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Mittwoch, 22. Februar 2006
 

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SPD-Ortsverein Hollenstedt diskutierte mit der Abgeordneten Monika Griefahn

Regina und Gerd Weißmann von den Friedensgruppen Nordheide übergeben zusammen mit Monika Griefahn 1000 Unterschriften gegen einen Krieg im Irak an Bundeskanzler Schröder.
Der Ortsvereinsvorsitzende Friedrich Heselschwerdt
hatte Monika Griefahn für einen Bericht über
100 Tage große Koalition eingeladen.

„Entsprechend den Aufgaben, die sich stellen, ist eine große Koalition vielleicht im Moment nicht die schlechteste Lösung“, so eröffnete der SPD-Ortsvereinsvorsitzende in Hollenstedt, Friedrich Heselschwerdt, das Bürgergespräch, zu dem er am vergangenen Dienstag eingeladen hatte. Zu Gast in der kritisch diskutierenden Runde aus rund 30 Genossen und Gästen war auch die Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn, die aus „100 Tagen große Koalition“ berichtete.

Ihr Bericht ging schnell über in ein Gespräch zu verschiedensten Themen der Politik. Immer wieder äußerten die Sozialdemokraten vor Ort ihren Unmut über die Außendarstellung der eigenen Partei in Berlin. Monika Griefahn hielt mit zukunftsweisenden, sozialdemokratischen Inhalten dagegen: Die Ankündigung Münteferings, das Rentenalter auf 67 Jahre heraufzusetzen, sei auch in der SPD umstritten, andere Modelle würden diskutiert. Sie selbst sprach sich für eine Anrechnung von Tätigkeiten auch außerhalb der Erwerbsarbeit aus. Wenn beispielsweise auch die Pflege von Angehörigen aufgenommen würde, hörte gleichzeitig auch die Benachteiligung von Frauen auf, die mehr Lücken in der Erwerbsarbeit aufwiesen als Männer. Auch beim Thema Bildung schaue die SPD in die Zukunft: Müsste man das Geld für Kindererziehung nicht eher in die Infrastruktur, sprich Kindertagesstätten und –krippen, stecken, anstatt es schlicht auf das Konto von Eltern zu überweisen. Das, so Griefahn, würde den heutigen Lebensrealitäten eher gerecht.

Auch kommunale Ereignisse wurden aufgegriffen. So bedauerte ein Teilnehmer das Abblocken einer Rentner-Initiative im Zusammenhang mit der Ganztagsschule Hollenstedt. Dort war eine Ganztagsschule geplant, die derzeit nicht eingerichtet wird, weil das Land Niedersachsen keine zusätzlichen Lehrerstellen dafür genehmigt. Die Senioren hatten angeboten, Jugendliche über ihre ehemaligen Berufe zu informieren, um sie beim Eintritt ins Arbeitsleben zu unterstützen. Die Versammlung ermunterte die aktive Gruppe, das nun außerhalb der Ganztagsschulplanung weiterzuverfolgen.

Ein Aspekt des Gespräches versprach Monika Griefahn in ihre politische Arbeit in Berlin einzubringen: Gesprächsteilnehmer hatten angemerkt, dass die Fördermaßnahmen der Arbeitsagenturen am Bedarf der Erwerbslosen vorbei gingen, dass viel Geld „zum Fenster hinaus geworfen“ werde. Wenn hier Verbesserungen nötig seien, werde sie sich dafür einsetzen, erklärte die Abgeordnete.

Zwei Stunden engagierte Diskussion in Hollenstedt – für Friedrich Heselschwerdt war es eine Veranstaltung, die „Kommunikationsproblemen“ in der Partei entgegenwirken sollte. Monika Griefahn erhielt an diesem Abend ein wichtiges Meinungsbild der Basis und etliche Anregungen für ihre politische Arbeit im Bundestag.