Maßnahmen der Bundesregierung gegen den Rechtsextremismus
Auch die Bundesregierung hat ein umfangreiches
Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Rechtsextremismus aufgelegt:
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend hat die "Initiative Arbeit und Qualifizierung gegen Rassismus
und Fremdenfeindlichkeit" ins Leben gerufen. Die Initiative sieht
die Bereitstellung von jährlich mindestens 25 Mio. DM Bundesmitteln
aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) für präventive Arbeit mit
Jugendlichen mit dem Ziel der Integration in Beruf und Gesellschaft
vor. Die ESF-Mittel müssen kofinanziert werden, u.a. durch Mittel
von Ländern und Kommunen, was auch deren Verantwortlichkeit unterstreicht.
Das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung
hat das Projekt "XENOS - Leben und Arbeiten in Vielfalt" gestartet.
Das Programm XENOS verfolgt das Ziel, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit
und Intoleranz durch konkrete Maßnahmen und Projekte zu bekämpfen.
Dabei geht es vor allem um Maßnahmen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung
auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft. Die Bundesregierung
stellt dafür in den nächsten Jahre mindestens 25 Millionen DM jährlich
aus den - dem Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung zur
Verfügung stehenden - Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)
bereit. Folgende Instrumente und Maßnahmen sollen gefördert werden:
1. integrierte Projekte/Ansätze in lokaler Partnerschaft,
2. Qualifizierung von Multiplikatoren und Multiplikatorinnen,
3. Maßnahmen in Schule, Beruf und Betrieb,
4. Information und Sensibilisierung.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung
fördert im Jahr 2000 drei Modellvorhaben gegen Fremdenfeindlichkeit
und Rassismus im Bildungswesen mit rund 2 Mio. DM. Die Modellprojekte
werden in den Jahren 2002/2003 abgeschlossen.
Das Auswärtige Amt fördert die Bekämpfung von Rechtsextremismus
und Fremdenfeindlichkeit vor außenpolitischem Hintergrund u.a. in
den Bereichen Dialog der Kulturen, gesellschaftspolitische Maßnahmen
der politischen Stiftungen für Völkerverständigung, gemeinsame europäische
Aktionen gegen Rassismus und Faschismus, historische Aufarbeitung
und die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus sowie Öffentlichkeitsarbeit
im Inland.
Das Bundesinnenministerium wird einen Fonds in
der Größenordnung von etwa 10 Millionen DM auflegen, um Menschen
zu helfen, die durch rechtsextreme Gewalt zu Schaden gekommen sind.
Dies umfasst auch Menschen, die durch ihr Einschreiten gegen rechte
Gewalt zu Schaden gekommen sind. Bundesinnenminister Schily will
zudem den BGS stärker in die Bekämpfung des Rechtsextremismus einbinden.
Vorgesehen ist zunächst eine Überwachung von Zügen und Bahnhöfen
sowie deren Vorplätze.
Weitere Aktivitäten finden unter dem Dach der Bundesministerien
für Justiz und Verteidigung sowie Bundeszentrale für politische
Bildung und dem Bundesamt für Verfassungsschutz statt. Insgesamt
hat die Bundesregierung über 75 Millionen DM zur direkten Bekämpfung
des Rechtsextremismus bereitgestellt.