Sie sind bereit für jede Diskussion, sie haben Lust auf Politik, und sie sind ganz schön viele - kurzum: Die Jusos im Landkreis Harburg sind wieder da.
Bei der Versammlung am 2. April im Winsener Hotel „Weißes Ross“ war Monika Griefahn mit von der Partie. Sofort begann eine engagierte Diskussion, die sich insbesondere um den Umgang der SPD mit den Linken drehte. Wie vielleicht auf allen Ebenen und in allen Gruppierungen der Partei, waren auch die fast 20 Jusos gespalten bei diesem Thema. Einig waren sie sich allerdings darin, dass ein zuvor gegebenes Wort - eben die Aussage von Hessens Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti - nicht einfach gebrochen werden dürfe. Wieso man denn nicht einmal mit den Linken reden könne, fragten einige. In der Regierung mit der Union habe man so viele Kröten zu schlucken, auch das sei nicht die perfekte Koalition.
Monika Griefahn blieb skeptisch. Sie verwies darauf, dass die Linke Forderungen gestellt hätten, die - würde man sie umsetzen - 150 Milliarden Euro kosten würden. Das sei mehr als die Hälfte des gesamten Bundeshaushalts. Auch personell halte sie die Linke noch nicht für fähig, Regierungsverantwortung zu tragen. Sie sei eine Protestpartei, und derzeit sei ein Zusammengehen mit ihr zumindest auf Bundesebene in ihren Augen keine Option.
Griefahn machte deutlich, dass sie die SPD nach wie vor als eine Partei der Mitte betrachte. Wichtig sei, bei aller berechtigten Beachtung von sozialen Themen wie Rente oder Arbeitslosigkeit, dass diese Mitte nicht vernachlässigt werden dürfe. Es sei die Mittelschicht, die Angst vor dem sozialen Abstieg habe, und es sei die Aufgabe der SPD, Angebote zu machen. „Das sind Menschen, die gerne ihre Steuern zahlen, wenn sie dafür auch die Infrastruktur bekommen, die sie brauchen - zum Beispiel im Bereich der Kinderbetreuung. Dafür ist das Zusammenspiel der verschiedenen Politikebenen wichtig. Denn oft gehört das, was die Menschen fordern, zur Landes- oder Kommunalpolitik“.
Die Jusos merkten an, dass aber gerade die Progression in der Besteuerung die mittleren Schichten besonders stark treffe. Bei höheren Einkommen stiegen die Steuern im mittleren Bereich unverhältnismäßig stark an. Das sei eigentlich nicht im Sinne der SPD.
Insgesamt gingen die Jusos mit ihrer eigenen und den anderen Parteien kritisch um und zeigten sich kreativ, was neue Ideen in der Politik angeht. Monika Griefahn hat der Abend großen Spaß gemacht - sie freut sich immer, wenn Jugendliche politisch sind und sich in den demokratischen Prozess einbringen. Das Angebot, jederzeit ansprechbar zu sein und falls gewünscht gerne wiederzukommen, kam daher von Herzen.