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Samstag, 26. August 2006
 

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1300 Förderanträge am Tag - Menschen suchen Alternativen zu Heizöl und Gas; Monika Griefahn bei Podiumsdiskussion zum Thema „Erneuerbare Energien“ auf dem Lohof in Jesteburg

Regina und Gerd Weißmann von den Friedensgruppen Nordheide übergeben zusammen mit Monika Griefahn 1000 Unterschriften gegen einen Krieg im Irak an Bundeskanzler Schröder.
Monika Griefahn und der Geschäftsführer der Lohof GbR Karl
Konrad vor einem großen Vorrat an Holzhackschnitzeln.
Während des Lohof-Festes spielten die Kinder begeistert in
den Bergen aus Holzstücken.

Beim Tag der offenen Tür auf dem Lohhof zwischen Bendestorf und Jesteburg am 26. August diskutierte Monika Griefahn über Themen, die ihr persönlich besonders am Herzen liegen: Energiesparen, erneuerbare Energien und Umweltschutz. Mit diesem Interesse war sie in Zeiten explodierender Öl- und Erdgaskosten beileibe nicht allein: Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich auf dem Gelände über Forstwirtschaft, Holzpellets und Hackschnitzel, Heizen mit Holz und regenerativen Energien im Allgemeinen zu informieren.

Zu dem, was der Bund an Förderungen für eine umweltfreundliche Energieversorgung bereitstellt, nahm Monika Griefahn bei einer Podiumsdiskussion am Nachmittag Stellung. Zuvor hatte Jochen Bartlau, Leiter des Forstamtes Nordheide-Küste, einen Überblick über erneuerbare Energien gegeben und trotz des großen neuen Interesses auch beim Brennstoff Holz noch ein „großes Ausbaupotenzial“ festgestellt.

Monika Griefahn berichtete, dass die Fördergelder für dieses Jahr aufgrund einer Flut von Anträgen bereits alle vergeben seien. „Es gehen 1300 Anträge auf Solarkollektoren oder Biomassekessel pro Tag ein“, berichtete sie, 160.000 Anträge seien dieses Jahr bereits gestellt worden. Das seien mehr als 50 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2005 gefördert worden seien und damit ein deutliches Zeichen für eine Bewusstseinsänderung bei den Menschen. Derzeit werde auf Bundesebene diskutiert, wie das Programm auch 2007 fortgesetzt werden könne.

Die Politikerin verwies auch auf rund 1,4 Milliarden Euro, mit denen Gebäudesanierung unterstützt würde. Beispielsweise fällt darunter eine kostenlose Energieberatung. Der Bund hoffe, mit diesem Geld Investitionen in Höhe von zehn Milliarden Euro anzuschieben – Geld, von dem insbesondere regionale Betriebe profitieren würden.

Unter der Moderation von Cornelia Ziegert erhielten auch Privatleute Antworten auf Ihre Fragen. Energieberater Helmut Riebesell beispielsweise erklärte, dass es, stehe ohnehin eine Heizungssanierung an, möglich sei, kostenneutral und mit dem gleichen Raumbedarf einer Ölheizung auf den Brennstoff Holz umzustellen.

In Verlauf der Diskussion erinnerte der Geschäftsführer der Lohof GbR Karl Konrad daran, dass aus seiner Sicht hemmende Bauvorschriften den Arbeitsbeginn auf dem Lohof erheblich verzögert hätten. Auch Norbert Leben, Geschäftsführer der Nordheide-Forstservice GmbH kritisierte die Flut an Gesetzen, die „man als Praktiker nicht gebrauchen kann“.

Monika Griefahn verwies darauf, dass im Umweltbereich grundsätzlich die Landesbauvorschriften gelten würden, sie aber gerne helfe, sollte es noch Bundesvorschriften geben, die wichtige Investitionen verhindern würden. Sie informierte außerdem darüber, dass im Zuge der Föderalismusreform ein Umweltgesetzbuch erarbeitet würde, dass alle Umweltgesetze zusammenfassen und vereinfachen soll.