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Verkehrspolitik für den Landkreis Harburg
Freitag, 28. September 2001
 

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Verkehrspolitik für den Landkreis Harburg im Überblick

Doppelstockwagen für den Landkreis Harburg

Ein Erfolg für die SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Harden, Silva Seeler und Brigitte Somfleth ist es, dass im Landkreis Harburg verstärkt moderne Doppelstockwagen verkehren, die auch für Behinderte wesentlich besser geeignet sind. Die modernen Doppelstockwagen fahren jetzt nicht mehr nur auf der Bremer Strecke, sondern wurden mittlerweile auch auf der Strecke Hamburg - Harburg - Winsen - Lüneburg im Herbst 2000 eingeführt. Hier haben sich insbesondere das Land Niedersachsen mit der Landesnahverkehrsgesellschaft engagiert. Das Land Niedersachsen investiert 2001 bis 2005 knapp 1 Milliarde DM (ca. 995 Millionen DM) in die Fahrzeugbeschaffung.
In Zukunft werden die Nahverkehrsleistungen übrigens auf diesen beiden für den Lkr. Harburg wichtigsten Bahnstrecken voraussichtlich nicht mehr durch die DB Regio AG, sondern durch ein privates Konsortium unter der Führung der OHE erbracht.

Einsatz für die Bahnhöfe der Region

Monika Griefahn MdB setzt sich seit längerem insbesondere auch für die Bahnhöfe der Region ein. Viele Bahnhöfe im Kreisgebiet sind verkommen und verwahrlost und bedürfen dringend einer Renovierung. Problematisch sind der schlechte bauliche Zustand der Gebäude, fehlende Toiletten und die fehlende Behindertengerechtigkeit vieler Bahnhöfe. Diese Probleme sind nicht von heute auf morgen zu lösen. Monika Griefahn hat sich bereits mehrfach an die DB AG gewandt und zum Teil auch Ortstermine mit Vertretern der Bahn und der Gemeinden (z.B. in Winsen) wahrgenommen, um Verbesserungen im Landkreis zu erreichen.
Das Land Niedersachsen investiert mit seinem Nahverkehrsprogramm 2001 - 2005 rund 75 Millionen DM in die Bahnhöfe. Das Nds. Wirtschaftsministerium hat hierzu eine Liste der geplanten / beabsichtigten Stationsmaßnahmen herausgegeben. Im Landkreis berücksichtigt wurden Buchholz, Tostedt, Büsenbachtal und Neu Wulmstorf:

Bahnstation Kursbuchstrecke Maßnahmen Realisierung geplant Buchholz i.d. Nordheide 120 Komplettumbau Bahnhof 2003 /2004 Büsenbachtal 123 Erneuerung Seitenbahnsteig 2003/2004 Neu Wulmstorf 121 Neubau Bahnsteiganlagen S-Bahnverlängerung 2003/2004 Tostedt 120 Erneuerung Bahnsteiganlagen 2003/2004

Die niedersächsische Verkehrsministerin Dr. Susanne Knorre hat außerdem ihre grundsätzliche Bereitschaft bekundet, die weitere Nutzung des Bahnhofsgebäudes Winsen für den öffentlichen Personennahverkehr zu unterstützen, wenn entsprechende Pläne vorgelegt werden. Derartige Maßnahmen können mit bis zu 75 % aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) bezuschusst werden. Auch andere Bahnhöfe im Kreisgebiet könnten, ein Engagement der Kommunen vorausgesetzt, von GVFG-Mitteln profitieren.

Aufgrund starken (Medien-) Drucks seitens einer örtlichen Behinderteninitiative ist es zwischenzeitlich gelungen, zumindest auf dem Bahnhof Winsen einen mobilen Hublift für Rollstuhlfahrer zu stationieren, der gemeinsam mit dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband betrieben wird.

S-Bahn im südlichen Hamburger Umland
für die Strecke Hamburg-Harburg - Buxtehude

Seit Jahren engagieren sich die SPD-Abgeordneten aus dem südlichen Hamburger Umland für eine bessere Anbindung an die Metropole Hamburg. Das nördliche Umland Hamburgs ist in Sachen S-Bahn schon seit Jahrzehnten wesentlich weiter.
Neue, moderne S-Bahn-Züge mit Zweistromtechnik können sowohl auf den klassischen Bundesbahnstrecken mit Oberleitung als auch auf S-Bahn-Gleisen fahren.
Am weitesten sind die Planungen für eine S-Bahn bis Buxtehude und eventuell weiter bis nach Stade gediehen. Langfristig muss es ein Ziel für die Region sein, auch von Harburg über Buchholz bis nach Tostedt und von Harburg über Winsen bis Lüneburg weitere S-Bahn-Linien einzurichten. Wegen der immensen Kosten ist aber nicht mit einer kurzfristigen Realisierung zu rechnen.

Verkehrsregion Nordostniedersachsen

Die SPD-Landtagsabgeordnete Brigitte Somfleth hat gemeinsam mit der SPD-Kreistagsfraktion und den örtlichen SPD-Abgeordneten ein für die Zukunft des Bus- und Schienenverkehrs äußerst wichtiges Thema angestoßen: die Bildung einer Nahverkehrsgesellschaft für die südliche Metropolregion Hamburg.

Seit der Bahnreform ist nichts mehr, wie es vorher war. Die Deutsche Bahn Holding ist gehalten, wirtschaftlich zu handeln. Der Schienengebundene Nahverkehr ist traditionell ein Bereich, der Defizite bringt. Sich nicht rechnende Nahverkehrsleistungen erbringt die Bahn deshalb nur, wenn die entsprechenden Nahverkehrsleistungen bestellt und bezahlt werden. Der Bund stellt den Ländern über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und die Regionalisierungs-mittel erhebliche Gelder zur Verfügung. Mit einem Teil dieser Gelder bestellt die Landesnahverkehrsgesellschaft in Hannover Verkehrsleistungen bei der Bahn. Während die Kreise für den Busverkehr (ÖPNV) zuständig sind, übernimmt das Land bisher den Schienenverkehr (SPNV). Die Kreise können aber die Zuständigkeit und die entsprechenden Mittel auf Antrag übertragen bekommen. Die örtlichen SPD-Abgeordneten und Mandatsträger engagieren sich dahingehend, dass sich die Kreise in der südlichen Metropolregion Hamburg zusammenschließen und gemeinsam die Zuständigkeit für den SPNV und ÖPNV in einer Hand übernehmen. Nur so können in Zukunft wirkungsvoll die Interessen der Region gegenüber der Metropole Hamburg, dem HVV und auch dem Großraum Hannover vertreten werden und auch gegenüber den neuen Plänen der DB, stärker in den Nahverkehr zu investieren.