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Anlässlich der Aktivitäten des Aktionskreises „Gesicht zeigen! im Landkreis Harburg“ traf sich Monika Griefahn am 11. Juli 2006 mit Vertretern der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Ortsgruppe Harburg Land. Mit dabei auch Lutz Kokemüller, Gewerkschaftssekretär im Bezirk Lüneburger Heide. Er und Stefanie de Vries als Vorsitzende der Ortsgruppe sowie Jörn Gierach als Stellvertreter und auch Joachim Herold als Vorstandsmitglied erklärten, dass sie die Aktionen gegen Rechts ausdrücklich unterstützten und bei Bedarf zum Beispiel junge Bands für Veranstaltungen vermitteln könnten.
Klar aber, dass den Arbeitnehmer-Vertretern auch noch andere Themen unter den Nägeln brannten — und dazu gehörte die Debatte um den Mindestlohn. Aktueller Anlass dafür war die Neuvergabe der Abfallentsorgung im Landkreis Harburg. Lutz Kokemüller vermutet Niedriggehälter hinter dem Angebot des Unternehmens, das den Zuschlag nun erhielt und mit seinem Angebot nur etwas mehr als die Hälfte der Kosten in Rechnung stellen will als das Unternehmen, das jetzt für reibungslose Entsorgung sorgt.
Ob gesetzliche Mindestlöhne wirklich des Rätsels Lösung seien, diese Frage wurde nicht abschließend geklärt. Nach Meinung von Monika Griefahn besteht einerseits die Gefahr, dass ein gesetzlicher Mindestlohn die Durchsetzungsfähigkeit der Gewerkschaften noch mehr schwächt als es rückläufige Mitgliederzahlen ohnehin schon tun. Für einen Mindestlohn spricht andererseits, dass es Branchen gibt, in denen Gewerkschaften nicht (mehr) stark genug sind, um überhaupt noch ebenbürtiger Verhandlungspartner zu sein.
Wichtig sei, da herrschte Einigkeit, dass in den Vergaberichtlinien für öffentliche Ausschreibungen möglich gemacht werden sollte, dass soziale Grundsätze der Unternehmen explizit berücksichtigt werden könnten und sollten, und es nicht nur danach gehen müsse, welches Angebot das günstigste sei.
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