Bürgerpreis an Herbert Timm aus Wulfsen für seine Aktivitäten um den Erhalt der plattdeutschen Sprache vergeben. Der Preis in der Kategorie „Junior“ wurde nicht vergeben.
Mit der Ehrung ist ein Preisgeld von insgesamt 6.000 Euro ausgelobt – 1.500 Euro erhält jeder Preisträger. Damit sollen bürgerschaftliche Aktivitäten weiter gefördert werden.
Das Schwerpunktthema für die Vergabe des Bürgerpreises 2006 lautete: „Kultur verbindet.“ Die Bürgerpreis-Jury – bestehend aus dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Harburg Buxtehude, vertreten durch Cord Köster, den Bundestagsabgeordneten Monika Griefahn und Michael Grosse-Brömer, dem Ersten Kreisrat Joachim Bordt sowie Irmtraud Viertel, die sich in verschiedenen Bereichen zum Wohle der Allgemeinheit engagiert und der Kultur sehr verbunden ist – musste in diesem Jahr unter 27 Vorschlägen bzw. Bewerbungen die Bürgerpreis-Träger auswählen.
Vorstandsvertreter und Pressesprecher der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Dieter Harner, begrüßte zu Beginn der Feierstunde die Preisträger, die Jury, alle übrigen Bewerber um den Bürgerpreis 2006 sowie Schülerinnen und Schüler der „Musikschule für die Stadt Buchholz“, die die Preisverleihung musikalisch umrahmten.
„Es ist sehr erfreulich zu sehen, wie vielfältig das bürgerschaftliche Engagement im Landkreis Harburg ist und wie viele Menschen sich unter Zurückstellung persönlicher Interessen ehrenamtlich einbringen“, erläutert der Sprecher der Jury, Dieter Harner. Der Bürgerpreis setze ein wichtiges Zeichen für mehr öffentliche Anerkennung des freiwilligen Einsatzes. „Unsere Gesellschaft lebt von diesem Engagement – weit mehr, als oftmals angenommen wird“, so der Vorstandsvertreter der Sparkasse. „Wenn wir dies mit der Preisverleihung bewusst machen können, hat der Bürgerpreis einen wesentlichen Zweck erfüllt.“
Die einfach „Marschkunst-Kunstmarsch“ genannte Aktion ist eine seit 1995 stattfindende Freiluftkunstausstellung, die bis 2004 in den Gemeinden Tönnhausen, Hunden, Mover und Fahrenholz und seit 2006 in Hunden, Mover und Fahrenholz durchgeführt wird. Künstler erhalten die Möglichkeit, in Gärten Kunstobjekte zu verwirklichen. Gezeigt werden Skulpturen aus Sandstein, Objekte aus Holz und Metall, landschaftsbezogene Projekte, Installationen und Malerei. Angesprochen werden vor allem einheimische und darüber hinaus Künstler der angrenzenden Regionen aus dem Großraum Hamburg, aus Lüneburg, Buchholz, Buxtehude, aber auch aus Bad Bevensen, Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven, Norden und Köln. Darüber hinaus soll das Projekt bewirken, dass Bürger, die bisher Kunst nie selbst produziert haben, sich mit eigenen Werken auf ihren Grundstücken an der Aktion zu beteiligen. Manche von ihnen gehören mittlerweile zum festen Kern der Marschkünstler.
Den Preis übergab die Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn an die Initiative (siehe Laudatio).
Nach einer Idee der Künstlerin Karin Klesper wurde die Kunstwoche Jesteburg im Jahr 1996 ins Leben gerufen. Aus der Privatinitiative heraus gründete sich im Jahr 2000 der Trägerverein „Kunstwoche Jesteburg e.V.“. Für eine Woche, jeweils im September, verwandelt sich Jesteburg in eine Großraum-Galerie zeitgenössischer, experimenteller Kunst. In Schaufenstern, Straßen, auf öffentlichen Plätzen, in Schulen, Kindergärten, in der Kirche und in Institutionen des Ortes präsentieren 60 bis 80 Künstler aus Deutschland und dem benachbarten Ausland ihre neuesten Werke.
Kunst und soziales Denken finden Verbindung durch das Engagement der Kindergärten, der Realschule und der Grundschule. Weiterhin verbindet die Kunstwoche Künstler aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland zu einem Kunstereignis mit Diskussionen, Erfahrungsaustausch untereinander und mit den Bürgern und Besuchern. Da bei jeder Kunstwoche Exponate in Jesteburg verbleiben, ist die Verbindung zwischen Kunst und Bürger dauerhaft gewährleistet.
Den Preis übergab der Bundestagsabgeordnete Michael Grosse-Brömer an den Verein.
Der Kulturverein Neu Wulmstorf e. V. wurde 1990 mit 15 Mitgliedern gegründet und hat sich in den 16 Jahren seines Bestehens zu einer Initiative mit 200 Mitgliedern entwickelt. Er ist zu einer festen Größe im Gemeindeleben geworden. Im Jahr 2000 erfolgte die Gründung der Sparte „Aktive Kunstschaffende in Neu Wulmstorf“, fünf Jahre später wurde die Sparte „Amateurtheater CARAMBA“ gegründet.
Der Verein bietet in jedem Jahr ein Programm mit mindestens zwölf öffentlichen Veranstaltungen. Neben dem Neujahrssingen und dem traditionellen Maifest sind der Weihnachtsmarkt, Kunstausstellungen und Theateraufführungen feste Größen im Programm des Vereins. Neben diesen Veranstaltungen finden Klavierabende, Kabarett- und Kleinkunstveranstaltungen, Lesungen, Hausmusikabende oder Dia-Vorträge statt. Darüber hinaus gibt es Aktionen und Veranstaltungen, die zusammen mit anderen Vereinen und Institutionen durchgeführt werden.
Überreicht wurde der Preis durch Frau Irmtraud Viertel.
Herbert Timm aus Wulfsen, Beauftragter für Plattdeutsch im Landkreis Harburg, erhielt den Bürgerpreis 2006 in der Kategorie Lebenswerk. Er engagiert sich seit Jahrzehnten intensiv für die Erhaltung der plattdeutschen Sprache. Herbert Timm hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Regionalsprache Niederdeutsch auch in Zukunft gesprochen wird und auch zukünftige Generationen mit „Plattdüütsch“ etwas anfangen können. Durch sein überaus großes ehrenamtliches Engagement hat Herbert Timm dafür gesorgt, dass man im Landkreis Harburg zur Erreichung dieser Ziele auf einem sehr guten Weg ist. Zu den herausragenden Aktivitäten der letzten Zeit gehören
- die Durchführung der plattdeutschen Wochen im Landkreis Harburg
- der plattdeutsche Lesewettbewerb für Schüler in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Harburg-Buxtehude
- die Sendereihe „Hüüt snackt wi platt!“ bei Radio ZuSa
- die Broschüre „Keen maakt wat up platt in´n Landkreis Horborg
- die Gründung des Fördervereins „För Platt e.V.“
- die Organisation von plattdeutschen Veranstaltungen auf der Landesgartenschau 2006
Darüber hinaus findet ein regelmäßiger Austausch mit anderen Arbeitsgemeinschaften, Organisationen und Vereinen auch über die Kreisgrenzen hinweg statt. Mit Eingaben an die Landesregierung versucht Herbert Timm, dass auch die Politik zum Erhalt der plattdeutschen Sprache beiträgt.
Den Preis für das Lebenswerk überreichte Erster Kreisrat Joachim Bordt.
|