Arbeit
in Berlin
Seit Beginn meines Mandats zuerst in Bonn und seit
1999 in Berlin bin ich Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und
des Ausschusses für Kultur und Medien. Sie sind der Kern meiner
Abgeordnetentätigkeit im Parlament. Ich habe mich im Bundestag besonders
der Kulturpolitik zugewandt, in die ich viele meiner Erfahrungen
aus der Umweltpolitik einbringen kann.
Die Arbeit in den Ausschüssen
Ausschuss für Kultur und Medien
Der Ausschuss für Kultur und Medien wurde nach
der Bundestagswahl 1998 neu eingerichtet. Er verdeutlicht, gleichzeitig
mit dem ebenfalls neuen Amt des Staatsministers für Kultur und Medien,
die stärkere Rolle der Kultur- und Medienpolitik in der Arbeit der
Bundesregierung. Nachdem ich bereits von 1999 bis 2000 kultur- und
medienpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion war, bin
ich seit Juli 2000 Vorsitzende des Ausschusses. Gleichzeitig bin
ich die Sprecherin für Neue Medien der Fraktion sowie Berichterstatterin
für die Auswärtige Kulturpolitik.
Der Kulturausschuss beschäftigt sich mit allen
rechtlich und politisch relevanten Themen der Kunst und Kultur.
Dazu gehören beispielsweise die Reform des Urhebervertragsrecht,
die Novellierung der Künstlersozialversicherung, die Besteuerung
ausländischer Künstler, ein neues Stiftungsrecht und die Kultureinrichtungen
der Hauptstadt Berlin, soweit sie vom Bund finanziert werden. Eine
Konzeption für die deutschen Gedenkstätten, für die Filmförderung
und für die Auswärtige Kulturpolitik sind weitere Neuerungen in
der Kulturpolitik, die in enger Zusammenarbeit mit der Regierung
entstanden sind.
Neben diesen Themen geht es darum, der Kultur insgesamt
einen höheren Stellenwert zu verschaffen, und den Dialog zwischen
Kunst, Kultur und Politik zu initiieren bzw. zu verbessern. Dazu
soll z.B. eine vom Bund finanzierte Bundeskulturstiftung eingerichtet
werden, für die bereits Mittel in Höhe von 25 Millionen DM im Haushalt
2002 eingeplant sind. Der Ausschuss initiiert bzw. begleitet alle
diese Projekte und versteht sich deshalb auch als eine Lobby für
die Künstler und Kulturschaffenden. Deshalb gibt es im Kulturausschuss
sehr oft Übereinstimmungen aller vertretenen Fraktionen und viele
Diskussionen sind nicht so kontrovers wie in anderen Ausschüssen.
Der Staatsminister für Kultur und Medien, Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin,
ist ein oft und gern gesehener Gast in den Ausschusssitzungen. Die
Zusammenarbeit mit ihm, wie auch mit seinem Vorgänger Dr. Michael
Naumann, funktioniert relativ reibungslos.
Nicht erst seit dem 11. September 2001 wird im
Kulturausschuss der Dialog der Kulturen intensiv geführt. Für
den Wiederaufbau von Einrichtungen wie der Armani-Oberrealschule
in Kabul, dem Goethe-Institut sowie vieler Begegnungsstellen für
den Dialog der Kulturen haben wir im Haushalt 2002 rund 14 Mio.
Euro zusätzlich eingeworben. Zusammen mit dem Auswärtigen
Amt werden Projekte unter der Überschrift "Dialog mit
dem Islam" durch die Mittlerorganisationen DAAD, Alexander-von-Humboldt-Stiftung,
GIN (Goethe Institut Inter Nationes) und deutsche Schulen entwickelt,
die nun dringender denn je sind.
In der SPD-Fraktion sind unter meiner Federführung
Anträge zur Auswärtigen Kulturpolitik und zur Deutschen Welle entstanden,
die den Prozess der Neuorientierung unserer Außendarstellung sowie
der Neustrukturierung der auf diesem Gebiet arbeitenden Organisationen
begleitet und gefördert hat. Die Förderung der Demokratisierung,
die Beachtung von Menschenrechten, und die Etablierung von Dialogstrukturen
sind die Kernelemente der Auswärtigen Kulturpolitik. Hier, wie auf
allen anderen Gebieten, klappt die Zusammenarbeit der beiden Regierungsfraktionen
vorzüglich.
Der gesamte Bereich der Medien ist ebenfalls in
meinem Ausschuss angesiedelt. Um der besonderen Situation der Neuen
Medien gerecht zu werden, wurde im Sommer 2000 ein Unterausschuss
"Neue Medien" eingerichtet, der sich aus Abgeordneten aus den Bereichen
Wirtschaft und Technologie, Bildung, Jugend, Recht und Kultur zusammensetzt.
Damit wird die immense Querschnittsaufgabe deutlich, die in diesem
Politikfeld zu erfüllen ist. Die Themen reichen von der Erschaffung
einer europäischen Konvention zum "cyber crime" über die Reform
der Medienordnung bis zu Debatten über die Erfordernisse der Informationsgesellschaft
sowie über den Daten- und Jugendschutz im Netz. Der Bundestag hat
auch in Zusammenarbeit mit der Universität Frankfurt/Main ein Projekt
der elektronischen Demokratie ins Leben gerufen. Unter der Internetadresse
www.elektronische-demokratie.de
können interessierte Bürgerinnen und Bürger an der Entstehung eines
Gesetzesvorhabens mitwirken.