Weitere Themen der Wahlkreisarbeit
Einsatz für den
Lärmschutz in der Region
Lärmsanierung ist sowohl an Autobahnen als auch
an Schienenstrecken ein großes Thema. Der Nachholbedarf ist jedoch
gewaltig, und die verfügbaren Mittel sind knapp. Bis 1998 gab es
überhaupt keinen nachträglichen Lärmschutz an Schienenstrecken.
Im Jahre 1999 hat der Bundesverkehrsminister erstmals auf Drängen
der Koalitionsfraktionen ein Sonderprogramm von 100 Millionen DM
jährlich für den Lärmschutz an bestehenden Schienenstrecken aufgelegt.
Dieser Betrag in Höhe von 51,1 Mio. Euro wird auch für die Folgejahre
bereitgestellt. Die Vergabe der Mittel erfolgt auf Basis eines Lärmkatasters
nach objektiven Kriterien wie Höhe der Lärmbelastung und Bevölkerungsdichte.
Es gibt kein offizielles Antragsverfahren. Dennoch habe ich mich
bei allen zuständigen Stellen wiederholt für Lärmschutz in den betroffenen
Gemeinden im Lkr. Harburg eingesetzt. Betroffen sind besonders Winsen,
Ashausen, Stelle, Seevetal, Jesteburg, Buchholz und Tostedt. Im
Juni 2001 ist eine Zusage für die Lärmsanierung eines 1,9 km langen
Streckenabschnitts bei Jesteburg erfolgt. Winsen, Ashausen und ein
Teil von Stelle werden vom Bau des 3. Gleises auch unter Lärmschutzgesichtspunkten
profitieren, denn für Neu- und Ausbaustrecken gelten ganz andere
Maßstäbe.
S-Bahn im südlichen
Hamburger Umland für die Strecke Hamburg-Neugraben - Stade
Seit Jahren engagieren wir SPD-Abgeordneten aus
dem südlichen Hamburger Umland uns gemeinsam für eine bessere Anbindung
an die Metropole Hamburg. Das nördliche Umland Hamburgs ist in Sachen
S-Bahn schon seit Jahrzehnten wesentlich weiter.
Neue, moderne S-Bahn-Züge mit Zweistromtechnik
können sowohl auf den klassischen Bundesbahnstrecken mit Oberleitung,
als auch auf S-Bahn-Gleisen fahren.
Am weitesten sind die Planungen für eine S-Bahn
bis Buxtehude und weiter bis nach Stade gediehen. Langfristig muss
es ein Ziel für die Region sein, auch von Harburg über Buchholz
bis nach Tostedt und von Harburg über Winsen bis Lüneburg weitere
S-Bahn-Linien einzurichten. Wegen der immensen Kosten ist aber nicht
mit einer kurzfristigen Realisierung zu rechnen.
Die Y-Trasse
Kaum ein Verkehrsprojekt in der Vergangenheit
erzeugte soviel Unruhe in der Bevölkerung wie die Y-Trasse. Die
DB AG und das Land Niedersachsen treiben die Planungen für
die Y-Trasse mit hoher Priorität voran. Die Y-Trasse wird aller
Voraussicht nach auch im nächsten Bundesverkehrswegeplan enthalten
sein.
Ich habe die Planung und das Raumordnungsverfahren kritisch begleitet.
Ich werde die berechtigten Interessen der betroffenen Bürger
im Wahlkreis auch im Planfeststellungsverfahren unterstützen
und mich besonders für den Lärmschutz und die Verbesserung
des SPNV sowie der Heidebahntrasse einsetzen.
1. Die Vorgeschichte
Seit 1992 ist die Y-Trasse mit der offiziellen
Bezeichnung "Ausbaustrecke / Neubaustrecke Hamburg / Bremen-Hannover"
im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans enthalten.
Dies beschloss die alte CDU/CSU/FDP-Bundesregierung ebenso wie das
Schienenwegeausbaugesetz von 1993.
2. Drei Varianten waren im Raumordnungsverfahren
Im Raumordnungsverfahren wurden mehrere Suchkorridore
gebildet. Die Y-Trasse führt von Hannover aus entweder nord-westlich
Richtung Bremen und wird dann im Landkreis Soltau-Fallingbostel
(Nähe Rotenburg, Variante 1) oder im Landkreis Harburg (Nähe Tostedt,
Variante 2) an die bestehende Bundesbahnstrecke Hamburg-Bremen angebunden,
oder sie führt nördlich entlang der A 7 und wird dann im Bereich
Winsen/Ashausen an die Strecke Hamburg-Harburg - Winsen/Luhe - Lüneburg
angebunden (Variante 3).
3. Untervarianten
Die Bezirksregierung prüfte pflichtgemäß verschiedene
Untervarianten zur Variante Nr. 1 (Wedemark und A 27 / Verden) und
zur Variante Nr. 3 (Trasse durch den Buchwedel oder Trasse bei Ohlendorf
neben der ursprünglichen Variante mit der Einfädelung bei Ashausen).
4. Die Meinung der Bahn, das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens
und die Kosten
Die Bahn AG spielt bei der Frage, ob die Y-Trasse
gebaut wird, eine entscheidende Rolle. Nur wenn die Bahn von der
Wirtschaftlichkeit der Y-Trasse überzeugt ist, wird die Trasse auch
gebaut. Angesichts finanzieller Probleme der Bahn erscheint der
Bau der Y-Trasse mehr und mehr fraglich. Die DB AG bevorzugte schon
früh die Variante 1. Das Votum der DB AG konnte sich auf Umwelt-,
Kosten- und sonstige Gesichtspunkte stützen. Die Variante 3 (A 7-Trasse)
war wegen der hohen Kosten (geschätzte 4,15 Mrd. DM gegenüber 2,51
Mrd. DM bei Variante 1 und 2,83 Mrd. DM bei Variante 2) und wegen
der weitaus stärksten Umweltbeeinträchtigungen schon sehr früh ziemlich
chancenlos. Gleichwohl untersuchte die Bezirksregierung Lüneburg
in dem am 9. Juni 1999 eingeleiteten und mittlerweile abgeschlossenen
Raumordnungsverfahren alle drei Trassenvarianten. Die Kommunen und
andere Träger öffentlicher Belange wurden angehört und wurden bei
der Erörterung der neuen Untervarianten erneut beteiligt. Das Land
Niedersachsen will die Y-Trasse und die damit verbundenen Investitionen.
5. Wie geht es weiter mit der Y-Trasse?
Das Raumordnungsverfahren wurde von der Bezirksregierung
Lüneburg mit einer konkreten Empfehlung für die Trassenvariante
1 beendet. Es könnten jetzt theoretisch das Planfeststellungsverfahren
(ca. drei Jahre) und anschließend die reine Bauzeit (ca. fünf Jahre)
folgen.
Die Bahn setzt auf die Y-Trasse mit hoher Priorität
- ebenso wie das Land Niedersachsen. Die Bahn hat zusätzliche
Planungsmittel eingesetzt, um die Planung schnell voranzutreiben.
Der "Aktionskreis Gesicht zeigen! im Landkreis
Harburg": Aktive Arbeit gegen den Rechtsextremismus
Angesichts der rechtsextremen Aufmärsche im Bereich
Tostedt hat sich auf Initiative von mir der unabhängige und überparteiliche
"Aktionskreis Gesicht zeigen! im Landkreis Harburg" gegründet. In
ihm wirken zahlreiche Vereine und Verbände, Parteien (SPD, Grüne,
CDU, FDP), Abgeordnete und Mandatsträger, Bürgerinnen und Bürger
mit, um gegen den Rechtsextremismus anzugehen.
Folgende Aktivitäten hat der Aktionskreis bereits
entfaltet:
Vorläufiger Erhalt der Zivildienstschule
Eine meiner ersten Amtshandlungen noch im September
1998 war es, mich für den Erhalt der Zivildienstschule Buchholz
einzusetzen. Mit Erfolg: Die Zivildienstschule ist bis zum heutigen
Tage in Buchholz. An der Zivildienstschule Buchholz werden Zivildienstleistende
in ständigem Wechsel in Einführungslehrgängen auf ihren Dienst vorbereitet.
Ich habe mich bereits vor der letzten Bundestagswahl
für den Erhalt der Zivildienstschule Buchholz stark gemacht, Gespräche
mit dem Örtlichen Personalrat bei der Zivildienstschule Buchholz,
Wolfgang Kaeser, geführt, und auch an einer Außerordentlichen Betriebsversammlung
der Beschäftigten der Zivildienstschule teilgenommen. Die Schule
ist für die Stadt Buchholz zudem ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor.
Ich habe dann 1998 unmittelbar nach der Bundestagswahl
Gespräche mit der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend, Dr. Christine Bergmann, und der Parlamentarischen Staatssekretärin
Dr. Edith Niehuis geführt. In diesen Gesprächen konnte eine Aussetzung
der endgültigen Entscheidung über die Schulstandorte erreicht werden.
Die Zukunft der Schulstandorte ist auch weiterhin abhängig von der
Zukunft des Wehr- und Zivildienstes.
Weitere Themen
Ein weiteres lokales Thema, das ich für besonders
wichtig halte, ist die Förderung einer eigenständigen wirtschaftlichen
Entwicklung des Landkreises Harburg, z.B. durch die Ansiedlung von
Firmen mit neuen Technologien (Initiative für die Solarfabrik).
Der Landkreis Harburg weist in letzter Zeit erfreulich viele Existenzgründer
auf. Hier zahlt sich unter anderem die Arbeit der kreiseigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft
WLH GmbH aus, die den wirtschaftlichen Strukturwandel im Landkreis
aktiv begleitet und unterstützt. Den im 2. Anlauf erfolgreichen
Zuschussantrag des lokalen Projekts "Lernende Region"
habe ich im Kontakt mit der Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn
und dem Landesminister für Wissenschaft und Kultur, Thomas
Oppermann, unterstützt.
Daneben setze ich mich auch weiterhin insbesondere
für die Stärkung von Tourismus und Naherholung ein. Gerade in der
zum Teil strukturschwachen Heideregion ist der Tourismus eine wichtige
Einkommensquelle.