8 b) Drei Varianten zur A 21-Weiterführung
über die Elbe
Interessant für den Landkreis Harburg wird es, wenn es um die südliche
Weiterführung der A 21 und die Querung der Elbe geht. Vorhanden
sind die Brücken bei Geesthacht und bei Lauenburg. Im Fernstraßenausbaugesetz
von 1993 ist als so genannter "Weiterer Bedarf" und damit noch weit
von einer Verwirklichung entfernt vorgesehen der Neubau einer A
21-Verlängerung von der A 24 bis zur Elbquerung Geesthacht. Umstritten
ist schon diese Trassierung durch den Sachsenwald. Unklar ist auch
und vor allem der weitere Trassenverlauf in Niedersachsen. Im Wesentlichen
sind drei Varianten denkbar, die alle von einer Elbquerung bei Geesthacht
ausgehen.
Variante 1 "A 263 alt":
Im Bundesverkehrswegeplan von 1992 war im "Weiteren Bedarf" der
Bau einer Autobahn A 263 als einer Querverbindung von der A 24 über
Geesthacht, die Binnenmarsch (Samtgemeinde Elbmarsch) und Winsen
bis zum Anschluss an die A 250 zwischen Winsen und Stelle vorgesehen.
Schon wegen der Flora-Fauna-Habitat-Fläche Osterwiesen im Bereich
Winsen und der baulichen Entwicklung im den Winsener Ortsteilen
Laßrönne, Stöckte und Hoopte lässt sich diese Trasse nicht mehr
oder nur schwerlich verwirklichen.
Diese Autobahnplanung hat mittlerweile auch ihren Sinn verloren,
weil die B 404 mittlerweile nicht mehr nur bis zur B 4 reicht, sondern
an die A 250 angeschlossen ist. Das neue Teilstück wurde gerade
freigegeben.
Diese Trasse / Planung der A
263 sollte daher dringend aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen
werden, sofern dies noch nicht geschehen ist. Ein Ausbau der B 404
zur Autobahn A 21 zwischen der A 25 und der A 250 mag als "Weiterer
Bedarf" sinnvoll sein; es müsste dann allerdings die Frage der bisher
nur zweispurigen Elbquerung (Nadelöhr) gelöst werden.
Variante 2 "Null-Variante":
Mit dem Anschluss der B 404 an die A 250 sind die Verkehrsprobleme
aber noch nicht gelöst, weil für den dominierenden Nord-Süd-Verkehr
der Weg über die A 250 (Maschener Kreuz / Horster Dreieck) ein viele
Kilometer langer Umweg ist, der zunehmend über die Dörfer abgekürzt
wird, was im Landkreis Harburg zu Problemen führt. Aktuell sind
besonders die Verkehrsprobleme im Bereich Winsen (Luhe) und Pattensen.
Autofahrer und zunehmend auch LKW-Fahrer in Richtung Hannover fahren
nicht bis zum Autobahnkreuz Maschen, um dort auf die A 7 nach Hannover
zu gelangen, sondern kürzen den Weg erheblich ab, indem sie die
A 250 an der Anschlussstelle Winsen-Ost verlassen, über die Osttangente
und Winsen-Luhdorf und Pattensen (bei Winsen) zur BAB 7 - Anschlussstelle
Nr. 39 "Thieshope" oder auch über Toppenstedt zur BAB 7 - Anschlussstelle
Nr. 40 "Garlstorf" fahren. Dieser - von den Widmungen der Straßen
auch nicht zu verhindernde - Querverkehr stellt sich zunehmend als
Belastung dar. Im Winsener Ortsteil Luhdorf könnte bei zunehmendem
Verkehr der 4. Abschnitt der Osttangente (K 84) gebaut werden, der
aber in - unter Naturschutzgesichtspunkten - äußerst sensible Bereiche
eingreifen würde und deshalb seit über 10 Jahren nicht realisiert
wurde. In der Luheniederung kommen Fischotter und andere seltene
Tiere und Pflanzen vor. In Pattensen müsste dann wohl eine Ortsumgehung
gebaut werden. Diese Ausbaumaßnahmen würden einerseits zum Teil
die Winsener Ortsteile Luhdorf und Pattensen entlasten, könnten
aber andererseits noch mehr Verkehr nach sich ziehen und sind deshalb
kritisch zu betrachten. Es handelt sich hier um Kreis- und Landesstraßen,
so dass die entsprechenden Straßenbaulastträger hierüber zu befinden
haben. Eine Querverbindung zur A 7 als A 21-Verlängerung bis zur
A 7 (obige Variante 2) oder eine A 21-Verlängerung bis zur B 209
(obige Variante 3) könnte für die Winsener auf lange Sicht Entlastung
bringen.
Variante 3 "Hesemann-Spange":
Unter dem Stichwort "Hesemann-Spange" und nach dem jetzigen Oberkreisdirektor
Hans Bodo Hesemann benannt ist ein Vorschlag, die B 404 (eventuell
zukünftige A 21) direkt an die A 7 anzuschließen. Dieser Vorschlag
geht davon aus, dass die B 404 zwischen Niedermarschacht und der
A 250 zur Autobahn A 21 ausgebaut wird und dann weiter durch die
Samtgemeinde Salzhausen im Bogen zur A 7 geführt und irgendwo zwischen
Thieshope und Evendorf angeschlossen wird.
Diese Form der Autobahnquerspange
ist aufgrund der vielfältigen Beeinträchtigungen von Mensch, Natur
und Landschaft abzulehnen.