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AKTIONSKREIS
Gesicht zeigen!
im Landkreis Harburg
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Auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Monika
Griefahn traf sich am 17. Oktober 2000 im Hotel Böttcher in Nenndorf
der Aktionskreis "Gesicht zeigen ! im Landkreis Harburg". Monika
Griefahn hatte zu der Veranstaltung zahlreiche Vertreter von Vereinen
und Verbänden, Behörden, Polizei, Wirtschaft und Gewerkschaften
eingeladen; rund 70 Teilnehmer waren zu dem ersten Treffen gekommen.
Ziel war ein erster Erfahrungsaustausch, die Vernetzung der vorhandenen
Aktivitäten und die Abstimmung über das weitere Vorgehen.
Monika Griefahn stellte zunächst die bundesweite
überparteiliche Aktion "Gesicht zeigen!" vor, die von Regierungssprecher
Uwe-Karsten Heye, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden Paul
Spiegel und von Zentralratsmitglied Michel Friedmann ins Leben gerufen
worden ist und Anlass zu zahllosen weiteren lokalen Aktivitäten
gegeben hat. Viele Prominente, so z.B. der Boxer Henry Maske, unterstützen
diese Aktion. Nähere Informationen zur Aktion "Gesicht zeigen !"
finden sich im Internet unter www.gesicht-zeigen.de.
In einer Vorstellungsrunde berichteten die Teilnehmer
über verschiedene Aktivitäten und Ansätze zur Bekämpfung des Rechtsextremismus.
Landrat Prof. Dr. Jens-Rainer Ahrens forderte ein ganzes Maßnahmenbündel.
Ausländerthemen dürften nicht unzulässig verkürzt im Wahlkampf diskutiert
werden. Das Land müsse in Teilbereichen die Ausstattung der Polizei
verbessern. Eltern müssten ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und auf
Gewalt in der Erziehung verzichten. Studien hätten ergeben, dass
von 4 gewalttätigen Kindern 3 in der Familie selbst Gewalt erlebt
hätten. Die Gewaltpräventionsarbeit sei zu stärken, vor Ort sei
die RESO-Fabrik auf diesem Feld aktiv. In der Gesellschaft müsse
ein "Klima gegen Rechtsextremismus" entstehen. Die SPD-Landtagsabgeordnete
Silva Seeler berichtete zunächst über Maßnahmen gegen den Rechtsextremismus
der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung, deren
Kuratoriumsvorsitzende Silva Seeler ist. Außerdem stellte sie das
Projekt "Schule ohne Rassismus" vor. Durch gemeinsame Anstrengungen
und Projekte haben Lehrer und Schüler die Möglichkeit, dass ihrer
Schule der Titel "Schule ohne Rassismus" verliehen wird. Silva Seeler
hatte ebenfalls am 17.10. um 17.00 Uhr in der Realschule Tostedt
eine Zielgruppenveranstaltung für Eltern, Schüler und Lehrer zum
Thema "Schule ohne Rassismus" durchgeführt. Ein Schulleiter und
die Schülerin eines Abendgymnasiums berichteten dort über ihre Erfahrungen
mit dem Projekt und spornten zur Nachahmung an. Außerdem kündigte
Silva Seeler an, die niedersächsische Landesregierung werde im Haushaltsjahr
2001 voraussichtlich 1 Millionen DM für die Arbeit von Initiativen
und Projekten gegen Rechtsextremismus zur Verfügung stellen. Die
SPD-Landtagsabgeordnete Brigitte Somfleth berichtete über ihre Arbeit
im Jugendausschuss des Niedersächsischen Landtages. Der Leiter der
Polizeiinspektion Harburg, Herr Günter Freyenberg, berichtete über
die Auflösung eines illegalen Skinhead-Konzerts in Holvede und die
Rolle der Polizei bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus. Die
Aktivitäten des Landkreises, auch im Zusammenhang mit den Demonstrationen
in Tostedt, stellte der Erste Kreisrat Axel Gedaschko dar. Vertreter
des Tostedter Forums für Zivilcourage, unter anderem Peter Dörsam
und Hanscarl Hoffmann, berichteten von der Arbeit des Forums. Superintendent
Dr. Christoph Künkel berichtete unter anderem über Aktivitäten in
der kirchlichen Jugendarbeit, z.B. häufigere Besuche von Konfirmanden-Gruppen
bei Gedenkstätten. An der Diskussion beteiligten sich unter anderem
auch der FDP-Kreisvorsitzende Thomas Schulz und für die CDU Dr.
Glaser, der vorschlug, Berichte von Zeitzeugen zur Aufklärung gegen
den Rechtsextremismus heranzuziehen.