Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie
hat dementsprechende vier Bereiche identifiziert, die das Leitbild
der nachhaltigen Entwicklung bestimmen:
- Generationengerechtigkeit
- Lebensqualität
- Sozialer Zusammenhalt
- Internationale Verantwortung
Ich möchte zu diesen vier Bereichen
etwas näher Stellung nehmen:
Unter der Überschrift "Generationengerechtigkeit"
gehört der sparsame Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu den
wichtigsten Aufgaben. Was wir brauchen, ist ein Quantensprung bei
der Energie- und Ressourceneffizienz. Die Vision einer Effizienzsteigerung
um den "Faktor 4" oder gar den "Faktor 10" macht die Richtung deutlich,
in die wir gehen müssen. Weitere zentrale Themen sind die Konsolidierung
der Staatsfinanzen sowie Nachhaltiges Wirtschaften.
"Lebensqualität" umfasst eine intakte
Umwelt ebenso wie gute Schulen und eine lebenswerte und sichere
Stadt mit vielfältigen kulturellen Angeboten. Ein breites Angebot
an Arbeitsplätzen und Chancen für unternehmerische Initiativen bilden
dafür die wirtschaftliche Grundlage. Aber auch eine neue Agrarpolitik,
die den Verbraucherschutz ernst nimmt, bildet einen wichtigen Bestandteil.
Beim Thema "Sozialer Zusammenhalt"
geht es darum, den wirtschaftlichen Strukturwandel so zu gestalten,
dass alle an den damit verbundenen Chancen teilhaben können. Es
darf keine Spaltung der Gesellschaft in Gewinner und Verlierer geben.
Die Verstärkung humanitärer Hilfe,
die Intensivierung der Entwicklungszusammenarbeit und globaler Umweltschutz
sind wesentliche Elemente des Abschnitts "Internationale Verantwortung".
Aber auch der Zusammenhang dieser Themen mit der internationalen
Sicherheit spielt eine wichtige Rolle. Wirtschaftliche Entwicklung
und Armutsbekämpfung werden darüber hinaus nur gelingen, wenn die
Industrieländer den Entwicklungsländern ihre Märkte öffnen und ihnen
faire Handelschancen einräumen.
Diese vier Bereiche bilden die Grundlage
für die sog. 21 Ziele für das 21. Jahrhundert. Damit komme ich zum
Kern der deutschen Nachhaltigkeitspolitik.
21 Indikatoren als Gradmesser
der Nachhaltigkeit
Seit vielen Jahren gelten Wirtschaftswachstum,
Arbeitslosenquote und Inflationsrate als Schlüsselindikatoren zur
Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung. An der Börse vermittelt
der Dax ein Bild von der Gesamtentwicklung des Marktes.
Auch die Nachhaltigkeitsstrategie
braucht solche Kennziffern. Mit 21 Schlüsselindikatoren für eine
nachhaltige Entwicklung will die Bundesregierung künftig in regelmäßigen
Abständen aufzeigen, wo wir auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung
stehen, welche Fortschritte erreicht wurden und wo es weiteren Handlungsbedarf
gibt.
Die Indikatoren sind somit elementarer
Bestandteil eines Managementkonzeptes zur Umsetzung und kontinuierlichen
Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie. Die Ziele und Indikatoren
zeigen als Orientierungswerte die Richtung an, in die die Entwicklung
in den kommenden Jahrzehnten gehen soll und dienen insbesondere
auch der Erfolgskontrolle.