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Pressemitteilung 14/2002
Donnerstag, 27. Juni 2002
 
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Aktuelle Fragen der Landwirtschaftspolitik - Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Gerald Thalheim besuchte den Hof Cordes in Wesel und diskutierte mit dem Arbeitskreis interessierter Landwirte

Besuch des Parlamentarischen Staatssekretärs Gerald Thalheim
auf dem Hof Cordes und Diskussion mit dem Arbeitskreis
interessierter Landwirte am 18.6.2002
Einführungsreferat von Monika Griefahn MdB

Zu einem wichtigen Thema, was sie alle beschäftigen wird, vorweg eine gute Nachricht- vielleicht hat sie sich noch nicht zu ihnen allen durchgesprochen- es gibt Nitrofen- Entwarnung für Niedersachsen! Die Ermittlungen des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAVES) haben ergeben: fünf Firmen in Niedersachsen haben bei Fugema Waren gekauft. Alle Waren wurden im Rahmen sogenannter "Streckengeschäfte" erworben und so nicht nach Niedersachsen, sondern ausschließlich an Abnehmer in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg geliefert. Die dortigen Behörden wurden durch das Landesamt unverzüglich unterrichtet, damit die Ware von dort sofort weiterverfolgt werden kann. Das sechste Unternehmen ist ein Betrieb mit nicht Lebensmittel produzierender Tierhaltung.
Im übrigen haben alle durchgeführten Untersuchungen von aktuell im Verkehr befindlichen Futtermitteln negative Ergebnisse in Bezug auf Nitrofen-Rückstände erbracht! (Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten vom 14. Juni 2002)

Was war die Ursache der Verunreinigungen durch Nitrofen? Sicher, die Kontrollmechanismen müssen noch verbessert werden. Aber, verantwortlich sind hier an erster Stelle diejenigen, die auf unlautere Weise mit Futtermitteln Geschäfte gemacht und dabei die geltenden Gesetze mißachtet haben! Etwa die Inhaber der GS Agri. Es geht hier eben nicht um ein Problem des Ökolandbaus oder der konventionellen Landwirtschaft. Gott sei Dank ist es unserer Bundesministerin Künast und Ihrem Ministerium gelungen, das Problem schnell in den Griff zu kriegen und Sanktionen aus Brüssel zu vermeiden.

Jetzt zu erfreulicheren Themen:
Niedersachsens Landwirtschaft ist ein vielfältiger und lebendiger Bereich, als Wirtschaftsfaktor von entscheidender Bedeutung, und offen für neue Entwicklungen - das zeigt sich in den Bereichen ökologischer Landbau, Ferienhöfe und "Bauernhof als Klassenzimmer". Zudem gehen unsere Bauern auf die Bevölkerung zu und machen ihre Produktionsmethoden transparent- so wurde vorgestern, am Sonntag den 16. Juni, in ganz Niedersachsen der "Tag des offenen Hofes" angeboten, an dem sich über 100 Höfe beteiligten, und, stellvertretend für alle Bauernhöfe in Niedersachsen, ihre Tore öffneten und ein attraktives Programm boten. Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam vom Landvolk, den Landfrauen und der Landjugend mit dem NDR 1, - der Sender strahlte bereits im Vorfeld ein Gewinnspiel aus. Landwirtschaftsminister Uwe Bartels besuchte gemeinsam mit Wilhelm Niemeyer vom Niedersächsischen Landvolk den Hof Kokemüller in Seelze-Dedensen sowie den Hof Meineke in Wunstorf-Luthe. Solche Offenheit schafft Vertrauen! Die Verbraucher möchten zunehmend genauer wissen, woher die Produkte stammen, die sie kaufen und ob etwa die Tiere artgerecht gehalten werden.
In diesem Zusammenhang möchte ich noch erwähnen, wie glücklich ich darüber bin, dass wir im Mai diesen Jahres endlich den Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert haben. Dies wird für künftige Abwägungsentscheidungen Folgen haben, es muss dann auch das Wohl unserer Mitgeschöpfe, der Tiere mit auf die Waagschale gelegt werden.

Die Landwirtschaft hat in Niedersachsen mit insgesamt: über 63.000 Höfe (genau: 63.102) einen sehr hohen Stellenwert. Niedersachsens Landwirtschaft ist sehr vielseitig: dafür stehen, um nur die wichtigsten zu nennen, unsere Obstbauern, Milchbauern, Getreidebetriebe, Schweinezüchter und Lammzüchter. Die niedersächsischen Landwirte haben mit dem Landvolk seit nunmehr fünfzig Jahren eine starke und aktive Interessenvertretung.

Von den niedersächsischen Höfen sind derzeit 859 Biobetriebe (um 130 gestiegen im Jahr 2001), Tendenz steigend. Sie bewirtschaften mit 43.013 ha Fläche 1, 624 % der Anbaufläche in Niedersachsen. (Bundesweit: 14.400 Ökobetriebe = 3, 87 % der Anbaufläche).
Diese Höfe werden durch den Versuchs- und Beratungsring Ökologischer Landbau Niedersachsen mit Sitz in Walsrode unterstützt. Das Begleitprogramm für Umsteller, ein Modellprojekt, wird vom Bundesverbraucherministerium gefördert (an dem Modellprojekt nehmen außer Niedersachsen noch Bayern und Ostdeutschland teil). (Zudem wurde Ende April diesen Jahres im Landesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten der "Beirat zur Förderung des ökologischen Landbaus" gegründet. Sein Ziel ist es, die Landesregierung in wichtigen Fragen speziell zur Steigerung des Absatzes von Ökoerzeugnissen zu beraten. Mitglieder sind: Landwirte, Vermarkter, Verarbeiter, Wissenschaftler und Vertreter des Verbraucherschutzes.)

Gerade fanden die Aktionstage Ökolandbau in Niedersachsen und Bremen statt -vom 1. bis 16. Juni 2002 -, auf denen ein Schwerpunktthema in Niedersachsen hergestellter Bio-Käse war.

"Erleben und Verwöhnen", Ferien auf dem Bauernhof sind ein weiteres wichtiges Thema, sie ergänzen das Angebot unserer Bauern und stabilisieren ihre wirtschaftlichen Verhältnisse. Der Tourismus auf dem Bauernhof ist immer besser organisiert. Die Ferienhöfe in Niedersachsen finden die Bürgerinnen und Bürger auch im Internet, dort kann man sogar über das "last-minute Buchungssystem", Buchungen vornehmen: Und, last but not least, Ferien auf dem Bauernhof sind zumeist preisgünstig und familienfreundlich!

"Bauernhof als Klassenzimmer" - eine Aktion des Landvolkes - ist ein gutes Beispiel für die Öffnung und Nachwuchspflege der Landwirtschaft. Hier wird Schülern und Lehrern beim Hofbesuch das Thema Landwirtschaft an den "lebenden Objekten" nahegebracht. Woher stammt die Milch? Wie wird aus Kartoffeln eine Pommes? Und andere drängende Fragen können beantwortet werden. Darüber hinaus bietet der Landvolkverband sogar Unterrichtsmaterialien an.

 
Diese Pressemitteilung finden Sie auf: www.monika-griefahn.de